21. Oktober 2025, 9:46 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
Espresso – für die einen ein Stück Lebensgefühl, für die anderen ein schneller Weg zum Wachwerden. Kein anderes Getränk symbolisiert europäische Kaffeekultur so sehr wie das kleine Tässchen. Doch was kostet der Espresso 2025 in den Hauptstädten der Europäischen Union? TRAVELBOOK hat nachgerechnet und den diesjährigen „Espresso-Index“ erstellt.
Ob morgens auf dem Weg zur Arbeit, nachmittags im Lieblingscafé oder im Urlaub: Für viele gehört ein Espresso einfach dazu. Die kleine Tasse des beliebten Heißgetränks ist längst mehr als nur ein Wachmacher. Ursprünglich stammt der kräftige Shot aus dem Norden Italiens, genauer gesagt aus Mailand, und ist heute nicht mehr aus Privathaushalten und der Gastronomie wegzudenken. Wo man im nächsten Urlaub den Espresso noch günstig bekommt und wo er zum kleinen Luxus wird.
TRAVELBOOK hat sich pro Stadt mindestens sechs Speisekarten angesehen und somit für 27 europäische Hauptstädte jeweils einen durchschnittlichen Espresso-Preis ermittelt. Das Ranking erfolgt dabei vom teuersten bis hin zum günstigsten Preis.
Übersicht
In diesen Hauptstädten ist der Espresso am teuersten
In vielen nordeuropäischen Hauptstädten hat der Espresso 2025 seinen Preis: In Kopenhagen, Helsinki und Stockholm zahlen Kaffeefans zwischen 3,34 und 4,57 Euro für den kleinen Koffeinkick – damit gehören sie zu den teuersten Espresso-Städten der EU.
| Platz 1 bis 8: Espresso-Preis pro Tasse | |
|---|---|
| Kopenhagen, Dänemark | 4,57 € |
| Helsinki, Finnland | 3,52 € |
| Stockholm, Schweden | 3,34 € |
| Dublin, Irland | 3,32 € |
| Luxemburg (Stadt), Luxemburg | 3,18 € |
| Amsterdam, Niederlande | 2,99 € |
| Prag, Tschechien | 2,85 € |
| Brüssel, Belgien | 2,83 € |
An der Spitze des diesjährigen Espresso-Index stehen – wie schon 2022 – vor allem nordische und westeuropäische Hauptstädte. Kopenhagen bleibt mit 4,57 Euro pro Tasse der teuerste Ort Europas (2022: 4,00 €). Auch in Stockholm und Helsinki sind die Preise weiter gestiegen: Dort zahlen Kaffeefans inzwischen 3,34 bzw. 3,52 Euro.
Zur Erinnerung: TRAVELBOOK hatte bereits 2022 einen Espresso-Index erstellt. Drei Jahre später zeigt sich, dass sich die Rangliste kaum verändert hat – die Preise dafür umso mehr. In Dublin etwa stieg der Durchschnittspreis von 2,20 auf 3,32 Euro, in Luxemburg und Amsterdam liegen die Werte inzwischen bei über 3 Euro.
Eine große Rolle für den Preisanstieg spielt dabei unter anderem die Tatsache, dass die Preise für Kaffee in diesem Jahr generell stärker angestiegen sind. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts sind die Verbraucherpreise für Bohnenkaffee im April 2025 allein in Deutschland um rund 12 Prozent höher gewesen als im gleichen Monat des Vorjahres.
Zurückzuführen ist das unter anderem auf die gestiegenen Preise für Rohkaffee. So lagen die Importpreise im April rund 53 Prozent über dem Vorjahresniveau. Und auch in weiteren Teilen Europas ist ein deutlicher Aufwärtstrend erkennbar. Nach Angaben von Statista ist die Inflationsrate für Kaffee in der Europäischen Union seit Mitte 2024 wieder auf rund 15 Prozent gestiegen. Als Gründe hierfür werden unter anderem steigende Weltmarktpreise für Kaffeebohnen, höhere Importkosten sowie zunehmende Energie- und Arbeitskosten in vielen europäischen Ländern genannt.
Diese Städte liegen im Mittelfeld
Einen Platz im mittleren Preissegment haben sich Hauptstädte wie Paris, Berlin, Madrid, Brüssel oder Prag gesichert. Hier kostet der Espresso zwischen 2,30 und 2,75 Euro, ist also weder besonders günstig noch übertrieben teuer. Auch in den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sowie in der Slowakei bewegt sich der Preis in diesem Bereich.
Damit zeigt sich: In großen Teilen Mitteleuropas bleibt der Espresso 2025 moderat bepreist – er ist zwar teurer geworden, aber immer noch ein Alltagsgetränk und kein Luxusgut.
Übrigens: Wer in Italien, dem Herkunftsland des Espressos, einen bestellt, ordert eigentlich einen „caffè“. Dafür presst die Maschine heißes Wasser mit hohem Druck durch fein gemahlenes Kaffeepulver aus dunkel gerösteten Bohnen, und so entsteht der kräftige Espresso, den man auf der ganzen Welt kennt.
| Platz 9 bis 16: Espresso-Preis pro Tasse | |
|---|---|
| Paris, Frankreich | 2,75 € |
| Tallinn, Estland | 2,73 € |
| Wien, Österreich | 2,72 € |
| Athen, Griechenland | 2,55 € |
| Berlin, Deutschland | 2,52 € |
| Riga, Lettland | 2,50 € |
| Madrid, Spanien | 2,40 € |
| Bratislava, Slowakei | 2,38 € |
Im Süden und Osten Europas bleibt der Espresso erschwinglich
Am günstigsten ist der Espresso weiterhin im Süden und Osten der EU. In Städten wie Vilnius, Bukarest, Warschau oder Ljubljana kostet die kleine Tasse im Schnitt rund zwei Euro. Noch günstiger wird es in Zagreb (1,95 €), Sofia (1,88 €), Rom (1,87 €) und Budapest (1,84 €) – hier bleibt der Espresso auch 2025 ein bezahlbarer Klassiker.
Ganz unten auf der Preisskala steht Lissabon: Mit nur 1,43 Euro pro Tasse ist die portugiesische Hauptstadt die günstigste im gesamten Vergleich. Dort bekommt man den Espresso, oder wie er vor Ort genannt wird, die „Bica“ („Bebe isto com açúcar“) (auf Deutsch: „Trink das mit Zucker“) fast zum halben Preis einer Tasse in Skandinavien.
| Platz 17 bis 27: Espresso-Preis pro Tasse | |
|---|---|
| Vilnius, Litauen | 2,30 € |
| Bukarest, Rumänien | 2,29 € |
| Warschau, Polen | 2,23 € |
| Ljubljana, Slowenien | 2,03 € |
| Nikosia, Zypern | 2,02 € |
| Zagreb, Kroatien | 1,95 € |
| Sofia, Bulgarien | 1,88 € |
| Rom, Italien | 1,87 € |
| Budapest, Ungarn | 1,84 € |
| Valleta, Malta | 1,69 € |
| Lissabon, Portugal | 1,43 € |
Ob in Portugal, Italien oder Schweden – die Preise für das kleine Tässchen gehen weit auseinander. Doch eines bleibt überall gleich: Wo der Espresso am besten schmeckt, ist und bleibt Geschmacksache.
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Zur Methodik des „Espresso-Index“
Für den aktuellen Espresso-Index hat TRAVELBOOK die Preise in allen 27 EU-Hauptstädten untersucht. Dafür wurden mindestens sechs Online-Menükarten pro Land ausgewertet – darunter Cafés und Restaurants. Insgesamt flossen so über 160 Menükarten in die Auswertung ein. Die Preise galten jeweils für einen „einfachen“ Espresso (kein Caffè Doppio).
Die ermittelten Preise wurden anschließend addiert und daraus der jeweilige Durchschnittspreis berechnet. In Ländern, die nicht den Euro als Währung verwenden, wurden die Preise zuvor mithilfe eines Währungsrechners in Euro umgerechnet, um eine faire Vergleichsgrundlage zu schaffen.
Auch die Lage spielte eine Rolle: Berücksichtigt wurden ausschließlich Lokale im Zentrum der jeweiligen Hauptstadt oder in belebten, beliebten Vierteln. Die Auswahl erfolgte redaktionell, weshalb der Espresso-Index nicht repräsentativ oder offiziell, sondern als Momentaufnahme zu verstehen ist.
Zur Auswahl der Länder
Für die diesjährige Auswertung hat sich TRAVELBOOK bewusst auf die 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union konzentriert. Der Fokus liegt damit auf Ländern, die wirtschaftlich und währungstechnisch vergleichbar sind – viele von ihnen nutzen den Euro als gemeinsame Währung, was den Preisvergleich deutlich vereinfacht. Anders als 2022 wurden Nicht-EU-Staaten wie das Vereinigte Königreich, Norwegen oder die Schweiz diesmal nicht berücksichtigt.

