7. August 2025, 11:54 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Die British Broadcasting Corporation, kurz BBC, veröffentlicht auf ihrer Website in der Kategorie Food Rezepte aus aller Welt, darunter auch für zahlreiche Pasta-Gerichte aus Italien. Nun aber löste ein kürzlich veröffentlichtes Rezept für ein traditionelles römisches Nudelgericht eine Welle der Empörung unter Italiens Gastronomen aus. TRAVELBOOK verrät, worum es geht.
Wenn es um ihre Originalrezepte geht, sind die Italiener bekanntermaßen kompromisslos. So sorgte unlängst eine australische Restaurantkette mit ihrer eigenwilligen Pizza-Kreation aus Schinken und Orangen für einen regelrechten Shitstorm in den sozialen Netzwerken (TRAVELBOOK berichtete). Und dass italienische Gastronomen ihren Gästen für die Bestellung einer Pizza Hawaii mitunter gar ein Schmerzensgeld aufbrummen, ist auch keine Seltenheit.
Im aktuellen Fall ist es ein Rezept für das traditionelle römische Pasta-Gericht Cacio e Pepe, veröffentlicht von der BBC, das den Zorn der Italiener auf sich zieht. Wie die italienische Tageszeitung „Il Messaggero“ schreibt, begehen die Briten nämlich aus Sicht römischer Köche eine regelrechte „Todsünde“, indem sie Butter und Parmesan als Grundzutaten angeben.
„Wir sind fassungslos“
„Wir sind fassungslos, wenn wir auf der BBC-Website dieses Rezept lesen“, zitiert die Zeitung Claudio Pica, den Präsidenten des römischen Gastronomieverbandes Fiepet Confesercenti. „Es tut uns leid, das traditionsreiche britische Medium zu korrigieren, aber das originale und ursprüngliche Rezept von Cacio e Pepe sieht keinen Parmesan und keine Butter vor. Die Zutaten sind nicht vier, sondern drei: Pasta, Pfeffer und Pecorino.“
Was ihn besonders störe, sei die Tatsache, dass die BBC das Rezept als das Originalrezept präsentiere – und nicht als eine mögliche Variante. „Wir haben die BBC-Website gebeten, das Rezept zu korrigieren, und die britische Botschaft in Rom davon in Kenntnis gesetzt.“
Weiteres Rezept für Cacio e Pepe sorgt für neuen Wirbel
Mittlerweile hat die BBC das Rezept tatsächlich leicht abgeändert und nennt Pecorino statt Parmesan in der Zutatenliste. Die Butter indes wird weiterhin als Grundzutat aufgeführt. Und inzwischen sorgt ein weiteres Rezept für Cacio e Pepe, das ebenfalls auf der BBC-Website veröffentlicht wurde, für neuen Zündstoff. Denn dort wird gar die Zugabe von Sahne empfohlen, um die Soße „cremiger“ zu machen.
„Die BBC empfiehlt Cacio e Pepe sogar mit Sahne – ein Affront gegenüber allen römischen Gastronomen!“, echauffiert sich Claudio Pica in einem weiteren Bericht von „Il Messaggero“. Und dann richtet er seine Worte an König Charles II.: „Kommen Sie nach Rom – ich lade Sie ein und serviere Ihnen eine Cacio e Pepe nach allen Regeln der Kunst und der Tradition.“
Ob der König von England dieser Einladung folgen wird, ist fraglich. In jedem Fall darf man aber gespannt sein, ob der Pasta-Zoff zwischen London und Rom noch in eine weitere Runde gehen wird.

