3. September 2025, 11:03 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Eine Wanderung über blühende Bergwiesen und ruhige Landschaften – das klingt nach Entspannung pur. Doch auf vielen Routen teilen sich Mensch und Tier denselben Raum, und besonders in den Sommermonaten führen zahlreiche Wanderwege direkt über bewirtschaftete Almen. Dann ist es wichtig zu wissen, wie man sich richtig verhält, wenn man beim Wandern auf Kühe trifft.
Tierische Begegnungen auf Wanderungen sind kaum vermeidbar und meist harmlos, können aber im schlimmsten Fall auch gefährlich werden – vor allem in Kombination mit Hunden oder Kälbern. Unter anderem der Kurier berichtete über einen Vorfall, bei dem ein 85-jähriger Wanderer mit Hund von einer Kuhherde tödlich überrannt wurde. Damit es gar nicht erst zu kritischen Situationen kommt, geben die Sektionen München und Oberland des Deutschen Alpenvereins (DAV) fünf klare Verhaltenstipps für den sicheren Umgang mit Weidevieh.
Übersicht
1. Abstand halten und Hunde konsequent anleinen
Der wichtigste Grundsatz beim Queren von Weideflächen: ausreichend Abstand zu den Tieren wahren und möglichst auf den markierten Wegen bleiben. Hunde sollten vor Betreten der Weide an die Leine genommen werden. Gerät die Herde dennoch in Aufregung, gilt laut DAV eine klare Ausnahme: „Werden die Kühe aggressiv, sollten Hundebesitzer ihren Vierbeiner laufenlassen.“
2. Körpersprache bewusst einsetzen
Ein direkter Blickkontakt mit den Kühen sollte beim Wandern vermieden werden. Laut Alpenverein ist es entscheidend, Ruhe auszustrahlen und die Kühe nicht zu erschrecken. Zudem gilt es, Warnsignale der Tiere frühzeitig zu erkennen. Nach Einschätzung des DAV lässt sich bereits aus der Ferne erkennen, ob Kühe ein auffällig aggressives Verhalten zeigen.
3. Kälber niemals anfassen oder füttern
Gerade Jungtiere wirken auf viele Menschen besonders niedlich – doch hier ist besondere Zurückhaltung gefragt. Der DAV mahnt: „Auch, wenn sie schön und flauschig aussehen mögen: Kühe sind keine Kuscheltiere.“ Streicheln oder Füttern sollte unbedingt unterlassen werden – insbesondere bei Kälbern. Mutterkühe können sich schnell bedroht fühlen und dann zur Verteidigung ihres Nachwuchses angreifen.
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Trotz aller Vorsicht kann es zu einem Angriff kommen. In einem solchen Fall ist besonnenes Verhalten entscheidend. „Wenn sich eine Kuh nähert und tatsächlich angreift, bleiben Sie möglichst ruhig. Kehren Sie dem Tier nicht den Rücken zu und verlassen Sie die Weide zügig und geordnet“, rät der DAV. Nur im äußersten Notfall sollte man sich wehren – etwa mit einem Wanderstock auf die empfindliche Nase des Tieres.
4. Im Ernstfall ruhig bleiben
5. Das Verhalten der Tiere frühzeitig beobachten
Oft lassen sich mögliche Gefahrensituationen bereits im Vorfeld vermeiden. Wer achtsam unterwegs ist, kann aggressives Verhalten früh erkennen. Typische Drohgebärden wie gesenkter Kopf, Scharren mit den Klauen, Brüllen oder hörbares Schnauben gelten als ernstzunehmende Warnsignale, bei denen besondere Vorsicht geboten ist. In solchen Fällen empfiehlt es sich, die Tiere in großzügigem Abstand – etwa 20 bis 50 Meter – zu umgehen. Andere Wandernde sollten ebenfalls rechtzeitig gewarnt werden.
Mit Material von dpa