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Tödliche Spezialität

Wegen dieses Thai-Gerichts sterben jährlich Tausende Menschen

Koi pla
In der thailändischen Provinz Khon Kaen ist das Gericht Koi Pla jährlich für etwa 20.000 Tode verantwortlich Foto: Wikimedia Commons/ Chainwit./ CC BY-2.5
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Lena Braun
Redaktion TRAVELBOOK

24. August 2026, 12:50 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Thailand gilt als Paradies für Foodies. An jeder Straßenecke wird gebraten, gegrillt und gewürzt, viele Reisende probieren dort Dinge, die sie zu Hause nie bestellen würden. Wer besonders tief in die regionale Küche eintaucht, stößt früher oder später auf Spezialitäten, die außerhalb des Landes kaum bekannt sind. Eine davon ist Koi Pla. Das traditionelle Gericht aus Nordost-Thailand gilt unter Einheimischen als Delikatesse, beschäftigt Mediziner jedoch seit Jahren.

Besonders verbreitet ist Koi Pla in der Region Isan im Nordosten Thailands. Für die Zubereitung werden kleine Süßwasserfische aus Flüssen und Seen fein gehackt und anschließend mit Kräutern, Gewürzen und Limettensaft vermischt. Das Gericht gilt als günstig, schnell zubereitet und gehört für viele Menschen genauso zum Alltag wie anderswo ein belegtes Brot oder eine Schale Suppe.

Die unsichtbare Gefahr im rohen Fisch

Genau das macht die Sache so tückisch. Denn die Gefahr steckt nicht in einer exotischen Zutat oder einer besonders gewagten Zubereitungsart. Vielmehr können manche der verwendeten Fische mit winzigen Parasiten befallen sein, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind.

Die größte Sorge gilt dem Leberegel, einem schmarotzenden Saugwurm, der in Flüssen der Mekong-Region vorkommt. Gelangt er über rohen Fisch in den menschlichen Körper, kann er sich in den Gallengängen festsetzen. Lange Zeit bemerken Betroffene davon oft nichts, erst Jahre oder sogar Jahrzehnte später können die Folgen sichtbar werden – in Form von Gallengangkrebs, einem seltenen, aber bösartigen Tumor der Gallenwege.

Gallengangkrebs als Volkskrankheit: Warum Forscher Alarm schlagen

Wie groß das Problem in Teilen Thailands ist, zeigen wissenschaftliche Untersuchungen aus dem Jahr 2017. Im Nordosten des Landes leben rund 22 Millionen Menschen, von denen Millionen als Risikopatienten gelten. Bei groß angelegten Screening-Programmen fanden Forscher in einigen Regionen ungewöhnlich hohe Infektionsraten mit dem Parasiten. Teilweise war mehr als die Hälfte der untersuchten Menschen betroffen, in manchen Gemeinden sogar deutlich mehr. Verschiedene Forschungsinstitute und Gesundheitsprojekte gehen davon aus, dass jährlich bis zu 20.000 Menschen neu erkranken, viele sterben an den Folgen.

Um die Bevölkerung zu schützen, setzen Ärzte und Forscher des Cholangiocarcinoma Research Institute seit Jahren auf Aufklärung und kostenlose Untersuchungen. Die wichtigste Empfehlung klingt dabei einfach: Süßwasserfisch vor dem Verzehr ausreichend erhitzen. Dadurch werden die Parasiten abgetötet. Doch gerade bei traditionellen Gerichten wie Koi Pla fällt es vielen Menschen schwer, auf eine über Generationen gepflegte Essgewohnheit zu verzichten.

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