Metropole im Norden

Mailand – die besten Reisetipps für Italiens heimliche Hauptstadt

Galleria Vittorio Emanuele II
Imposante Bauwerke: Blick vom Dach des Mailänder Doms auf die Einkaufspassage Galleria Vittorio Emanuele II
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Viele kommen wegen der Kultur nach Mailand – schließlich ist das Opernhaus, die Mailänder Scala, weltberühmt. Manche ziehen Bauwerke wie der Dom magisch an. Andere wiederum stürzen sich in die luxuriösen Einkaufspassagen und -straßen, um nach Mode der Edel-Labels zu suchen. Und dann gibt es noch jene, die sich vom Fußball anlocken lassen: Schließlich hat Mailand mit dem AC und Inter gleich zwei Vereine von Weltrang. Genug Gründe also, die italienische Metropole zu besuchen. TRAVELBOOK hat alle Tipps.

Die zweitgrößte Stadt des Landes mit 1,35 Millionen Einwohnern ist ein Wirtschafts-, Mode- und Medienzentrum, und das ist auch der Grund dafür, dass sich die Mailänder im Geheimen als Hauptstädter fühlen.

Am besten verbindet man bei einem Besuch Kultur, Mode und Sport miteinander und nimmt noch eine gute Dosis Architektur und Geschichte dazu. Denn Mailand, dessen Gebiet schon seit 400 v. Chr. besiedelt ist und unter den Römern Mediolanum hieß, ist der Ort, an dem im Jahre 313 die Mailänder Konvention den Christen Glaubensfreiheit zusicherte. Zahllose Kriege und ebenso viele Herrscher hatte die Stadt zu erdulden. Von Mailand aus begann Benito Mussolini 1922 seinen Marsch auf Rom.

Sehenswürdigkeiten in Mailand

Das alles hinderte die Stadt aber nicht daran, im 20. Jahrhundert zum bedeutenden Wirtschaftsstandort zu werden. Ein kulturelles Zentrum ist Mailand geblieben, obwohl es im Zweiten Weltkrieg schwere Zerstörungen erlitten hat. Gewaltige Bauwerke wie der Mailänder Dom – ein 1572 geweihtes Meisterwerk der italienischen Gotik –, die auf der Unesco-Weltkulturerbeliste stehende Kirche Santa Maria delle Grazie mit Leonardo da Vincis Wandgemälde „Das Abendmahl“ oder das 1300 gegründete Castello Sforzesco locken viele Besucher an.

Museen wie die Pinacoteca di Brera mit weltberühmten Gemälden von Tizian, Rubens, Raffael oder Caravaggio, der eindrucksvolle Friedhof Cimitero Monumentale mit pompösen Grabanlagen oder die Stadttore Porta Garibaldi, Porta Romana, Porta Venezia oder Porta Sempione gehören zu den Attraktionen der Stadt. Ebenso das Teatro alla Scala, das eines der bedeutendsten Opernhäuser der Welt ist. 1778 wurde das klassizistische Gebäude eröffnet, zur Premiere gab es Antonio Salieris Oper „L’Europa riconosciuta“. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude komplett zerstört, aber schon im Mai 1946 wiedereröffnet.

Mailänder Dom

Eine der größten Kirchen der Welt: der Mailänder Dom
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Teatro alla Scala, Mailand

Weltberühmtes Opernhaus: die Mailänder Scala
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Shoppen in Mailand

Viele Menschen kommen nach Mailand, um zu shoppen. Lieblings-Ziel für sie ist die Galleria Vittorio Emanuele II, eine überaus prunkvolle Einkaufspassage aus dem 19. Jahrhundert. Stuck und Fresken, Marmor, Mosaiken und eine hohe Glaskuppel schmücken die 1867 eröffnete Passage, in der vor allem Edelboutiquen und Restaurants zu finden sind – und eins der wenigen 7-Sterne-Hotels der Welt.

Galleria Vittorio Emanuele II

Einkaufspassage mit Nobel-Geschäften: die Galleria Vittorio Emanuele II
Foto: dpa Picture Alliance

Mode-Fans kommen besonders gern im Frühjahr und im Herbst, wenn Mailand Schauplatz vieler Modemessen ist. Weltberühmte Designer stellen ihre neuen Kollektionen vor. Und auch wer außerhalb der Messezeiten kommt, kann sich ausgiebig der Mode widmen. Etwa im Viertel Quadrilatero della moda zwischen Via Montenapoleone, Via Manzoni, Via della Spiga und Corso Venezia, wo sich exklusive Designerboutiquen aneinanderreihen.

Fußball in Mailand

Und der Fußball? Für den hat Mailand auch eine Kathedrale gebaut: das Giuseppe-Meazza-Stadion mit 85.000 Plätzen. Das größte Stadion Europas, das 1925/26 erbaut und 1979 nach dem Mailänder Fußballspieler Giuseppe Meazza benannt wurde, soll nun allerdings abgerissen werden. Die beiden Mailänder Fußballclubs Inter und AC wollen eine neue Spielstätte errichten.

 

Man könnte noch viel mehr über Mailand erzählen. Über die Grünanlagen, die es hier gibt. Über die Kanäle, Nevigli genannt, die die Stadt durchziehen. Über die Universitäten, darunter „La statale“, die Uni Mailand, mit ihrem eindrucksvollen Hauptgebäude Ca‘ Grande. Oder übers Essen – ohnehin ein Lieblingsthema aller Italiener. Aber viel besser ist es, selbst nach Mailand zu reisen und die Stadt mit eigenen Augen zu sehen.

 

(Text: Silke Böttcher)

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