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Gay Travel Index

Die LGBTIQ-freundlichsten Länder der Welt

LGBTIQ-freundliche Länder
Gewinner des diesjährigen Gay Travel Index ist KanadaFoto: Getty Images

Leider ist es noch immer so, dass Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung vielerorts auf Vorurteile treffen und in manchen Ländern sogar verfolgt werden. Der Gay Travel Index verrät, welche Länder Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgendern, Transsexuellen, Intersexuellen und queeren Menschen tolerant gegenüber stehen und welche nicht.

Mancherorts kann gleichgeschlechtliche Liebe jedoch auf Intoleranz stoßen. Die Folgen: mitunter verbale oder körperliche Gewalt oder auch Ärger mit den Behörden.

Wer zur LGBTIQ-Community (LGBTIQ steht für Lesbian, Gay, Bisexual, Trans, Intersexual, Queer) gehört und sich auf Reisen nicht verstecken möchte, wählt denn auch sein Ziel sehr genau und bevorzugt Orte, wo Offenheit und Toleranz gelebt werden – und wo normal ist, was normal sein sollte.

Die LGBTIQ-tolerantesten Länder

Für diejenigen, die ihren Urlaub in Ländern verbringen wollen, in denen Homo-, Bi- und Transsexualität akzeptiert und/oder toleriert werden, hat Spartacus Travel, ein Portal für schwules Reisen, den Gay Travel Index erstellt. Dabei gab es positive und negative Punkte, die in die Beurteilung mit einflossen: Positiv wurde unter anderem bewertet, wie das Land mit Diskriminierung umgeht und ob homosexuelle Paare heiraten oder Kinder adoptieren dürfen. Entsprechend negativ wirkte es sich aus, wenn ein Staat Homosexualität unter Strafe stellt oder etwa Pride-Paraden verboten sind.

Ein gleichgeschlechtliches Paar küsst sich auf einer Hochzeit
Ob homosexuelle Paare in einem Land heiraten dürfen, kann ein guter Hinweis darauf sein, wie groß die Akzeptanz von Homosexualität in der Gesellschaft ist.Foto: Getty Images

Musste sich Kanada 2020 den ersten Platz des Rankings noch mit Schweden und Malta teilen, steht das Land in diesem Jahr nun allein an der Spitze des Gay Travel Index – und gilt somit als das LGBTIQ-freundlichste Reiseland der Welt. Vorjahres-Mitsieger Malta rutschte auf Platz 2 ab und teilt sich diesen mit Portugal und Spanien. Schweden landete wegen der strengeren Indexregeln in den Rubriken Trans*- und Interrechte diesmal nur noch auf Platz 5. „Ein Pronomen für das dritte Geschlecht gilt als ,nice-to-have‘, aber wichtiger sind Gesetze zur Anerkennung, der Verzicht auf demütigende psychologische Gutachten und ein modernes Abstammungsrecht“, begründet Spartacus auf seiner Webseite den Punkteverlust für Schweden.

Ebenfalls auf Rang 5 landeten Österreich, Dänemark, Großbritannien und Uruguay.

Aufsteiger beim diesjährigen Gay Travel Index

Zu den größten Aufsteigern beim diesjährigen Gay Travel Index gehört Taiwan, das von Platz 23 auf Platz 10 aufrückte. Aufgrund von „Verbesserungen beim Diskriminierungsschutz, beim Adoptionsrecht und bei Trans*-Rechten“, wie es heißt.

Einen noch größeren Sprung nach oben schaffte Costa Rica – und kletterte im Ranking von Platz 56 auf Platz 32. Grund für den Aufstieg sei laut Spartacus die Einführung der Ehe für alle und das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare im Mai 2020 gewesen.

So hat Deutschland abgeschnitten

Deutschland landete wie im Vorjahr auch im aktuellen Gay Travel Index auf Rang 10 und teilt sich diesen mit Australien, Island und Taiwan. 2019 bekleidete Deutschland noch Platz 23. Grund für den Aufstieg im vergangenen Jahr waren u. a. verbesserte Intersex-Rechte.

Die LGBTIQ-freundlichsten Länder laut Gay Travel Index 2021

1: Kanada
2: Malta, Portugal, Spanien
5: Österreich, Dänemark, Schweden, Großbritannien, Uruguay
10: Australien, Deutschland, Island, Taiwan
14: Kolumbien, Niederlande, Neuseeland, Schweiz
18: Belgien, Griechenland, Irland, Norwegen

Auch interessant: Die besten Reiseländer der Welt 

Die LGBTIQ-unfreundlichsten Länder

Als das LGBTIQ-unfreundlichste Reiseland der Welt gilt Tschetschenien (Platz 202), gefolgt von Somalia und Saudi Arabien (Platz 200), dem Iran (Platz 199) und dem Jemen (Platz 198).

Die letzten Plätze im Gay Travel Index 2021

202: Tschetschenien
200: Somalia, Saudi-Arabien
199: Iran
198: Jemen