Von Skyr bis Kjötsupa

Diese Spezialitäten isst man auf Island

Bergfarm in Südisland
Typische Bergfarm in Südisland: Überall im Land kann man Farmen erkunden - Kosten ist selbstverständlich erwünscht.
Foto: Ragnar Th. Sigurdsson

Auf einer abgelegenen Insel kommt man schon mal auf komische Ideen. Zum Beispiel, Tomaten anzubauen - obwohl um einen herum lauter Gletscher sind. Und dann Bier daraus zu machen! Nur eins der Rätsel, denen Urlauber auf Island auf den Grund gehen können.

Tomaten auf Island? Und ob! Wie das geht? Ganz einfach: Sie wachsen hier in Gewächshäusern, die zum Teil mit geothermaler Energie laufen. Unter der Erde rumort es in Island schließlich gewaltig. Und das nutzen die Bewohner clever aus.

Die Farm Fridheimar in Reykholt im Süden Islands baut Tomaten in so einem Gewächshaus an und richtet die Speisekarte komplett danach aus. Dazu gibt es für alle, die sich trauen, Tomatenbier. Ja, wirklich. Und das ist nicht die einzige Überraschung, die Urlauber auf einer kulinarischen Entdeckungsreise hier erwartet.

Die Isländer bauen inzwischen zum Beispiel Wasabi an. Die daraus hergestellte scharfe Paste gibt es in den besseren Restaurants der Insel. „Ein perfektes Beispiel dafür, wie wir Einflüsse aus anderen Ländern für die isländische Küche nutzen“, sagt Eliza Reid, die First Lady von Island.

Bergfarm in Südisland

Typische Bergfarm in Südisland: Überall im Land kann man Farmen erkunden – Kosten ist selbstverständlich erwünscht.
Foto: Ragnar Th. Sigurdsson

Fermentierter Hai ist nicht jedermanns Geschmack

„Am Anfang ist es mild und man denkt: So schlimm, wie jeder sagt, ist es ja gar nicht. Dann schluckt man – es hat dieses Ammoniak-Aroma, das einem in den Kopf steigt und verweilt. In einem Restaurant würde ich es nicht bestellen.“

Am besten spült man Hákarl mit einem Schnaps herunter. Und wer nach der Kostprobe nicht genug hat, besucht das Hai-Museum in Bjarnarhofn und lässt sich erklären, wie Hákarl hergestellt wird.

Ein guter Startpunkt für eine Genussreise ist auch die Hauptstadt Reykjavík. Klassisch geht es im Restaurant Dill zu, das als erstes Haus in Island mit einem Michelin-Stern geschmückt wurde – 2019 bekam es die begehrte Auszeichnung allerdings nicht wieder. Hier kommen Zutaten der nordischen Küche besonders geschmackvoll auf den Tisch.

Die besten Reisetipps für Reykjavik

In die traditionellen Gerichte eintauchen lässt sich außerdem in den Restaurants Grillid und Matur og Drykkur. Sie werden ebenfalls im Michelin-Guide erwähnt. Alle liegen im oder rund um das Zentrum der Hauptstadt und sind zu Fuß zu erreichen.

Reykjavik

In Reykjavik ballt sich Islands kreative Foodszene.
Foto: Ragnar Th. Sigurdsson

Ursprünglich geht es auf der Insel Vestmannaeyjar weiter südlich zu. Hier steht das Lokal Slippurinn, in dem die Gerichte mit vor Ort angebauten Kräutern aufgepeppt werden.

Skyr und Kjötsupa

Urlauber können außerdem Farmen erkunden, wo aus der Milch Eis oder Skyr hergestellt werden. Probieren natürlich erwünscht. Eine von ihnen ist Efstidalur, östlich von Reykjavík. Skyr ist vielen Leuten ein Begriff – schließlich steht das joghurtähnliche Gericht in den meisten Supermärkten hierzulande im Regal.

Skyr mit Rhabarber

Skyr ist vielen Leuten ein Begriff – im Restaurant Matur og Drykkur wird er mit unterschiedlichen Rhabarber-Komponenten serviert. 
Foto: Matur og Drykkur

Typisch isländisch, aber ohne Meereseinfluss, ist die Kjötsupa: Lammsuppe mit Kartoffeln und Gemüse. Überhaupt, Lamm: Darauf sind sie in Island besonders stolz. Es ist historisch gesehen gewissermaßen der Gegenspieler der Fische auf den Tellern der Isländer.