Mit Giraffen frühstücken

7 einzigartige Hotels in Afrika

Im kenianischen „Giraffe Manor“ kann es schon mal vorkommen, dass eine Giraffe ihren Kopf durch das Zimmerfenster steckt
Im kenianischen „Giraffe Manor“ kann es schon mal vorkommen, dass eine Giraffe ihren Kopf durch das Zimmerfenster steckt
Foto: dpa/ picture alliance

Für viele Reisende sind Hotels nicht einfach nur ein Ort der Ruhe und eine schlichte Übernachtungsmöglichkeit – manchmal kann es nicht abgefahren genug sein. Warum soll nicht auch die Unterkunft schon erste spektakulären Augenblicke mit sich bringen? Auch Afrika hat in der Hinsicht einiges zu bieten – und zwar weitaus mehr als nur Hotels, um von dort aus eine Safari zu starten.

Es gibt unglaublich abgefahrene Hotels weltweit. Touristen können in ausrangierten Flugzeugen, überdimensionalen Hunden oder Kränen und Riesen-Donuts übernachten. Auch in Afrika haben sich die Menschen so ihre Gedanken gemacht.

Weitblick aus dem Vogelnest

Das „Segera Retreat“ in Kenia an der Ostküste Afrikas: Hier hat der französische Architekt Daniel Pouzet seine Inspiration direkt aus der Natur geholt. Er entwarf ein Hotel in Form eines Vogelnests. Riesige Äste schmücken den kreisrunden Bau und machen aus der Dachterrasse eine Aussichtsplattform, die Besucher einen Rundum-Blick bietet. Das Schlafzimmer befindet sich innerhalb dieser Holzstruktur – aber wer möchte, kann auch unter freiem Himmel inmitten des überdimensionalem Vogelnests schlafen. Es gibt auch Luxus – fließend warmes Wasser zum Beispiel, obwohl sich das Hotel inmitten der Wildnis befindet. Moderne Solar-Anlagen machen es möglich.

Frühstück mit Giraffen

Am Rande von Kenias Hauptstadt Nairobi muss man nicht erst auf Safari gehen, um exotische Tiere hautnah zu erleben. In der „Giraffe Manor“ kommen, wie der Name bereits verrät, die Giraffen zum Besucher – und zwar bis ins Hotelzimmer. Es handelt sich dabei um eine Herde Rothschild Giraffen, die sich frei auf dem privaten, 57 Hektar großen Land bewegen, auf dem auch das Hotel steht. So kann es schon mal vorkommen, dass eine Giraffe ihren Kopf durch ein Fenster ins Zimmer oder das Restaurant steckt, in der Hoffnung, eine Leckerei zu bekommen.

Skywalkers Zuhause

„Star Wars“-Fans, die der Geschichte um Luke und Anakin Skywalker besonders nahe kommen wollen, sind in Tunesien genau richtig. George Lucas wählte in den 1970er-Jahren das jetzige Hotel „Sidi Driss“ als Drehort für den Wüstenplaneten Tatooine aus. Die architektonische Struktur, die sich größtenteils unter dem Wüstensand befindet, ist von der Volksgruppe der Berber errichtet worden und begeistert damit nicht nur die „Star Wars“-Jünger. Die Räume des Hotels haben stets eine angenehm kühle Temperatur, da sie unter der Erde liegen. Eine Bauweise, die sich die Berber damals von Höhlen abgeschaut hatten. Die Gegend ist abgelegen und die Einrichtung sowie das Essen sollen eher bescheiden sein, aber für Architekturliebhaber und Filmfans kann das Hotel ein schöner Abstecher im Tunesien-Urlaub werden.

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Internetlos in Sandsteinhöhlen

Im „Kagga Kamma Nature Reserve“ in Südafrika hat man sogar mehrere Möglichkeiten, auf nicht ganz herkömmliche Art und Weise abzusteigen. Zum einen gibt es „cave suites“, also „Höhlen Suiten“, die in den Sandstein eingearbeitet wurden. Zum anderen kann man auch die sogenannte „star suite“ buchen, was nichts anderes bedeutet als ein Bett unter freiem Sternenhimmel. Mehrere Kilometer vom Hauptgebäude des Hotels entfernt, gibt es Suites, die mitten in der Natur liegen – inklusive Outdoor-Dusche und Badewanne. Auf der Homepage wird explizit darauf hingewiesen, an warme Kleidung zu denken – und der Aufenthalt ist natürlich nur möglich, wenn das Wetter mitspielt. Die Höhlen-Suites dagegen sind überdacht und eher mit einem herkömmlichen Hotelzimmer vergleichbar. Was beide Unterkünfte aber nicht haben: einen Telefonanschluss oder mobiles Netz. Digital Detox sozusagen, man ist mit sich, seiner Begleitung und der Natur ganz alleine.

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Tipi-Abenteuer ohne Luxus

Wieder Südafrika – dieses Mal aber eine Art Zeitreise: Die „Tipi Experience“ lädt ein, in einem Sioux-Tipi in eine Zeit von vor Jahrhunderten einzutauchen. Die Tipis, das sind spezielle Zelte, in der Nähe des Melkbosstrandes im äußersten Südwesten des Landes, sind mit Doppelbetten, Öllampen, Gasbrenner und Feuerplatz ausgestattet. Handtücher, Essen und Trinken muss man selbst mitbringen. Das Angebot richtet sich eher an Abenteuerlustige, die auf Luxus verzichten können und lieber Wert auf Wanderungen, Surfen und Natur legen.

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Hoch im Gebirge

Um zum Hotel „Kasbah Du Toubkal“ zu kommen, muss man erstmal den Weg ins Atlas-Gebirge von Marokko finden. Maultiere befördern auf Wunsch das Gepäck bis nach oben. Dort kann man eines der Zimmer mit Blick auf den höchsten Berg Marokkos, den Jbel Toubkal (4167 Meter), beziehen. Das Hotel wirbt vor allem mit Wanderungen, Stille, Abgeschiedenheit  – aber auch damit, das erste „mountain retreat“, ein Rückzugsort in den Bergen, in Nordafrika zu sein. Es ist das idyllische Bild des Hotel inmitten der Berge und die Nähe zu Marrakesch (60 Kilometer entfernt), die die Unterkunft attraktiv für Touristen machen soll.

Übernachten mit Elefanten

In Südafrika kann man im „Knysna Elephant Park“ ein Zimmer mieten, das dem Besucher eine Begegnung mit Elefanten ermöglicht. Der im Jahr 1994 gegründete Park nimmt verwaiste, gerettete oder ehemalige Zirkus-Elefanten bei sich auf und kümmert sich um die Tiere. So wurden in den vergangenen Jahren 20 Jahren rund 40 Elefanten verpflegt, die teilweise noch vor Ort leben, aber auch in andere Reservate umziehen durften. Die Gebäude, die Urlauber bewohnen können, befinden sich mitten im Park und sind nicht abgezäunt – Elefanten und Besucher können sich also frei bewegen. Das Ziel sei es, so heißt es auf der Webseite, durch den Kontakt mit den Tieren den Respekt für Elefanten zu erhöhen und vor allem den Fokus auf das echte Leben und auch das Leid einiger Tiere zu lenken.