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22 Stationen

Auf Mandelas Spuren durch Südafrika

Der lange Weg zur Freiheit führte Nelson Mandela von der südafrikanischen Wild Coast nach Johannesburg und Kapstadt und von dort in viele weitere Teile des Landes. Eine Reise auf den Spuren des legendären Freiheitskämpfers und ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas.

Als einen Ort, der „in einem grünen Tal liegt, das durchzogen ist von klaren Strömen“ beschrieb Nelson Mandela einst das kleine Dorf, in dem er zur Schule ging und in das er als Präsident immer wieder zurückkehren sollte: Qunu in der Provinz Eastern Cape, einer der ärmsten des Landes. Hier auf dem Friedhof wollte er auch seine letzte Ruhe finden.

Die Nelson Mandela Route führt an die Plätze von Mandelas Kindheit: in sein Geburtshaus in Mvezo, in die Grundschule, in der seine Lehrerin Frau Mdingane ihm den Namen Nelson gab, und in die Kirche, in der Mandela getauft wurde. Organisiert wird die Tour vom Mandela-Museum in Mthatha, das zum 10. Jubiläum seiner Freilassung am 11. Februar 2000 eröffnet wurde – und zu dem auch das Nelson Mandela Youth and Heritage Center gehört, das sich unweit von Mandelas letzter Residenz in einem Flachbau befindet.

In Johannesburg und Soweto, Südafrikas größtem Township, können Besucher auf den Spuren der frühen politischen Geschichte Mandelas wandeln. Sein damaliges Haus in Soweto, ein bescheidener Backsteinbau, beherbergt heute das Mandela House, das mit Kunst, Bildern, Zeugnissen und Erinnerungen das Familienleben der Mandelas und die Geschichte Sowetos veranschaulicht. Das Vier-Zimmer-Haus liegt in der Vilakazi Street, der einzigen Straße weltweit, in der zwei Friedensnobelpreisträger, Nelson Mandela und Erzbischof Desmond Tutu, fast Tür an Tür wohnten.

Wer die Geschichte Südafrikas entdecken möchte, der kommt am Apartheid Museum in Johannesburg nicht vorbei. 22 interaktive Stationen nehmen den Besucher mit auf eine emotionale Reise durch die schonungslose Zeit der Unterdrückung und Rassentrennung des Apartheid-Regimes.

Mandelas frühere Kanzlei

In und rund um Johannesburg befinden sich weitere wichtige Stationen des Freiheitskämpfers. Das Chancellor House, wo Nelson Mandela gemeinsam mit Oliver Tambo in den 1950er Jahren eine Anwaltskanzlei führte, ist erst kürzlich aufwendig saniert worden. Heute wird hier die Geschichte der Kanzlei „Mandela & Tambo“ in einer Ausstellung dokumentiert.

Eine der wichtigsten Stationen Mandelas ist die Liliesleaf Farm (deutsch: Lilienblatt-Farm) im Gebiet Rivonias. Anfang der 1960er Jahre diente sie dem damals verbotenen African National Congress (ANC) und seinem bewaffneten Arm Umkhonto we Sizwe als Hauptquartier. Da das Gebiet damals ausschließlich den Weißen vorbehalten war, traten zwei weiße ANC-Mitglieder nach Außen als Besitzer auf – und die schwarzen als deren Bedienstete. Doch lange konnte man den Schein nicht wahren: Am 11. Juli 1963 wurden hier 16 führende ANC-Politiker festgenommen – und in Pretoria der Prozess gemacht.

Mandela, der zuvor an einem anderen Ort festgenommen worden war, war der Hauptangeklagte in diesem Gerichtsverfahren, der als 1964 als „Rivonia Trial“ weltweit Aufsehen erregte und den Kampf der Anti-Apartheid-Bewegung auf internationale Ebene rückte. Verhandelt wurde er im Palace of Justice im historischem Stadtkern Pretorias, einem der prächtigsten Gebäude der Stadt.

Die Gefängniszelle auf Robben Island

18 seiner insgesamt 27 Jahre in Gefangenschaft verbrachte Nelson Mandela auf Robben Island, einer Gefängnisinsel gut neun Kilometer vor der Küste von Kapstadt. Die 1999 als Weltkulturerbe ernannte Insel kann heute im Rahmen von vierstündigen Touren besucht werden. Ehemalige Häftlinge geben Besuchern Informationen aus erster Hand und führen durch die Anlage. Mandelas Zelle ist bis heute im Originalzustand.

Auf dem Weg in die südafrikanische Weinregion können Urlauber zwischen Paarl und Franschhoek einen Stopp beim ehemaligen Victor Verster Prison einlegen. Das im Jahr 2000 in das Groot Drakenstein Cultural Centre umbenannte Gefängnis ist der Ort, an dem Nelson Mandela 1990, nach weiteren drei Jahren in Gefangenschaft, seinen Gang in die Freiheit beschritt.

Alle Stationen können vor Ort individuell besichtigt werden. Wer Mandelas Geschichte lieber im Rahmen einer geplanten Gruppenreise erkunden möchte, den führen die Touren „One can make a difference“ des südafrikanischen Reiseveranstalters Divine Tours oder die zwölftägige Studienreise „Nelson Mandela und die Kraft des Regenbogens“ durch die verschiedenen Provinzen Südafrikas.

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