Zum Kinostart von „Im Weißen Rößl“

Welche Orte finden Sie romantisch, Diana Amft?

Das Timing ist perfekt: Mitten im trüben November kommt das Remake von „Im Weißen Rößl“ ins Kino und entführt uns an den österreichischen Wolfgangsee, wo offensichtlich immer die Sonne scheint und es, wenn überhaupt, dann Heiratsanträge regnet. Das ist natürlich alles viel zu schön, um wahr zu sein – ein Film wie eine nachkolorierte Kitschpostkarte. TRAVELBOOK fragte die Hauptdarstellerin Diana Amft, wie es denn nun wirklich ist, das Salzkammergut – und wo die Romantik wohnt.

Diana Amft als Ottilie in der Neuverfilmung des Operettenklassikers „Im Weißen Rößl”
Diana Amft als Ottilie in der Neuverfilmung des Operettenklassikers „Im Weißen Rößl”
Foto: Senator

TRAVELBOOK: Frau Amft, „Im Weißen Rößl” scheint immer die Sonne und alle Menschen finden ihr Glück. Doch nicht genug: Sie singen auch noch ständig. Wie ist es denn wirklich am Wolfgangsee?
Diana Amft: Ganz genau so, wir haben nur die Kamera draufgehalten. (lacht) Nein. Aber es ist schon unglaublich idyllisch und schön dort, und die Menschen sind ausgesprochen warmherzig. Auch hat man das Gefühl, als würden die Uhren dort ein bisschen langsamer ticken. Alles wirkt so ausgeglichen und entspannt. Aber das ist vielleicht typisch für Österreich, wo ich schon oft gedreht habe und auch immer wieder gern hinkomme. So ist ja auch Wien zum Beispiel, die „große” Stadt, wahnsinnig gelassen.

Doch in der Realität gilt das Salzkammergut als die regenreichste Region in Österreich.
Wir hatten aber in der Tat fast nur Sonne. Zugegeben, einen Tag hat es mal geregnet. Aber das war es auch schon.

Fritz Karl (alias Leopold) und Diana Amft (Ottilie) im Tretboot auf dem Wolfgangsee. Foto: Senator

Armin Rhode (alias Wilhelm) und Diana Amft (alias Ottilie) bei ihrer Ankunft am Wolfgangsee. Foto: Senator

Fritz Karl (alias Leopold) und Armin Rhode (alias Wilhelm) im Publikum der Schuhplattler-WM. Foto: Senator

Gregor Bloéb (alias Sigismund) und Ottilie (Diana Amft) auf einer Wiese am Wolfgangsee. Foto: Senator

Das Weiße Rößl ist in der Neuverfilmung Milka-Lila. Foto: Senator

Die Schauspieler Armin Rhode, Diana Amft, Tobias Licht, Edita Malovcic und Fritz Karl (von links nach rechts). Foto: Senator

Im Film sieht man Sie auf dem Tretboot, auf Wasserski und sogar beim Fallschirmsprung…
Ja, der Fallschirmsprung hat ein bisschen Überwindung gekostet.

Sie sind tatsächlich gesprungen?
(lacht) Um Gottes willen! Ich habe Höhenangst, und es hat mich schon viel Überwindung gekostet, als wir für diese Aufnahmen an einem Kran hochgezogen wurden. Okay, wenn ich das erzähle, hört sich das dramatisch an, letztlich waren es vielleicht zwei Meter. Aber das war schon eine Herausforderung für mich.

Mit Höhenangst in den Bergen, das ist sicher nicht unproblematisch?
Sie sagen es! Gondeln sind schon mal ausgeschlossen. Auch die Zahnradbahn, mit der wir auf die Schafbergalm gefahren sind, war mir nicht geheuer. Natürlich ist die Bahn eine sichere Sache, aber es sind ja ohnehin eher die Gedanken, die einem Angst machen. Was ist, wenn plötzlich nichts mehr fasst und alles nur noch unkontrolliert nach unten rast? Und was, wenn man aus der Kurve fliegt und dahinter geht es einfach nur steil nach unten? Das sind so Gedanken, die man hat, statt einfach diesen wahnsinnig schönen Ausblick zu genießen.

Was hilft Ihnen gegen Höhenangst?
Zum einen hatte ich ja keine Wahl: Ich musste natürlich in diese Bahn steigen und auf die Alm hoch. Also habe ich all meinen Mut zusammengenommen und mir schöne Gedanken gemacht. Auf der Fahrt habe ich mich dann letztlich auf die Crew und das Team konzentriert und mit dem Regisseur ein bisschen rumgealbert. Dann ging das schon irgendwie.

Abgesehen von Aktivitäten, die mit Höhe zu tun haben: Sind Sie privat der Typ, der im Urlaub aktiv sein will – oder sind Sie eher auf Entspannung aus?
Es kommt drauf an, wie stressig es vorher war. So ein, zwei Tage gar nichts zu machen, kann auch mal notwendig sein. Aber wenn ich die Möglichkeit habe, länger Urlaub zu machen, dann will ich schon was erleben und entdecken. Und dann probiere ich auch gern mal was aus.

Zum Beispiel?
Ich habe tatsächlich mal Wasserski probiert. Aber nach dem 15. Versuch, bei dem ich immer noch nicht länger als vielleicht gerade mal 3 Sekunden stehen konnte, gab ich das auf. Für mich war es einfach kein großer Spaß, ständig aus dem Wasser gefischt und ins Boot gezogen zu werden, um es dann erneut zu versuchen. Im Film musste ich nicht selbst auf die Wasserski. Ich hatte ein wunderbares Double.

Es werden viele Heiratsanträge gemacht „Im Weißen Rößl“. Offenbar scheint das Hotel am Wolfgangsee der einzig wahre Ort für ein solches Vorhaben zu sein. Was ist für Sie ein romantischer Ort für einen Antrag?
Man sollte so etwas dort machen, wo man sich wohl fühlt. Und das ist natürlich eine Typfrage. Der eine liebt die Berge, der andere das Meer, der andere die Großstadt.

Und wo fände man für Sie so einen romantischen Ort?
Eher in der Natur. Aber dabei muss es gar nicht das tiefblaue Meer sein oder der fantastische Sandstrand. Das kann zum Beispiel auch eine Wasserquelle im Wald sein. Schöne Orte gibt es überall, wenn man nur aufmerksam schaut.