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Skurrile Rosenmontags-Tradition

Der jährliche Mehlkrieg von Galaxidi in Griechenland

Galaxidi
Jedes Jahr an Rosenmontag bewerfen sich in der griechischen Stadt Galaxidi die Menschen mit tonnenweise buntem Mehl. Dieser Brauch geht zurück auf die Zeiten der türkischen Besatzung. Foto: Getty Images
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Robin Hartmann Autorenkopf
Freier Autor

10. Februar 2026, 12:54 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Die Bewohner der griechischen Stadt Galaxidi feiern das Ende der Karnevalszeit jedes Jahr auf eine ganz besondere Weise. Denn immer am Rosenmontag bewerfen sich hier die Menschen einen ganzen Tag lang gegenseitig mit tonnenweise buntem Mehl. Die anschließenden Aufräumarbeiten dauern mitunter Wochen, das skurrile Fest zieht mittlerweile Touristen aus aller Welt an. Dabei hat die Tradition des Mehlkriegs von Galaxidi einen ziemlich düsteren Ursprung.

Karneval ist rund um den Globus für viele Menschen eine ganz besondere Zeit, um sich selbst und das Leben zu feiern. Kurz vor dem Beginn der Fastenzeit ist scheinbar noch einmal alles erlaubt, bestimmt auch hierzulande vielerorts das närrische Treiben das Bild. In der griechischen Stadt Galaxidi feiert man, immer am Rosenmontag, aber auf eine ganz besonders bunte Weise. Denn hier kommen dann die Bewohner der Stadt wie auch immer mehr Touristen aus aller Welt zusammen, um sich gegenseitig mit tonnenweise gefärbtem Mehl zu bewerfen. Diese Tradition ist mittlerweile gut 200 Jahre alt. Doch obwohl heute Spaß und Frohsinn im Vordergrund stehen, hat der Mehlkrieg von Galaxidi seinen Ursprung in einer für viele Griechen dunklen Zeit.

Wie die Seite „Greek City Times“ berichtet, geht das skurrile Fest zurück bis ins 19. Jahrhundert, als Griechenland sich unter der Herrschaft der Osmanen befand. Die türkischen Besatzer, muslimischen Glaubens, verboten den Menschen das Feiern des Karnevals, einer christlichen Tradition. Ein Verstoß dagegen konnte drakonische Strafen nach sich ziehen. Doch die Bewohner von Galaxidi ließen sich davon offenbar dennoch nicht einschüchtern. Sie bemalten ihre Gesichter immer am Rosenmontag mit Asche und trafen sich auf den Straßen, um gemeinsam zu tanzen. Aus diesem Aufbegehren gegen die verhasste Obrigkeit entwickelte sich dann der „Alevromoutzouromata“ – der Mehlkrieg von Galaxidi.

Die Aufräumarbeiten dauern Wochen

Galaxidi
Der Mehlkrieg von Galaxidi zieht jedes Jahr tausende von Besuchern an Foto: AFP via Getty Images

Seither ziehen einmal pro Jahr Menschen durch die Straßen, um sich gegenseitig mit buntem Mehl zu bewerfen. Warum man hier ausgerechnet auf diesen Brauch verfiel, ist nicht bekannt. Fest steht nur: Es ist ein riesiger Farbenrausch, von dem die ganze Stadt erfasst wird. Um 12 Uhr mittags läuten Kuhglocken sprichwörtlich den Beginn des Mehlkriegs von Galaxidi ein. Verkleidet ist hier niemand, es sei denn, man zählt die Ganzkörperoveralls, mit denen die Teilnehmer sich vor „Angriffen“ schützen. Viele tragen zusätzlich noch Brillen, denn vor dem staubigen Mehl ist an diesem Tag nichts und niemand sicher. Daher sind auch sämtliche Geschäfte und Privathäuser verhüllt, wenn die gigantische Sauerei losgeht.

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„Gekämpft“ wird, bis auch der letzte Sack Mehl alle ist. Dieses stellt übrigens die Stadt ihren Bewohnern bereit, um jedem eine Teilnahme am Mehlkrieg von Galaxidi zu ermöglichen. Mehrere Tonnen des Rohstoffs verballern die Feierwütigen an einem solchen Tag. Die skurrilen Festlichkeiten werden begleitet von Tanz und Musik, ganz wie zu früheren Zeiten. Wer selbst nicht eingefärbt werden möchte, betrachtet das Spektakel aus sicherem Abstand. Anschließend springen nicht Wenige ins nahe Meer, um sich wieder „reinzuwaschen“. Natürlich gehen die Feierlichkeiten dann in den zahlreichen Tavernen der Stadt noch bis zum nächsten Morgen weiter.

Die anschließenden Aufräumarbeiten können Wochen dauern. Doch die Tradition um den Mehlkrieg von Galaxidi ist den Bewohnern offenbar diese Mühe wert. Touristen kommen aber auch noch aus anderen Gründen in die Stadt, die etwa 200 Kilometer entfernt von Athen liegt. Ganz in der Nähe befand sich hier einst das legendäre Orakel von Delphi. Doch nicht einmal dieses hätte wohl voraussagen können, dass es hier einst zu einem so skurrilen Fest kommen würde.

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