21. Oktober 2025, 6:15 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Mit zwei kostenfreien Gepäckstücken, Rabatten auf den Ticketpreis und flexiblen Umbuchungsoptionen locken Fluggesellschaften wie Lufthansa, Emirates oder Singapore Airlines gezielt Studierende an. Klingt nach einem fairen Deal – doch nicht jedes vermeintliche Schnäppchen hält, was es verspricht. Worauf Studierende vor der Buchung achten sollten und wann sich solche Spezialtarife tatsächlich lohnen.
Ob für ein Auslandssemester oder den Trip in den Semesterferien – viele Airlines bieten inzwischen spezielle Tarife für Studierende an. Auch die Lufthansa ist seit Kurzem mit dabei und offeriert diese Angebote jetzt auch für Abflüge aus Deutschland. Zuvor waren entsprechende Aktionen nur auf ausgewählten internationalen Märkten wie Asien oder Südamerika verfügbar.
Studententarife bei Airlines – was sind die Vorteile?
Neben Lufthansa bieten auch KLM, Air France, Emirates, Qantas, Singapore Airlines und Turkish Airlines spezielle Studententarife an. Selbst bei günstigeren Anbietern wie Eurowings oder Ryanair können Studierende von Vergünstigungen profitieren – letzterer in Zusammenarbeit mit dem Erasmus Student Network. Wer als Student ein Flugticket sucht, sollte gezielt nach solchen Tarifen Ausschau halten.
Mehr Gepäck und flexiblere Umbuchungen
Ein zentraler Vorteil vieler Studententarife bei Airlines liegt in der Möglichkeit zur kostenfreien oder vergünstigten Umbuchung. Das kann gerade bei spontanen Planänderungen wichtig sein. Allerdings lohnt sich ein genauer Blick in die Bedingungen – denn oft gelten Einschränkungen. Bei Air France etwa sind Umbuchungen nur bei Flügen von Frankreich in die französischen Überseegebiete kostenlos. Für andere Verbindungen werden bis zu 200 Euro fällig.
Ein weiteres Plus: das Freigepäck. Die Lufthansa etwa erlaubt bei ihren Studententarifen zwei Koffer à 23 Kilogramm – bei vielen anderen Tarifen ist nur ein Gepäckstück inbegriffen.
Teils deutliche Rabatte
Viele Airlines werben mit attraktiven Preisnachlässen. Eurowings etwa bietet über die Plattform Flyla bis zu 50 Prozent Ersparnis gegenüber regulären Preisen. Bei Emirates, Ryanair und Singapore Airlines sollen bis zu 10 Prozent möglich sein, Turkish Airlines nennt bis zu 15 Prozent Rabatt auf internationale Transitflüge.
Was für die Buchung erforderlich ist
Voraussetzung für den Kauf eines Studententarifs ist in der Regel ein gültiger Nachweis über den Studierendenstatus. Je nach Airline kann dies eine Immatrikulationsbescheinigung oder eine offizielle Aufnahmebestätigung der Hochschule sein. Manchmal wird ein internationaler Studentenausweis oder ein Nachweis auf Englisch verlangt.
Zusätzlich fordern viele Airlines eine Registrierung auf ihrer Website. Teilweise muss der Studierendennachweis auch beim Check-in vorgelegt werden. Auch Altersbeschränkungen sind üblich: Bei Air France und KLM liegt das Höchstalter etwa bei 29 Jahren. Wichtig: Die Angebote gelten meist nicht für alle Flüge einer Airline, sondern nur für bestimmte Strecken oder Buchungsklassen.
Genau lesen: Die Bedingungen im Detail
Karolina Wojtal vom Europäischen Verbraucherzentrum rät dazu, die Tarifbedingungen auf den Websites der Airlines aufmerksam zu lesen. Die Mehrgepäck-Regelungen bei einigen Fluggesellschaften seien etwa großzügig und hilfreich für langfristige Aufenthalte, erklärt sie.
Auch die Umbuchungsoptionen seien ein Pluspunkt: „Zum Beispiel, wenn es ins Ausland geht und das Rückkehrdatum noch gar nicht so richtig feststeht, weil man nicht weiß: ‚Will ich direkt am Tag, an dem mein Semester endet, abreisen? Oder will ich noch ein bisschen verlängern?’“, so Wojtal.
Nicht jeder Studententarif ist die beste Option
Trotz der Vorteile sollten Studierende nicht automatisch davon ausgehen, dass ein Studententarif die günstigste Wahl ist. „Man kann nicht pauschal sagen, dass ein Studententarif immer das Günstigste für Studenten ist“, warnt Wojtal. Es lohne sich, auch reguläre Economy-Tarife mit Zusatzleistungen wie Gepäckoptionen zu vergleichen.
Wer zudem beim Reisedatum und bei den Abflugzeiten flexibel ist, kann laut Wojtal besonders profitieren: „Grundsätzlich ist das eine gute Sache für Studierende und wenn man da ein bisschen fuchsig ist, kann man schon auch einen guten Deal machen.“
Mit Material von dpa