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Reservierungen bereits möglich

Erstes Hotel auf dem Mond soll 2032 eröffnen

Mondhotel von Gru Space
So könnte das zukünftige Mondhotel des Unternehmens GRU Space aussehen Foto: picture alliance / Cover Images / GRU Space
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Anna Wengel
Freie Autorin

30. Januar 2026, 16:08 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Das kalifornische Start-up GRU Space will das erste Hotel auf dem Mond eröffnen. Bereits 2032 sollen hier die ersten Gäste empfangen werden. Wer zu den ersten Gästen des Mondhotels gehören möchte, kann schon jetzt seinen Platz mit einer Anzahlung von 1 Million US-Dollar reservieren. TRAVELBOOK hat sich die Pläne für das erste Mondhotel angeschaut.

Scam oder ein ernsthaftes Anliegen? Der Blick auf die Website des US-amerikanischen Start-ups Galactic Resource Utilization Space, kurz GRU Space, lässt beides vermuten. Auf der Positivseite steht ein wahrlich ambitionierter Plan eines 22-jährigen Berkely-Absolventen für das erste Mondhotel überhaupt. Das könnte bereits 2032 für erste Besucher öffnen. Erst einmal in einer vorläufigen Fassung, später dann als dauerhaft auf der Mondoberfläche installiertes Luxushotel.

Zweifel an der Seriosität des Unterfangens werden hingegen laut, wenn man sich die unklare Finanzlage anschaut, ebenso wie die Voraussetzungen für die Platzreservierung im Mondhotel. Darunter etwa der Umstand, dass Interessierte bereits jetzt zahlen, die erste Mission zum Bau des Hotels jedoch erst in drei Jahren starten soll.

Das Mondhotel

Aktuell gibt es das Mondhotel als Vision, als Plan auf dem Papier. Auf dem Mond selbst steht noch nichts. Und das wird auch noch eine Weile dauern, denn das im US-Bundesstaat Kalifornien angesiedelte Unternehmen GRU Space von Gründer Skyler Chan will erst 2029 zu einer ersten Mondmission aufbrechen. Zwei Jahre später soll das zuvor auf der Erde gebaute Hotel mittels Schwerladungsfahrzeug auf den Mond transportiert werden. Das Gebäude ist laut GRU aufblasbar, entfaltet sich zu seiner vollen Größe also erst auf dem Mond. Auch die Ausbildung der Astronauten soll 2031 beginnen.

Sobald das Hotel fertig ist, sollen hier bis zu vier Gäste für mehrere Tage unterkommen können. Diese erste Mondhotel-Fassung wird laut GRU maximal zehn Jahre stehen bleiben. Künftig soll sie von einem ebenfalls aufblasbaren Bau abgelöst werden, der jedoch „von Strukturen aus Mondmaterial umgeben“ sein soll, wie es auf der Website heißt. Dadurch werde die Kapazität in Zukunft von vier auf zehn Gäste erhöht und die Betriebsdauer verlängert, verspricht sich GRU Space auf seiner Website. Gelingt das Unterfangen auf dem Mond, will das Unternehmen seine interplanetaren Hotelpläne auf den Mars ausweiten.

Soweit der Plan des Teams rund um Berkeley-Absolvent und Ex-Tesla-Fahrzeugsoftware-Entwickler Chan. Unterstützt wird Chan bei seiner Vision von Dr. Kevin Cannon, laut GRU seinerseits ehemaliger Professor an der Colorado School of Mines und Absolvent der Planetenwissenschaften der Brown University, sowie Dr. Robert Lillis, stellvertretender Direktor für Planetenwissenschaften am Space Sciences Laboratory der UC Berkeley und PI von ESCAPADE (NASA-Marsmission).

Bevor die Mondmissionen und Arbeiten am ersten Hotel auf dem Mond beginnen, geht es jedoch erst einmal ums Geld. So sieht der Zeitplan von GRU Space für dieses Jahr zunächst die Prüfung der eingegangen Beiträge und Gebühren zur Auswahl der zukünftigen Gäste vor. 2027 sollen die ausgewählten Bewerber ihre Einladungen sowie Informationen zu den weiteren Voraussetzungen für den Aufenthalt auf dem Mond erhalten.

Blick aus dem Mondhotel von Gru Space
Gäste des Mondhotels werden besonders faszinierende Ausblicke versprochen Foto: picture alliance / Cover Images / GRU Space

Auch interessant: Irre! Erstes Mond-Resort könnte schon 2027 eröffnen  

1 Million Anzahlung für interessierte Mondhotel-Gäste

Bis 2032 ist es nicht mehr allzu lange. Reicht die Zeit, um die ersten Gäste in das Mondhotel einziehen zu lassen? Bisher gibt es weder eine Baugenehmigung, noch scheint die Finanzierung geklärt zu sein. Reservierungen nimmt GRU Space jedoch bereits an.

So kann man sich bewerben:

In einem ersten Schritt können Interessierte 1000 US-Dollar oder 871,56 Euro Antragsgebühr zahlen. Diese wird nicht erstattet, ist jedoch die Voraussetzung, um überhaupt als Gast infrage zu kommen, noch vor der eigentlichen Reservierung. Im Anschluss werde GRU Space sich bei den Interessenten melden, um „bestimmte Dokumente“ anzufordern und die Anmeldung abzuschließen, heißt es auf der Website. „Bei einer positiven Entscheidung bitten wir Sie, eine vollständig erstattungsfähige Anzahlung zu leisten, um Ihren Platz in der Geschichte zu reservieren!“, wirbt GRU weiter. Die Anzahlung liege je nach gewählter Option bei 250.000 US-Dollar oder 1 Million US-Dollar. Diese werde auf den Endpreis angerechnet, „sobald das Hotel bereit ist, Gäste aufzunehmen.“

Der Preis für einen Aufenthalt im Mondhotel steht laut GRU noch nicht final fest, wird aller Wahrscheinlichkeit nach jedoch 10 Millionen US-Dollar übersteigen. Rückerstattungen der Anzahlung sind nach Ablauf von 30 Tagen möglich, die Antragsgebühr in Höhe von 1000 Dollar verbleibt jedoch bei dem Unternehmen, unabhängig davon, ob man schließlich Gast im Mondhotel wird oder nicht. Vertrauenserweckend klingt das erst einmal nicht. Dass hier etwas faul ist, ist jedoch auch nicht gesagt. Es bleibt also abzuwarten, wie sich die Mondmissionen von GRU Space entwickeln.

Anmerkung der Redaktion: TRAVELBOOK hat sich mit verschiedenen Fragen an GRU Space gewandt, bis zum Redaktionsschluss jedoch keine Antwort erhalten. Sobald diese vorliegt, werden wir diesen Artikel anpassen.

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