19. August 2025, 6:47 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Fantasie trifft auf Nachhaltigkeit: In Beiersdorf bei Grimma (Sachsen) öffnet am 3. September ein Freizeitpark der besonderen Art seine Tore. „ArkaZien“, Deutschlands erster Öko-Freizeitpark, setzt auf entschleunigtes Erleben, naturnahe Gestaltung und regionale Küche – ganz ohne Achterbahnlärm und Fast Food. Was Besucher dort erwartet, hat über ein Jahrzehnt an Vision und Handarbeit erfordert.
Als Günther Ziegler (76), Gründer des Spielplatzbau-Unternehmens „Ziegler Spielplätze von A–Z“, aus seinem Bürofenster blickt, schaut er auf das, was lange nur in seinem Kopf existierte: eine verwunschene Traumwelt aus Holz. „Der Park soll Kinder wie Erwachsene zu fantasievollem Spiel, zu Bewegung und zum Träumen anregen“, sagt Ziegler im Interview mit BILD. Entstanden sei der Park in den letzten Jahren „ganz nebenher“.
Auf dem Gelände einer früheren Tongrube ist auf drei Hektar Fläche eine märchenhafte Erlebniswelt entstanden, die mit 20 naturnah gestalteten Themenwelten zum Entdecken einlädt. Holz – vor allem Robinie, auch „falsche Akazie“ genannt – ist das prägende Baumaterial. Es verbindet sich im Namen „ArkaZien“ mit der Idylle Arkadiens; das große Z stammt vom Familiennamen Ziegler.
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Nachhaltigkeit konsequent umgesetzt
Der Bau des Parks dauerte 13 Jahre und erfolgte fast ausschließlich mit Naturmaterialien. Die rund 100 Mitarbeitenden des Unternehmens arbeiteten neben ihrem regulären Tagesgeschäft an dem Großprojekt. Besonderer Fokus lag dabei auf Umweltschutz: Recycelte Altbauteile, begrünte Dächer, insektenfreundliche Bepflanzung und stromsparende LED-Beleuchtung sind zentrale Elemente des Konzepts.
Wer auf klassische Fahrgeschäfte oder laute Unterhaltung hofft, wird hier nicht fündig – bewusst. Stattdessen können Besucher in unterschiedlichen Bereichen spielen, entdecken und klettern: vom Dschungel über ein Eidechsenschloss bis hin zum Weidenlabyrinth, einer Goldwaschanlage oder dem Fischerdorf. Auch ein Marktplatz mit kleinen Läden gehört dazu.
„ArkaZien“ verzichtet nicht nur auf Achterbahnen, sondern auch auf typisches Freizeitpark-Essen. Cola und Pommes sucht man vergeblich – die Gastronomie bietet stattdessen regionale, vorwiegend vegetarische Speisen auf Mehrweg-Geschirr an. Ziel: ein möglichst kleiner ökologischer Fußabdruck.
Eintritt begrenzt – Start mit Testbetrieb
Zum Start am 3. September plant Ziegler eine Testphase mit begrenztem Zugang. „Zunächst möchten wir die tägliche Besucherzahl auf 1500 Personen limitieren – auch um Erfahrungen im realen Betrieb zu sammeln“, erklärt er. 300 Parkplätze stehen direkt am Gelände zur Verfügung. Eintrittskarten sind ab 13 Euro erhältlich, auch in digitaler Form zur Einsparung von Papier. In den Wintermonaten bleibt „ArkaZien“ geschlossen – der Park soll mit der Natur leben.
Langfristig ist weiteres Wachstum geplant: Das naturverbundene Konzept soll ausgebaut werden – mit noch mehr Platz für Träume aus Holz und Fantasie.

