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Überblick

Was der kleine Inselstaat Malta für Urlauber zu bieten hat

Malta, Valletta
Blick auf Maltas Hauptstadt VallettaFoto: Getty Images

Fast 50 Jahre ist Malta nun schon unabhängig, und doch ist immer noch viel Großbritannien auf dem Inselarchipel zu finden: Neben Englisch als zweiter Amtssprache gibt es dort noch rote Telefonzellen und Linksverkehr. Pubs und Englisches Frühstück sind an jeder Ecke zu finden, und auch sollen die Malteser wesentlich pünktlicher sein, als es für die Mittelmeerregion typisch ist. Für Sprachschüler, die wenig dem regnerischen London abgewinnen können, ist Malta eine willkommene Alternative. TRAVELBOOK verrät, was Besucher auf der Insel sehen und erleben können.

Der Archipel, bestehend aus den drei Inseln Malta, Gozo und Comino, hat eine bewegte Vergangenheit. Vor 5000 Jahren hat hier ein Volk gelebt, das vermutlich matriarchalisch geprägt war. Sehr viel später, im 16. Jahrhundert, kamen die Ritter des Johanniterordens. Noch heute ist ersichtlich, wie stark der Inselarchipel einst umkämpft wurde.

Eine geheimnisvolle Kultur

Wer die Menschen waren, die vor 5000 Jahren die megalithischen Tempel auf Malta errichteten, weiß niemand genau. Das Volk verehrte eine Art Göttin, die Erdmutter. Die Menschen damals mussten sehr überzeugt und voller Tatkraft gewesen sein, anders kann es nicht erklärt werden, wie sie es schafften, die tonnenschweren Megalithen zu transportieren und zu bearbeiten. Fast 30 dieser Tempelanlagen sind heute noch zu besichtigen, im Archäologischen Museum sind einige bemerkenswerte Fundstücke ausgestellt.

Malta
Die Ġgantija-Tempel auf der Insel Gozo im Archipel von Malta gehören zu den ältesten noch halbwegs erhaltenen freistehenden Gebäuden der WeltFoto: picture alliance / imageBROKER | F. Schneider

Auf den Spuren der Johanniter

Lange wurde Malta von den Arabern besetzt, bis es 1565 von den Rittern des Johanniterordens belagert wurde. Sie bauten die Stadt Valletta und mit ihr große, nahezu undurchdringliche Festungsanlagen. Die Stadt selbst wurde am Reißbrett geplant, die Straßen sind schnurgerade und schachbrettartig angelegt. Dafür sind die Hausfassaden umso fantasievoller verziert und zeugen so von dem Reichtum der Johanniter. Die Macht der Ritter schwand allmählich, bis schließlich die Briten im 19. Jahrhundert Malta zu einem wichtigen Marinestützpunkt machen.

Valetta, Malta
Blick durch eine Straßenschlucht auf die Kuppel der Karmeliterkirche in VallettaFoto: Getty Images

Gozo und Comino – Maltas kleine Schwestern

Nur wenige Kilometer von der Hauptinsel entfernt liegt Gozo, eine kleine Insel, auf der es wesentlich beschaulicher und ruhiger zugeht. Urlauber wohnen in liebevoll restaurierten Farmhäusern statt in Bettenburgen. Hier gibt es keine großen Partys oder Nachtclubs, sondern viel Natur, ein paar kleine Geschäfte und Restaurants. Im Frühling ist die kleine Insel aufgrund ihres fruchtbaren Bodens mit einem satten Grün überzogen.

Comino ist noch kleiner als Gozo. So klein, dass sie nur vier ständige Bewohner hat. Besonders im Frühling lohnt es sich, Comino zu besuchen, da man bis auf einige wenige Wochenendausflügler nahezu allein die Insel erkunden kann. Im Hochsommer ist allerdings hier viel los, da zu Comino eine der schönsten Lagunen des Mittelmeeres gehört. Die „Blue Lagoon“ (Blaue Lagune) ist ein Traum aus Türkis und Blau. Auch hier lohnt es sich, außerhalb der Hochsaison vorbeizuschauen.

Comino, Malta
Blick auf die Insel CominoFoto: Getty Images

Malta unter Wasser entdecken

Malta ist wie für Taucher gemacht. Rund um die drei Inseln kommt die Welt unter Wasser einem Abenteuerspielplatz gleich. Unzählige Buchten samt Bewohner gilt es zu erkunden, auch wurden in den vergangenen Jahre zahlreiche Schiffe versenkt, in dessen Inneres die Taucher schwimmen können. Das Wasser in dieser Region ist besonders klar, sodass man teilweise bis zu 50 Metern sehen kann. Auch fühlen sich Anfänger wie Profis hier gleichermaßen wohl. Es gibt Tauchplätze, die eine echte Herausforderung darstellen, aber auch Orte, wo sich Ungeübte schnell sicher fühlen. Wer noch etwas Anleitung braucht, kann sich an eine der zahlreichen Tauchschulen Maltas wenden.

Malta, Wrack
Eines der vor Malta versenkten SchiffswracksFoto: Getty Images

Tipps für Maltas Hauptstadt Valletta

In Maltas Hauptstadt Valletta leben nur etwa 10.000 Menschen, trotzdem wirkt sie wesentlich größer und herrschaftlicher als jede andere Kleinstadt mit vergleichbarer Einwohnerzahl. Wie schon weiter oben erwähnt, wurde die Stadt mit ihren schnurgeraden Straßen, die parallel zueinander verlaufen, im 16. Jahrhundert am Reißbrett geplant. Hierbei ging es weniger um Ästhetik, sondern man wollte sicherstellen, dass ordentlich Wind durch die Gassen pusten kann, damit die Menschen in der Sommerhitze etwas Abkühlung bekommen.

Valetta, Malta
Der geschäftige Hafen von VallettaFoto: Getty Images

Schmucke Hausfassaden in Valletta

So nüchtern man bei der Straßenplanung war, so fantasievoll zeigten sich die Bauherren bei der Gestaltung der Außenfassaden. Ornamente, Balkone, Erker und vergoldete Schnörkeleien sollten den Reichtum der Maltester bezeugen. Mittlerweile wurde die gesamte Innenstadt von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt. Hier reiht sich Sehenswürdigkeit an Sehenswürdigkeit, die sich alle gut zu Fuß erkunden lassen. Es gibt zahlreiche historische Cafés, Regierungsgebäude, Banken und Geschäfte, die besichtigt und erlebt werden können. Dazwischen prächtige Barockkirchen, von denen es heißt, dass die Malteser mehr für ihre Verzierung ausgegeben haben als für Verteidigung und Waffen.

Malta
Typische Häuserfassaden in VallettaFoto: Getty Images

Die Ritter und der Großmeisterpalast

Im Großmeisterpalast residierten einst die Großmeister des Johanniterordens, bis sie im Jahre 1798 von britischen Gouverneuren hinausgetrieben wurden. Heute hat hier der maltesische Präsident seinen Amtssitz. Touristen können viele der herrschaftlichen Räume besichtigen und einen Eindruck davon bekommen, wie es damals zur Zeit des Ritterordens gewesen sein muss. So gibt es alte Rüstungen, Waffen und Staatsgemächer zu bestaunen. Auch die Architektur und der wunderschöne Innenhof des Großmeisterpalastes faszinieren Jung und Alt.

Wer übrigens die Ritter von damals live erleben möchte, geht ein paar Meter die Straße hinunter zum Fort St. Elmo. Dort finden an den Wochenenden Paraden mit „Rittern“ statt, die ihre farbenprächtigen Rüstungen aus dem 16. Jahrhundert mit einer kleinen Performance präsentieren.

Malta
Blick auf Fort St. Elmo und die Stadt Valletta auf MaltaFoto: Getty Images

St. John’s Co-Cathedral

Von außen wirkt die Fassade der St. John’s Co-Kathedrale eher schlicht, doch wer hineintritt, wird umso erstaunter sein über das prunkvolle Innere. Sie gehört zu den schönsten Kirchen im Mittelmeerraum. Die Steinwände sind mit komplizierten und meisterhaft gefertigten Schnitzereien versehen und unter den farbenprächtigen Bodenplatten ruhen die Gebeine von einst mächtigen Rittern des Johanniterordens.

Anstelle von Seitenschiffen gibt es in der Kathedrale zahlreiche Nebenkapellen, von denen wiederum jede einzelne ein Kunstwerk für sich ist. Ein Großteil der Wände ist mit kunstvollen Teppichen verhangen, besonders eindrucksvoll sind hier auch die vielen unterschiedlichen Deckenmalereien.

St. John's Co-Cathedral, Malta
Die St. John’s Co-Cathedral von außenFoto: Getty Images

Das Archäologische Nationalmuseum

In Valetta gibt es zahlreiche Museen, die sich mit der Geschichte und Entwicklung Maltas auseinandersetzen. Besonders interessant ist das Archäologische Nationalmuseum, das sich mit der Frühgeschichte der Insel befasst. Vor mehr als 5000 Jahren gab es hier bereits eine Hochkultur, über die man zwar wenig weiß, aber deren Volk bemerkenswerte Tempel hervorgebracht hat. Diese Menschen verehrten eine Göttin, die Erdmutter, und die Gesellschaft war vermutlich matriarchalisch geprägt. Die kunstvoll gefertigten weiblichen Skulpturen aus Stein können im Museum besichtigt werden. Ihre 30 Tempelanlagen sind auf ganz Malta verteilt und sind ebenfalls frei zugänglich.

Die beste Reisezeit für Malta

Wer baden möchte, sollte im Sommer kommen, aber auch Frühling und Herbst eignen sich für Badeurlaub – und sie haben den Vorteil, dass es auf den Inseln leerer ist. Und wer im Winter kommt, der erlebt ein Blütenmeer: Wenn das Wetter auf Malta etwas regnerischer wird, schießen überall aus dem kargen Boden bunte Blumen – ein traumhafter Anblick.

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Text: Friederike Ostermeyer

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