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Eisige Temperaturen

Die kältesten Städte der Welt

Kälteste Städte der Welt
Leben in einer der kältesten Regionen unserer Erde: Jakutsk in Sibirien zählt zu den kältesten Städten der Welt.Foto: Getty Images

Bierfest unter freiem Himmel, ein Tiefkühl-Markt und das weltweit größte Labyrinth aus Eis: Der Winter in den kältesten Städten der Welt sieht kreativer und bunter aus, als manch einer es vermuten würde. Wir stellen die fünf kältesten Städte der Welt vor.

Während wir uns in Deutschland langsam wieder auf den Frühling freuen, sind einige Städte weltweit noch von Schneemassen bedeckt. Vor allem in Asien und Amerika gibt es einige Großstädte, in denen klirrende Kälte und zugefrorene Gewässer in der Hälfte des Jahres zur Tagesordnung gehören. Damit Sie nicht hinfahren müssen, stellen wir Ihnen die fünf kältesten Städte der Welt in einer Übersicht vor.

Jakutsk, Russland

Sibirien: Bei dem Stichwort werden wohl die Meisten an Eiseskälte denken. Besonders kalt ist es im russischen Jakutsk. Die Stadt ist über 8.000 Kilometer von Moskau entfernt und gilt als die kälteste Großstadt der Welt. Während wir uns in Deutschland im März schon auf den Frühling einstellen, dauert der Winter hier von Oktober bis Mai. Acht Monate, in denen die Temperaturen schon mal auf minus 60 Grad fallen können.

Aber in Sibirien weiß man, mit der Kälte umzugehen. Auf dem Bauernmarkt von Jakutsk etwa kann man nicht nur tiefgefrorenen Fisch, sondern auch Lebensmittel wie Milch, Wurst und Gemüse tiefgefroren kaufen. Wer durch die Straßen der kältesten Großstadt der Welt läuft, sollte sich nicht wundern, wenn ein Rentierschlitten den Weg kreuzt. Da Automotoren erst im Sommer wieder anspringen, wird hier auf Rentierschlitten zurückgegriffen. Bewohner, die nicht auf ihr Auto verzichten können, lassen den Motor einfach pausenlos laufen.

Jakutsk, eine der kältesten Städte der Welt
Am Bauernmarkt in Jakutsk bleiben die Fische tiefgefroren Foto: Getty Images

Die eisige Kälte beeinflusst alle Bereiche des Lebens. Auch den Gang zur Toilette. Denn weil die Kälte es schier unmöglich macht, Abflussrohre zu verlegen, ist es hier nicht unüblich, aufs Plumpsklo zu gehen. Um die Sache noch etwas ungemütlicher zu machen: Die Plumpsklos befinden sich meist nicht im Haus, sondern draußen.

Aber es geht sogar noch extremer. Nämlich in den kleinen Orten Oimjakon und Werchojansk. Sie gelten als die kältesten bewohnten Gebiete der Welt und sind mit dem Auto von Jakutzk aus in 33 Stunden zu erreichen.

Minneapolis, USA

Obwohl in den Wintermonaten in Minneapolis eine scheinbar unerträgliche Kälte herrscht, ist richtig was los in der US-amerikanischen Stadt. So findet hier jährlich ein Winterkarneval und das größte Winter-Bier-Festival statt. Beide Feiern steigen während der kältesten Monate im Jahr unter freiem Himmel. So spart man sich wenigstens die Kühlschränke. Nicht selten fällt das Thermometer in Minneapolis bis auf minus 40 Grad.

Die Einwohner von Minneapolis wissen ihre Freizeitaktivitäten dem Winter anzupassen. Hobbys wie Eishockey, Skifahren, Langlaufen, Rodeln und Eisfischen sind hier besonders beliebt.

Ein besonderes Highlight für Besucher, die sich im Winter nach Minneapolis trauen, ist der gefrorene Minnehaha Wasserfall, der sich in einem Park der Stadt befindet. Aber gefrorenes Wasser ist nicht gleich gefrorenes Wasser. Denn jenes in Minneapolis ist so kalt, dass es hier Phänomene zu beobachten gibt, die wir so aus Deutschland so nicht kennen. Etwa, wenn sich Eisplatten wie von Geisterhand übereinander stapeln. Das passiert, wenn starker Wind über eine sehr dünne Eisschicht fegt, die extrem kalt ist.

Minneapolis, eine der kältesten Städte der Welt
Eine Feuershow vor dem zugefrorenen Minnehaha WasserfallFoto: dpa picture alliance

Ulan-Bator, Mongolei

Ulan-Bator, die Hauptstadt der Mongolei, ist die kälteste Hauptstadt der Welt. Fast 1,5 Millionen Menschen leben hier und halten Jahresdurchschnittstemperaturen von minus zwei Grad aus. Manche aber kommen ausgerechnet während der kältesten Monate in die Stadt: Die Nomaden, die auf den Bergen noch kälteren Winden ausgesetzt werden.

Die kalten Winde, die von den Bergen kommen, lassen die Temperaturen in der Stadt sogar noch eisiger erscheinen. Das ist bei klirrender Kälte und Temperaturen von bis zu minus 25 Grad, die hier im kältesten Monat Januar herrschen, fast nicht denkbar. Die Luft ist dann so kalt, dass der Schnee flirrt, wie wir es sonst von Staub kennen.

Ulan Bator ist eine der kältesten Städte der Welt
Kommen die Nomaden für den Winter in die Stadt, stellen sie ihre Jurten mal direkt neben Hochhäuser, oft aber in Vororte. So entstehen riesige Ansammlungen, die sich im Sommer wieder auflösen. Foto: dpa picture alliance

Während dieser kalten Monate vertreibt man sich in der Mongolei die Zeit gerne mit dem Eisspiel Musun Shagai, wie es auf der Website von Tour Mongolia heißt. Gespielt wird auf einem Eisfeld. Die Teilnehmer versuchen, Knöchelknochen von Kühen auf einer Spur gleiten zu lassen und dabei bestimmte Ziele zu treffen.

Aber auch in der Mongolei kann man bald aufatmen. Im März wird hier nämlich jährlich ein Winterfestival gefeiert. Aber nicht zu früh gefreut: Erst im Mai steigen die Temperaturen über die Null-Grad-Grenze. Bis Juni aber bleiben einige Seen zugefroren, während es in der Würste Gobi schon mal 40 Grad erreichen kann. Im Winter fällt in der Wüste sogar manchmal Schnee.

Winnipeg, Kanada

Wer ins Auto steigt, braucht nur sieben Stunden um von Minneapolis, der kältesten Stadt der USA, nach Winnipeg, der kältesten Stadt Kanadas, zu fahren. Für Nordamerika praktisch ein Katzensprung. Die Bewohner von Winnipeg, der Hauptstadt der Provinz Manitoba, machen das Beste aus den eisigen Temperaturen im Winter. In der ganzen Stadt wird Schlittschuh gefahren, in Parks werden Loipen und Rodelbahnen aufgebaut.

In Saint Adolphe, einem Vorort der Stadt, gibt es ein besonders winterliches Highlight: Jährlich wird dort das größte Schnee-Labyrinth der Welt aufgebaut. Und dass, obwohl man das Monstrum, dass sich über 240.000 Quadratmeter erstreckt, nur zwischen Januar und März besuchen kann.

Winnipeg ist eine der kältesten Städte der Welt
Der Winnipeg Lake ist einer der 15 größten der Welt und in den Wintermonaten stets zugefrorenFoto: Getty Images

Der Winter beginnt hier streng genommen schon im Oktober. Dann sind Temperaturen unter null Grad keine Seltenheit mehr. Ab Mai klettert das Thermometer wieder regelmäßig auf Grade über dem Gefrierpunkt. In diesem Jahr ist in Winnipeg besonders viel Schnee gefallen, wie CHVN, ein örtlicher Radiosender berichtet. Es könnte sogar einer der schneereichsten Winter aller Zeiten werden.

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Nur-Sultan, Kasachstan

Die Bewohner der Hauptstadt Kasachstans, die bis 2019 noch Astana hieß, müssen nicht nur besonders lange, sondern auch extrem eisige Winter aushalten. Von November bis April liegen die Temperaturen hier bei durchschnittlich minus 15 Grad. Aber auch in Nur-Sultan versucht man das Beste aus dem langen Winter zu machen und verwandelt den zugefrorenen Fluss Ishim, der die Stadt teilt, in dutzende von Eislaufbahnen. Für Kinder werden auf dem Fluss zudem jeden Winter Rutschen erbaut.

Nur-Sultan, eine der kältesten Städte der Welt
Auf dem Fluss Isfin in Nur-Sultan können sich Kinder bei gleich mehreren winterlichen Aktivitäten austoben. Foto: dpa picture alliance

Direkt vor dem Rathaus kann man außerdem rodeln, die Bewohner von Nur-Sultan bauen zudem ganze Eiswelten mit zahlreichen Skulpturen in die Stadt. Eigentlich. Denn wegen Protesten Anfang Januar 2022, die zum Rücktritt der Regierung führten, herrschen derzeit ein Versammlungsverbot und eine nächtliche Ausgangssperre in der Stadt.

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