1. August 2026, 14:38 Uhr | Lesezeit: 7 Minuten
Romantisches Flair, verwinkelte Gassen und holpriges Kopfsteinpflaster. Bayern hat zahlreiche wunderschöne Altstädte zu bieten. Manche davon sind mehr, manche weniger bekannt. TRAVELBOOK stellt sechs der schönsten Altstädte in Bayern genauer vor.
Der historische Kern, die Altstadt, versprüht meist einen ganz besonderen Charme. Alte Häuser, die oftmals unter Denkmalschutz stehen, und Gemäuer, die Geschichten aus den vergangenen Jahrhunderten erzählen. Und dazwischen schlendert man durch enge Gassen und plattgelaufene Wege. In Bayern gibt es einige von diesen charmanten Altstädten – hier stellen wir Ihnen besonders schöne vor (ohne Anspruch auf Vollständigkeit).
Miltenberg
Miltenberg wird auch die „Perle des Main“ genannt und liegt zwischen Aschaffenburg, Wertheim und Obernburg. Und hier befindet sich auch eine der schönsten Altstädte Bayerns. Sie ist geprägt von Fachwerkbauten und romantischen Gassen. Außerdem gibt es auch immer noch den alten Marktplatz, bekannt als „Schnatterloch“.
Viele der alten Gebäude stammen aus dem 16. und 17. Jahrhundert, außerdem gibt es zahlreiche Fachwerkhäuser aus der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg. Besonders schön ist auch der alte Marktbrunnen im Renaissance-Stil auf dem Marktplatz.
Historisch ist das Gasthaus „Zum Riesen“, das sich in Miltenberg befindet. Mitte des 12. Jahrhunderts wurde es erstmals urkundlich erwähnt und bezeichnet sich selbst als die „älteste Fürstenherberge Deutschlands“. Karl IV. oder auch König Ludwig der Bayer hielten sich dort auf.
Wer sich Miltenberg von oben anschauen möchte, sollte den kurzen Aufstieg zur Mildenburg wagen. Sie entstand im 12. Jahrhundert und ist vom Marktplatz aus über enge Gassen und steile Treppen in etwa 15 Minuten zu erreichen. Die Anlage ist als Museum zugänglich und präsentiert unter anderem Werke aus dem 17. bis 19. Jahrhundert.
Füssen
Füssen im Allgäu wird auch als „die romantische Seele Bayerns“ betitelt. Zumindest vom örtlichen Tourismusbüro. Und so ganz unrecht hat es damit nicht. Denn Füssen bietet neben einer mehr als 2000-jährigen Geschichte vor allem eines: Schönheit.
Über der Altstadt thront das Hohe Schloss mit seinen markanten Türmen und kunstvoller Malerei an der Fassade. Einst war es die Sommerresidenz der Fürstbischöfe von Augsburg. Heute sind darin die Städtische Galerie sowie die Filialgalerie der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen untergebracht. Innen ist vor allem der Rittersaal mit seiner geschnitzten Kassettendecke ein echter Hingucker. Vom Uhrturm aus hat man außerdem einen tollen Blick über die Stadt.
Der Seilerturm ist vermutlich einer der 14 Türme der damaligen Stadtmauer, die im 13. Jahrhundert erbaut wurde. Der Torbogen ist heute noch gut erhalten und war einer der Zugänge zur Stadt. Das heutige Zentrum der Altstadt bildet die sogenannte Reichenstraße. Sie war früher die Handelsstraße und an ihrem oberen Ende befindet sich der Stadtbrunnen mit dem heiligen Magnus, Füssens Stadtpatron.
Wer den Brotmarkt in Füssen besucht, entdeckt dort auch den Lautenmacherbrunnen. Dieser erinnert an die historische Bedeutung Füssens für den Lauten- und Geigenbau. Bis heute gibt es in der Stadt nur entsprechende Werkstätten, die das alte Handwerk fortführen und Instrumente bauen.
Nördlingen
Auch die Altstadt Nördlingens ist definitiv einen Besuch wert – denn sie gehört zu den vermutlich am besten erhaltenen in ganz Bayern. Zumindest die Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert. Diese ist nämlich samt fünf Toren, zwölf Türmen und einer Bastei vollständig erhalten und umschließt den Stadtkern vollständig. Der Wehrgang ist dabei auf 2,6 Kilometern rundum begehbar und bietet Besuchern eine wunderbare Aussicht über die Stadt und Umgebung.
Der Slogan der Stadt lautet übrigens „Die schönsten Ecken sind rund“. Wer Nördlingen einmal aus der Vogelperspektive betrachtet, weiß, warum. Denn die Altstadt bildet einen fast perfekten Kreis. Besonders gut zu sehen ist dieser vom „Daniel“ aus. So nennen die Einwohner den 90 Meter hohen Turm der im spätgotischen Stil erbauten Kirche St. Georg.
Wer durch die Altstadt von Nördlingen schlendert, entdeckt außerdem hübsch restaurierte Fachwerkhäuser und viele gut erhaltene Gebäude aus der Renaissance und aus dem Mittelalter.
Nördlingen soll auch schon mehrfach in großen Filmproduktionen vorgekommen sein. Auf der Website des Tourismusverbands Allgäu/Bayerisch-Schwaben e.V. heißt es, dass sie für die Filme „Charlie und die Schokoladenfabrik“ von 1971 und „Bibi Blocksberg“ von 2002 als Kulisse diente.
Rothenburg ob der Tauber
Wenn auch nicht unbedingt ein Geheimtipp mehr, ist die Altstadt von Rothenburg ob der Tauber im Norden Bayerns definitiv einen Besuch wert. Malerisch thront sie über dem Taubertal und versprüht mittelalterlichen Charme dank der charakteristischen Fachwerkhäuser.
Besonders schön ist auch ein Spaziergang an der alten Stadtmauer. Diese ist nämlich vollständig erhalten. Große Teile sind rund um die Uhr begehbar und es gibt den sogenannten Rothenburger Turmweg, dem man folgen kann. Auf vier Kilometern erfährt man viel Wissenswertes über die 46 historischen Türme der Stadt.
Wer durch die Altstadt von Rothenburg ob der Tauber spaziert, wird auch am sogenannten Plönlein nicht vorbeikommen. Rothenburgs wohl bekanntestes Fotomotiv. Plönlein bedeutet „Kleiner Platz am Brunnen“, und dazu gehören neben einem gelben, krummen Fachwerkhaus auch ein Brunnen sowie zwei Türme der alten Stadtmauer.
Das Fachwerkhaus am Plönlein wurde über die Jahre für Filme immer dann kopiert, wenn es darum ging, mittelalterliche europäische Kulissen darzustellen. So etwa auch im Disney-Klassiker „Pinocchio“ von 1940, heißt es auf der örtlichen Tourismuswebsite.
Diese Kleinstadt in Bayern ist ein echter Geheimtipp!
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Lindau
Das Besondere an der Altstadt von Lindau ist nicht nur, dass sie direkt am schönen Bodensee liegt, sondern nahezu vollständig auf einer Insel. Dadurch ergibt sich ein Mix aus historischem Charme, Hafenflair und Alpenpanorama.
Besonders ist auch Lindaus Hafeneinfahrt – sie gilt als die schönste am ganzen Bodensee. Auf der einen Seite prangt der sechs Meter hohe Bayerische Löwe, auf der anderen der 36 Meter hohe Neue Leuchtturm. Letzterer lässt sich über 139 Stufen erklimmen und bietet von dort aus einen wunderbaren Rundumblick.
Wie viele andere Altstädte bietet auch diese eine Vielzahl an schmalen Gassen und liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern. Eines der bekanntesten Motive ist der Mangturm mit seiner quadratischen Form und seinem auffällig bunt gedeckten Dach. Früher diente er als Wach- und Signalturm, heute kann er bei ausgewählten Veranstaltungen besichtigt werden.
Bei einem Stadtbummel kann man auch das Alte Rathaus von Lindau von 1422 mit seiner farbenfrohen Fassade bestaunen. Und auch die ehemalige Klosterkirche aus dem 13. Jahrhundert gehört zur Altstadt. Heute beherbergt sie das Stadttheater Lindau, das größte am Bodensee.
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Bamberg
Die gesamte Altstadt von Bamberg gehört bereits seit 1993 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Begründet wird dies damit, dass die Altstadt ein einzigartiges und sehr gut erhaltenes städtebauliches Kunstwerk darstelle, eine Synthese der Architektur aus Hochmittelalter und Barock.
Die Bamberger Altstadt umfasst insgesamt drei historische Bezirke: die Berg-, die Insel- und die Gärtnerstadt. Noch heute sind viele alte Gemäuer erhalten und mehr als 1000 Häuser stehen unter Denkmalschutz.
Wer also wahrhaftig über geschichtsträchtigen Boden und durch romantische Gassen wandeln will, ist in Bamberg genau richtig. Besonders schön ist auch die ehemalige Fischersiedlung in der Bamberger Inselstadt, die „Klein Venedig“ genannt wird. Dort drängen sich hübsche Fachwerkhäuser mit kleinen Gärten am Wasser.
Ein echter Hingucker ist auch das Alte Rathaus in Bamberg. Auf der örtlichen Tourismuswebsite heißt es, dass nach der Sage der Bischof von Bamberg den Bürgern keinen Platz für ein Rathaus gewähren wollte. Daraufhin rammten diese einfach Pfähle ins Wasser und schufen somit eine künstliche Insel, auf der sie dann wiederum das Rathaus errichteten.