Aktuelle Reisehinweise

Wie gefährlich sind die Philippinen für Urlauber?

Wer derzeit auf den Philippinen ist oder eine Reise dorthin plant, sollte vorsichtig sein, denn in vielen Regionen des Landes ist es zurzeit nicht sicher. In manchen Regionen gilt Kriegsrecht, es besteht Entführungsgefahr durch islamistische Terroristen.

Das Auswärtige Amt hat für Teile der Philippinen eine Reisewarnung ausgesprochen. Sie umfasst auch den Süden der Insel Palawan.
Das Auswärtige Amt hat für Teile der Philippinen eine Reisewarnung ausgesprochen. Sie umfasst auch den Süden der Insel Palawan.
Foto: Getty Images

In den beschriebenen Gebieten im Süden der Philippinen ist seit Jahren unter anderem die islamistische Terrorgruppe Abu Sayyaf aktiv. Sie hatte 2017 einen 70 Jahre alten Deutschen nach mehr als drei Monaten Geiselhaft enthauptet. Der Mann war im November 2016 entführt worden, als er zusammen mit seiner Lebensgefährtin in den Gewässern zwischen den Philippinen und Malaysia unterwegs war. Die 59-jährige Frau wurde bei dem Überfall erschossen.

„Terroristische Anschläge und Entführungen können im gesamten Gebiet der Philippinen nicht ausgeschlossen werden“, schreibt das Auswärtige Amt in seinen Reise- und Sicherheitshinweisen für die Philippinen.

In der Region Mindanao gilt bis mindestens Ende 2018 das Kriegsrecht. Das bedeutet unter anderem Ausgangsperren und die Einrichtung von Militärposten.

Erhöhe Kriminalitätsrate und Korruption

Reise-Sicherheitsexperte Sven Leidel hält die Gefährdungs- und Bedrohungslage auf den Philippinen seit geraumer Zeit für hoch. „Neben den vorgenannten Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit einem derzeit hohen Entführungsrisiko zählen des weiteren eine erhöhte Kriminalitätsrate und überdurchschnittlich ausgeprägte Korruption sowie mögliche Demonstrationen, Unruhen und Anschläge von Terrororganisationen und Rebellengruppierungen (z.B. Moro Islamic Liberation Front/MILF, Bangsamoro Islamic Freedom Fighters/BIFF) zum Risikopotential der Philippinen“, sagt Leidel zu TRAVELBOOK.

Der Autor des „Handbuchs Reisesicherheit“ verweist darauf, dass in der Vergangenheit vor allem „weiche Ziele“, die nur schwierig oder gar nicht zu schützen seien, von Anschlägen betroffen gewesen seien. Gemeint sind damit etwa Einkaufszentren, Marktplätze, Sehenswürdigkeiten, Flughäfen und der öffentliche Personennahverkehr sowie Regierungs- und Polizeigebäude. „Dass vor allem weiche Ziele für Anschläge ausgewählt werden, verwundert nicht“, denn die träfen den Tourismus als wichtige Einnahmequelle für das Land, sagt Leidel. „Das gleiche Prinzip verfolgen andere Terrororganisationen auch in anderen Ländern, etwa in der Türkei – zum Teil mit großem Erfolg.“

Sven Leidels Fazit: , wenngleich es in der Tat wunderschön ist und seinen (landschaftlichen) Reiz hat. Wer möchte schon am Strand oder in der Hotelanlage von bewaffneten Einsatzkräften der Polizei und des Militärs umgeben sein – meine Vorstellung von einem schönen Urlaub ist das sicherlich nicht.“

Viele Regionen von Reisewarnung betroffen

Gefahr durch aktive Vulkane

Ein weiterer Gefahrenfaktor auf den Philippinen sind die aktiven Vulkane auf den Inseln. Noch im Januar 2018 spuckte der nordwestlich der Stadt Legazpi gelegene Vulkan Mount Mayon tagelang Lava. Wegen der darauf folgenden Aschewolke war der Flugverkehr über den Inseln stark eingeschränkt. Laut dem Auswärtigen Amt ist die Aktivität des Vulkans zwar leicht gesunken, dennoch „kann es jederzeit zu einer Eruption und Ascheregen kommen, die auch im Flugverkehr erneut zu Ausfällen und Sperrungen führen können“.