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Warum Spaghetti keine Hauptmahlzeit sind

Junge Frau isst Spaghetti als Hauptmahlzeit
Wer Spaghetti liebt, kann davon von wohl gar nicht genug bekommen. Doch im Sinne des Erfinders ist das nicht! Foto: Getty Images
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Laura Pomer
Freie Autorin

8. Oktober 2025, 10:32 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Ein großer Teller Nudeln kann glücklich und satt machen. Doch klassische italienische Pasta erfüllt eigentlich einen anderen Zweck – nicht den einer Hauptmahlzeit. TRAVELBOOK erklärt, wie man Spaghetti und andere Pastasorten richtig isst.

Die italienische Küchenkultur ist berühmt, sowohl für kulinarische Hochgenüsse als auch für eine gewisse „Regeltreue“. So gilt es allgemein als verpönt, nach 11 Uhr am Vormittag Cappuccino zu trinken – klassisch wird ab dieser Uhrzeit nur noch Caffè (Espresso) bestellt –, in eine echte Carbonara gehört keine Sahne und so weiter. Neben solchen vergleichsweise groben Patzern gibt es über italienische Landesgrenzen hinaus noch weitere verbreitete Gewohnheiten, deren „Falschheit“ sich wohl nur wenige bewusst sind. Oder essen Sie Spaghetti etwa nicht bevorzugt als Hauptmahlzeit? Eben.

Warum Spaghetti keine Hauptmahlzeit sind

Sie müssen nicht einmal nach Italien reisen, um dem Irrtum auf die Spur zu kommen. Es genügt ein Besuch in einem Restaurant mit echter italienischer Küche. Spaghetti, Tagliatelle und Co. gibt es dort als „Primo Piatto“, sprich als ersten Hauptgang. „Es handelt sich dabei nicht um die Vorspeise“, stellt Luigi Lavorato, Inhaber des Restaurants Neuer Haferkasten in Neu-Isenburg, im Gespräch mit TRAVELBOOK noch einmal klar. Eine Vorspeise, also ein Antipasto, wäre demnach beispielsweise ein Carpaccio.

Pasta stellt somit den zweiten Teil einer italienischen Menüfolge dar. Alternativ könnte auch beispielsweise Risotto serviert werden – wesentlich ist, dass es sich um eine kohlenhydratreiche Kost handelt. Der dritte Gang, sprich der Hauptgang, besteht typischerweise aus Fleisch oder Fisch mit Gemüse.

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Die richtige Menge Pasta im Rahmen einer Menüfolge

Für den deutschen Magen, der Spaghetti gemeinhin als Hauptmahlzeit kennt, wirkt die beschriebene Menüfolge zunächst recht üppig. Doch natürlich müssen die Mengen einer Pastaportion im Rahmen eines klassischen italienischen Menüs entsprechend angepasst werden. Wenn Sie zu Hause zusätzlich ein Antipasto und einen Secondo Piatto servieren möchten, genügen etwa 90 Gramm trockene Pasta pro Person. Bei Spaghetti können Sie sogar auf die Küchenwaage verzichten. Die klassischen Pastalöffel, die Sie womöglich bislang nur zum Servieren verwendet haben, eignen sich auch zur Mengenabschätzung. Die Menge roher Spaghetti, die durch das Loch in der Mitte passen, ist ausreichend für eine Portion.

Spaghettillöffel zum Portionieren von Spaghetti
Wenn Sie die Spaghetti nicht als Hauptmahlzeit essen möchten, sondern als einen von mehreren Gängen, genügt die Menge, die durch das Loch im Löffel passt Foto: Getty Images/Maartje van Caspel

Sicher können Sie auch eine große Portion Nudeln bekommen

Wenn also behauptet wird, die Pastaportionen in italienischen Restaurants seien zu klein, dann wurden sie mitunter wohl missverstanden. Sie sind nicht als sättigender Gang gedacht, sondern als eine Art Vorspiel für den nächsten – und zum Schluss sollte im besten Fall auch noch ein Nachtisch (Dolce) Platz haben.

Wer nun Spaghetti oder andere Pasta gern als Hauptmahlzeit isst, der macht nichts falsch, sondern folgt einer natürlichen Entwicklung. Schließlich sind in vielen Ländern, in die italienische Pasta einst exportiert wurden, aus einem einzelnen größeren Gang bestehende Mahlzeiten üblicher. Und auch in italienischen Restaurants können Sie größere Pastagelüste stillen.

Beispielsweise im Restaurant Marco’s Frankfurt stellen Pastagerichte einen großen Teil der Speisekarte dar, die darin klassisch als Primi Piatti aufgeführt sind. Sie können aber sehr wohl auch als Hauptgericht bestellt werden, so Inhaber Marco Trolio. „Die Esskultur hat sich ein bisschen verändert“, schildert er TRAVELBOOK. Nur noch die wenigsten bestellen im Restaurant eine klassische Menüfolge – das sei sicherlich auch eine Frage des Geldes. Die meisten entscheiden sich nach Trolios Erfahrung für einen Antipasto und eine Pasta oder für ein Hauptgericht mit anschließendem Dessert. „Die Abende mit mehrgängigen Mahlzeiten hebt man sich dann eher für das Wochenende oder besondere Anlässe auf“, erklärt der Gastronom.

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