Zum Inhalt springen
logo Deutschlands größtes Online-Reisemagazin
Balearen News Alle Themen
Ihr Biss kann böse enden

Experten warnen vor gefährlicher Violinspinne auf den Balearen

Violinspinne
Auf den Balearen ist die Violinspinne weit verbreitet – und ihr Biss kann gefährlich werden Foto: picture alliance / Minden Pictures / Albert Lleal
Artikel teilen
TRAVELBOOK Logo
TRAVELBOOK Redaktion

6. Januar 2026, 17:09 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Ein harmlos wirkender Spinnenbiss wurde für eine Frau auf Menorca zur schmerzhaften Tortur – und ist kein Einzelfall. Auf den Balearen und an anderen Orten Europas breitet sich eine besonders gefährliche Spinnenart aus, deren Gift im Extremfall sogar zu Amputationen führen kann. Auch in Deutschland ist eine verwandte Art erstmals dokumentiert worden.

Eine 60-jährige Frau aus dem Ort S’Arenal d’en Castell auf Menorca griff laut einem Bericht von BILD im vergangenen September zu einem Pullover – kurz darauf durchzuckte ein starker Schmerz ihren Arm. Die Stelle schwoll an, zwei Tage lang litt sie unter intensiven Schmerzen und konnte nicht schlafen. In der Apotheke erhielt sie eine Salbe mit Antihistaminikum und Antibiotikum. Dort wurde ihr mitgeteilt, dass bereits mehrere ähnliche Fälle bekannt seien – offenbar ausgelöst durch Spinnenbisse.

Falsche Diagnose im Gesundheitszentrum

Die Frau äußerte dem Bericht zufolge bei einem späteren Arztbesuch den konkreten Verdacht, dass sie von einer Braunen Violinspinne (Loxosceles rufescens) gebissen worden sein könnte. Doch die behandelnde Ärztin wies dies zurück: „Das ist unmöglich, die gibt es hier nicht.“ Eine Fehleinschätzung – denn gerade diese Spinnenart ist auf den Balearen weit verbreitet.

Der Biologe Guillem Pons, spezialisiert auf Spinnen, griff den Fall auf und kritisierte die unzureichende Schulung vieler Mediziner. Viele Ärzte wüssten nicht, wie gefährlich ein Biss dieser Spinne sein kann – und wie wichtig schnelles Handeln ist, so Pons. Er rät dringend, bei Verdacht auf einen Biss dieser Art sofort medizinische Hilfe aufzusuchen und explizit auf die Möglichkeit eines Loxosceles-Bisses hinzuweisen. Zuvor hatte das „Mallorca-Magazin“ über den Vorfall berichtet.

Wie ernst die Folgen eines Bisses sein können, zeigt ein Fall aus dem Jahr 2024 auf Ibiza: Eine 32-Jährige erlitt nach einem Spinnenbiss eine schwere Gewebenekrose – das Gift zerstörte Gewebe und Zellen. Nur durch mehrere Operationen, rechtzeitige Behandlung und Hauttransplantationen konnte ihr Bein gerettet werden. Italienische Medien berichteten im vergangenen Sommer sogar von zwei Todesfällen, die mit dem Biss einer Violinspinne in Verbindung gebracht wurden. Direkte Beweise gab es dafür allerdings nicht.

Verbreitung im Mittelmeerraum – verwandte Art in Deutschland entdeckt

Die Violinspinne gehört zur Gattung Loxosceles, die vor allem in Regionen mit mildem Klima verbreitet ist. Die Mediterrane Einsiedlerspinne hat sich im gesamten Mittelmeerraum etabliert. Aufgrund ihrer markanten Zeichnung wird sie auch Braune Violinspinne genannt.

Im Herbst 2025 wurde erstmals in Deutschland eine verwandte Art eindeutig nachgewiesen. Ein Handwerker hatte im Keller der Universität Tübingen eine auffällige Spinne entdeckt und fotografiert. Das Bild gelangte zu Hubert Höfer, Spinnenexperte und Leiter der Biowissenschaften am Naturkundemuseum Karlsruhe.

Die Analyse ergab: Bei dem Tier handelte es sich nicht um Loxosceles rufescens oder die bekannte Loxosceles reclusa, sondern um die Chilenische Einsiedlerspinne (Loxosceles laeta). Inzwischen wurden unterhalb der Universität insgesamt 15 Exemplare entdeckt. Vermutlich gelangten sie durch Warentransporte unbemerkt nach Deutschland. Laut Experten lebten die Tiere dort bereits über einen längeren Zeitraum.

Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden.

Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an datenschutz@axelspringer.de.