12. Dezember 2025, 19:21 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Ob beim Stadtbummel durch Paris, einem Café-Besuch in Rom oder einem Wochenendtrip nach Barcelona – in beliebten europäischen Metropolen nutzen Kriminelle jede Gelegenheit, um Touristen zu bestehlen. Besonders perfide: Viele Maschen wirken auf den ersten Blick harmlos oder sogar hilfsbereit. Doch oft reicht ein kurzer Moment der Unachtsamkeit – und Portemonnaie, Handy oder Ausweis sind verschwunden.
Wie ein Paar mit dem Autobahn-Trick in Spanien beinahe bestohlen wurde
Ignacio und Dominika starteten mit dem Auto von Polen nach Spanien: Über 2500 Kilometer verlief die Reise ohne Zwischenfälle – bis sie Katalonien erreichten. Von ihrem Fall berichtet das polnische Portal Onet (gehört ebenfalls zu Axel Springer).
„Das Auto vor uns begann zu signalisieren, dass mit unserem Wagen etwas nicht stimmt. Es war eine sehr chaotische Situation, und wir wussten nicht, ob das stimmt, also hielten wir am Seitenstreifen gemeinsam mit ihnen an“, berichten die beiden auf ihren Social-Media-Kanälen.
Zunächst dachten sie, es handele sich um eine hilfsbereite Geste – doch in Wahrheit war es ein versuchter Diebstahl. „Die Polizei sagte uns, dass das eine sehr typische Methode auf der Autobahn sei, besonders auf der AP-7 in Katalonien. Wenn man nur mit einem anderen Kennzeichen als dem spanischen unterwegs ist, wird man sofort zum Ziel“, betonen sie.
Auch in Großstädten aktiv: Taschendiebe setzen auf klassische Methoden
Nicht nur Autofahrer sind betroffen – auch in Zügen, Bussen und bei touristischen Attraktionen in Städten wie Barcelona, London, Paris oder Rom sind Diebe äußerst aktiv. Ihre Methoden sind vielseitig und gezielt auf Ablenkung ausgelegt.
Taschendiebstahl in Menschenmengen
An überfüllten Orten wie Plätzen, U-Bahnen oder bei beliebten Sehenswürdigkeiten beobachten Taschendiebe ihre Opfer mit großer Aufmerksamkeit. Sie suchen gezielt nach Momenten der Unachtsamkeit und schlagen dann blitzschnell zu – oft so geschickt, dass es unbemerkt bleibt.Was wie ein Zufall aussieht, ist meist ein einstudierter Trick. Besonders in dichtem Gedränge gilt: aufmerksam bleiben.
Schutzmaßnahme: Portemonnaie und Handy in Innentaschen oder unter der Kleidung tragen. Taschen mit versteckten Reißverschlüssen und stabilen Trägern erschweren den Zugriff. Wichtige Dokumente nicht gesammelt aufbewahren, sondern verteilen. Nach körperlichem Kontakt – etwa durch ein Rempeln – sofort die Taschen überprüfen.
Die Masche der scheinbar freundlichen Hilfe
Auch der sogenannte „freundliche Helfer“ ist ein beliebter Trick. Jemand bietet ungefragt seine Unterstützung an – will ein Foto machen, eine Wegbeschreibung geben oder etwas kosten lassen. Klingt harmlos, doch oft greift dabei eine zweite Person zur Tasche.
Schutzmaßnahme: Ablehnen, wenn Unbekannte ohne ersichtlichen Grund Hilfe anbieten. Taschen stets vor dem Körper tragen. Auch in „harmlosen“ Situationen wachsam bleiben – denn genau dann schlagen Täter häufig zu.
Diebstahl im Café oder Restaurant
Was wie eine harmlose Angewohnheit aussieht – Handy oder Portemonnaie auf dem Tisch ablegen – kann böse enden. Der Täter lenkt durch Smalltalk, Verkaufsangebote oder eine harmlose Frage ab. Dabei wird etwa ein Prospekt über das Handy gelegt, um danach beides – Prospekt und Handy – unauffällig mitzunehmen.
Schutzmaßnahme: Wertgegenstände am besten in die Innentasche der Tasche stecken, diese auf den Schoß legen oder mit einem Gurt am Stuhlbein befestigen. Besondere Vorsicht, wenn jemand „etwas zeigen“ will – oft steckt dahinter eine Ablenkungstaktik.
Falsche Taxis und betrügerische Fahrdienste
An Flughäfen und in Ferienregionen tummeln sich viele nicht registrierte Fahrer, die günstige Fahrten versprechen. Doch oft verlangen sie später Wucherpreise, stehlen Gepäck oder fahren das Opfer in eine andere Gegend. In manchen Fällen arbeiten sie mit Parkwächtern zusammen.
Schutzmaßnahme: Nur lizenzierte Anbieter nutzen – am besten über offizielle Apps oder das Hotel buchen. Preis vorab vereinbaren und das Gepäck stets im Blick behalten.
Betrug mit Wechselgeld und Geldscheinen
Auch auf Märkten, in kleinen Läden oder an Kassen sind Touristen ein beliebtes Ziel. Händler nutzen Stress und Eile, um Banknoten zu vertauschen oder beim Herausgeben mehr aus dem Portemonnaie zu nehmen als erlaubt.
Schutzmaßnahme: Geld immer selbst zählen, dem Händler keine Einblicke in die Geldbörse gewähren und möglichst mit kleinen Scheinen bezahlen – so lässt sich das Risiko minimieren.