19. November 2025, 13:01 Uhr |
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In Florenz könnte bald Schluss sein mit Pasta und Pizza unter der toskanischen Sonne: Die Stadt plant ab 2026 ein weitreichendes Verbot für Außengastronomie in Teilen der historischen Altstadt. Betroffen sind nicht nur Einheimische, sondern auch unzählige Touristen, die jedes Jahr zum Essen und Flanieren in die Stadt kommen.
Nach Beschwerden von Anwohnern, die über überfüllte Gassen und zugebaute Plätze klagen, greift die Stadtverwaltung durch. Laut einem Bericht von „Florence Daily News“ dürfen Restaurants und Bars in rund 50 Straßen künftig keine Gäste mehr im Freien bedienen. In weiteren 73 Straßen werden die Auflagen zudem deutlich verschärft.
Neue Regeln für die Altstadt von Florenz
Die berühmte Altstadt von Florenz gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe – jetzt will die Stadt sie mit neuen Regeln besser schützen. Viele der Außenterrassen im historischen Zentrum entstanden während der Corona-Pandemie, als Gastronomen mehr Platz im Freien nutzten. Inzwischen seien sie aber zu eng, um den massiven Andrang von Tischen, Stühlen und Touristen zu bewältigen. Auch aufgestellte Speisekarten oder Werbetafeln sollen jetzt unterlassen werden.
„Die Straßen gleichen einem Hindernisparcours“, zitiert die niederländische Zeitung „De Telegraaf“ Anwohner der Stadt. Besonders betroffen sind bekannte touristische Orte wie die Ponte Vecchio, der Piazzale degli Uffizi, die Via Roma und der Borgo Santa Croce. Auch an der Piazza della Signoria und rund um die Basilika Santa Maria Novella sollen neue Regelungen gelten. Laut dem Tourismusbüro Florenz dienen die Maßnahmen dazu, die Plätze und Straßen zu schützen und die Stadt lebenswerter zu machen.
Das Verbot trifft viele Restaurant- und Barbesitzer mit Fassungslosigkeit. Die Außenterrassen sind für sie überlebenswichtig, gerade in den Sommermonaten. Eine Restaurantbesitzerin an der Piazza della Signoria klagt gegenüber „De Telegraaf“: „Wir haben sechzig Sitzplätze im Freien, die für unser Geschäft unerlässlich sind.“
Auch andere Wirte äußern ihren Unmut: Einige hätten ihre Lokale bereits geschlossen, weil sie unter den hohen Kosten und strengen Auflagen zusammengebrochen seien. Ein Gastronom beschwert sich: „Die Stadt scheint mehr Wert auf Ästhetik zu legen als auf das Überleben der Unternehmer, die das Stadtleben prägen.“
Nicht das erste Verbot in Florenz
Für restriktive Regeln ist Florenz inzwischen bekannt. Bereits 2021 hatte die Stadt Touristen untersagt, in der Nähe von Sehenswürdigkeiten, wie dem Dom oder der Ponte Vecchio, zu picknicken. Auch laute Musik, Self-Check-in-Systeme, Schlüsselboxen oder das Fahren mit Golf-Carts in der Altstadt wurden verboten.
Mit dem neuen Gastronomie-Verbot setzt Florenz nun einen weiteren Schritt in Richtung Regulierung. Viele Einheimische befürchten jedoch, dass dadurch das typische Straßenflair der Stadt verloren geht. Für Besucher bedeutet dies: Wer künftig in der Altstadt essen möchte, muss wohl wieder häufiger ins Innere der Lokale ausweichen.
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