16. September 2025, 17:02 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
Die gebuchte Zimmerkategorie ist mitentscheidend dafür, wie luxuriös Ihr Aufenthalt in einem Hotel sein wird. Doch völlig unabhängig davon können Sie ihn sich in vielen Unterkünften noch angenehmer gestalten. Sie brauchen nur freundlich an der Rezeption danach zu fragen – mitunter winken tolle Extras. Kostenlos! TRAVELBOOK hat wertvolle Insider-Tipps eingeholt.
Übersicht
Extras, die es auf Nachfrage im Hotel oft kostenlos gibt
Wie verhalten Sie sich bei einem Städtetrip? Checken Sie nur schnell ein, lassen Ihr Gepäck im Zimmer und erkunden dann die Stadt auf eigene Faust? Es ist natürlich schön, sich von der Atmosphäre treiben zu lassen und spontan in Restaurants einzukehren, die einem gefallen. Doch nicht minder kann es sich lohnen, an der Rezeption nachzufragen und eine Empfehlung einzuholen …
Gratis Getränke in Bars und Restaurants
Viele Hotels haben Partnerschaften mit Restaurants, in denen Gästen des Hauses ein kostenloser Welcome-Drink serviert wird. Das erfuhr TRAVELBOOK von Adi Schwarz, Vertriebschef der großen deutschen Gastrogruppe TTR GmbH, die unter anderem den Hirschhof (Hybrid-Konzept aus Gastro-Meile, Event-Flächen und Veranstaltungsplattform) in Karlsruhe betreibt. Auch Kooperationen mit Bars und Diskotheken sind keine Seltenheit. Nachfragen kann sich daher lohnen! Oft kostet der Eintritt in angesagte Clubs – gerade in Städten mit hohem Touristenaufkommen – eine ordentliche Stange Geld. Für Hotelgäste ist er dagegen häufig kostenlos.
Doch auch in vielen Hotels selbst winken einige Aufmerksamkeiten, die Ihren Aufenthalt aufwerten können. Der Clou: Für diese Extras müssen Sie nicht bezahlen. Vor allem, wer freundlich danach fragt, bekommt das eine oder andere kostenlos dazu.
Ein besseres Zimmer
Es kann vorkommen, dass das zugeteilte Hotelzimmer Mängel aufweist. In diesem Fall können Sie – sofern das Hotel nicht ausgebucht ist – in der Regel problemlos ein anderes Zimmer erhalten. Manchmal ist dieses sogar besser als die ursprünglich gebuchte Kategorie. Neben Beschwerden gibt es noch zahlreiche weitere Gründe, warum Sie auf Nachfrage ein besseres Zimmer erhalten könnten. Dieses könnte sich dann beispielsweise in einem ruhigeren oder schöneren Flügel des Hotels befinden.
„Unabhängig von Anfragen upgraden wir grundsätzlich, wenn es die Verfügbarkeit zulässt“, erklärt Jonas Schnabel, Geschäftsführer des Hotels Florentina in Frankfurt am Main. Denn kleinere Zimmer werden lieber leer stehen gelassen als die komfortableren, größeren. Bei höherer Auslastung wiederum können spezielle Anlässe zu einem Upgrade führen – beispielsweise der Geburtstag eines Gastes oder ein Hochzeitstag. Stammgäste kommen auch ohne besonderen Grund schon einmal in diesen Genuss. Dabei sei es wichtig, klar zu kommunizieren, dass es sich um ein Upgrade handelt, so Schnabel: „Damit die Gäste beim nächsten Mal nicht das Gleiche erwarten und womöglich enttäuscht werden.“
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Kosmetik- und Komfortartikel
Zwar kursieren immer wieder Gerüchte über angeblich gelockerte Handgepäckregeln, die das Mitführen größerer Flüssigkeitsmengen erlauben sollen. Bis auf Weiteres bleibt es jedoch bei der bekannten Regel: Flüssige Kosmetikartikel dürfen nur in Behältnissen mit maximal 100 Millilitern Inhalt transportiert werden, verpackt in einem transparenten, wiederverschließbaren Beutel. Für viele mit Handgepäck Reisende gehört es daher zur Urlaubsvorbereitung, entweder (verhältnismäßig hochpreisige) Reisegrößen zu kaufen oder mühsam in kleinere Fläschchen umzufüllen. Wer darauf keine Lust hat und vor Ort auch kein Geld für Kosmetikartikel ausgeben möchte, kann sich vieles einfach im Hotel besorgen – meist sogar kostenlos. Das setzt allerdings voraus, dass man offen für neue Produkte ist. Wer zu Allergien neigt oder sehr empfindliche Haut hat, sollte besser bei seinen gewohnten Pflegeprodukten bleiben.
Doch Hotels bieten weit mehr als nur Shampoo und Duschgel. Auf freundliche Nachfrage an der Rezeption gibt es oft zusätzliche Pflege- und Alltagsartikel: von Zahnbürsten und Rasierern über Schlafmasken bis hin zu Nagelsets. Wer es besonders gemütlich mag, kann außerdem um zusätzliche Kissen, Decken oder Hausschuhe bitten. „Oft sind auch Kämme oder Bademäntel verfügbar“, erklärt Gastro-Experte Adi Schwarz. Reisende mit Kindern profitieren ebenfalls. Viele Hotels stellen auf Wunsch Babybetten, Milchwärmer, Steckdosen-Kindersicherungen oder sogar Spielzeug bereit. So lässt sich das Reisegepäck deutlich leichter halten, ganz ohne Verzicht auf Komfort.
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Geben Sie Ihren Reisepass niemals an der Hotel-Rezeption ab!
Früher Check-in oder später Check-out
Sie sind in aller Frühe abgeflogen, um möglichst viel Zeit am Zielort zu haben – doch der Check-in ist erst ab 15 Uhr? Das kann den Urlaubsstart etwas ausbremsen. Das muss es aber nicht unbedingt. Fragen Sie einfach freundlich und unverbindlich nach, ob Sie das Zimmer schon früher beziehen dürfen. Stand es am Vortag leer, muss es nicht gereinigt werden und ist im Zweifel sofort bezugsfertig.
Auch am Abreisetag lohnt sich eine kurze Nachfrage an der Rezeption: Oft ist es möglich, etwas später auszuchecken als offiziell vorgesehen. So gewinnen Sie wertvolle Zeit, können vielleicht noch einmal in den Pool springen oder sich frisch machen, bevor es zum Bahnhof oder Flughafen geht. Viele Hotels zeigen sich hier kulant – vorausgesetzt, das Zimmer ist nicht direkt für neue Gäste reserviert und muss daher möglichst früh gereinigt werden.
Und noch etwas: Wie kommen Sie nun zum Flughafen? Fragen Sie doch einfach mal nach: Manchmal bieten Hotels einen kostenlosen Shuttle-Service zwischen Hotel und Flughafen beziehungsweise Bahnhof an!
Tickets für Transport und Kultureinrichtungen
Auf Städtereisen sind die öffentlichen Verkehrsmittel meist die beste Wahl, um sich fortzubewegen. Sie ermöglichen es, auch längere Strecken bequem und ohne Stau zurückzulegen, und das deutlich günstiger als ein Taxi. Und: Manchmal sind sie sogar komplett kostenlos.
Wie Gastro-Experte Adi Schwarz erklärt, bieten einige Hotels ihren Gästen Tickets für Bus und Bahn direkt am Empfang an. Dieses Angebot findet man vor allem in Städten mit hohem Touristenaufkommen. Ein Beispiel ist die Basel Card: Jeder Gast, der in einem Hotel in der Stadt Basel übernachtet, erhält diese automatisch. Sie dient für einen begrenzten Zeitraum als Fahrkarte für den öffentlichen Nahverkehr und bietet zusätzlich Ermäßigungen oder sogar freien Eintritt in manche Museen. Ein ähnliches Modell gibt es auch in Frankfurt am Main. Dort ist die Frankfurt Card allerdings nicht grundsätzlich kostenlos. „Wenn man höflich nachfragt, erhält man sie aber mitunter gratis“, so Schwarz.
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Auch jenseits von Basel und Frankfurt gibt es solche Vorteile. Häufig kooperieren Hotels mit Städten, Museen oder Tourismusorganisationen, sodass Gäste neben Tickets für den Nahverkehr auch vergünstigten oder kostenlosen Zugang zu kulturellen Einrichtungen erhalten. Es lohnt sich also immer, an der Rezeption nachzufragen. Oft warte dort kleinere und größere Extras, die den Aufenthalt noch angenehmer machen.