7. März 2026, 14:23 Uhr | Lesezeit: 7 Minuten
Urlaub im eigenen Land bleibt für viele Deutsche die erste Wahl. Schon vor dem Start der Saison 2026 plant laut Umfragen etwa jeder Vierte einen (Kurz-)Trip innerhalb Deutschlands. Besonders gefragt sind Regionen mit Wasser, Bergen und mildem Klima. Am größten See des Landes treffen nicht nur vier Länder aufeinander, sondern auch malerische Altstädte, idyllische Uferlandschaften und dementsprechend zahlreiche Besucher. Wer genauer hinschaut, entdeckt hier jedoch auch Orte abseits der bekannten Hotspots. Sieben solcher Geheimtipps rund um den Bodensee verrät TRAVELBOOK.
Naturbadesee und Freibad, Steißlingen
Nicht jeder Abschnitt des Bodensees eignet sich ideal zum Baden. Flache Uferzonen und Algenbewuchs im Sommer machen den Einstieg ins Wasser vielerorts mühsam, auch längere Schwimmrunden sind kaum angenehm möglich. Eine beliebte Alternative in der Region ist deshalb der Natursee bei der Gemeinde Steißlingen. Der See gilt als einer der saubersten Badeseen der Umgebung. Sein Wasser ist tief, klar und angenehm kühl – ideal zum Reinspringen, Abtauchen und Schwimmen. Gleichzeitig steht der See unter besonderem Schutz: Als Naturdenkmal soll er seinen wertvollen Lebensraum für Pflanzen und Tiere bewahren.
Gebadet werden darf deshalb ausschließlich im extra angelegten Freibad am Ufer. Dieses bietet die besten Bedingungen: eine großzügige Liegewiese, einen großen Wasserspielplatz, ein Beachvolleyballfeld, Tischtennisplatten sowie einen Kiosk mit Terrasse. Im Wasser sorgt ein abgetrennter Nichtschwimmerbereich für zusätzliche Sicherheit. Zudem überwachen Bademeister den Badebetrieb. Gerade für Familien ist der Badesee damit eine entspannte Alternative zum großen Nachbarn Bodensee. Auch der Eintritt ist familienfreundlich. Tickets gibt es bereits ab 1,50 Euro.
Marienschlucht, Bodman-Ludwigshafen
Wer vor etwa einem Jahrzehnt den Bodensee besucht hat, erinnert sich vielleicht an die Marienschlucht. Einst ein beliebtes Ziel für Natur- und Wanderfans sorgte die Schlucht im Mai 2015 jedoch für Schlagzeilen, als ein Erdrutsch zwei Wanderer verschüttete und die Zugänge aus Sicherheitsgründen geschlossen wurden.
Nach rund elf Jahren und Investitionen von etwa 4,5 Millionen Euro ist die Marienschlucht ab Ende März endlich wieder komplett geöffnet. Ein neuer, sicherer Panoramaweg führt Besucher zwischen gewaltigen Felswänden direkt bis ans Ufer des Bodensees. Mitten im Wald laden historische Burgruinen zum Erkunden ein und ein Infopfad vermittelt auch den Jüngsten spannende Einblicke in Natur und Geschichte der Region.
Besonders praktisch: Eine eigene Schiffsanlegestelle ermöglicht den Ein- und Ausstieg direkt vor Ort. Ideal für eine abwechslungsreiche Tour auf dem Wasser und zu Fuß.
Konzertsegel, Radolfzell
Das Seeufer Radolfzells, das durch den Bahnhof von der Altstadt getrennt wird, ist ein wunderbarer Ort für Spaziergänge und Bewegung aller Art. Läuft man in Richtung Süden, kann der Konzertsegel in wenigen Minuten erreicht werden. Dank des aufgeschütteten Ufers ist hier eine weite Fläche entstanden, auf der die architektonische Besonderheit thront. Die Konstruktion, die an ein überdimensionales Fischernetz erinnert, steht sogar unter Denkmalschutz. An dieser Freilichtbühne finden im Sommer viele Veranstaltungen statt, unter anderem das bekannte Seefestival und andere Konzerte aller Genres.
Die Seebar nebenan verleiht diesem Fleck mit gemütlichen Liegestühlen, kalten Sommergetränken und authentischer, schwäbischer Küche einen richtigen Urlaubsflair. Die perfekte Mischung aus Kultur, Freizeit und Erholung.
Grillplatz am Wasserturm, Horn
Auf der flachen deutschen Seite des Bodensees, wo die Alpen den Blick noch nicht dominieren, sind kleine Anhöhen besonders begehrt. Sie bieten seltene Panorama-Ausblicke über Wasser, Felder und die sanften Hügel der Region. Einer der schönsten Orte dafür liegt bei der kleinen Gemeinde Horn auf der Halbinsel Höri.
Beim ehemaligen Wasserturm am Rand des Untersees eröffnet sich ein weiter Blick über den See bis zur gegenüberliegenden Uferlinie. Das Besondere: Der Platz ist nicht nur Aussichtspunkt, sondern auch ein öffentlicher Grillplatz. Eine große Feuerstelle mit moderner Ausstattung lädt dazu ein, hier gemeinsam zu grillen. Die große Wiese bietet viel Raum zum Verweilen, besonders geeignet für Familien. Kinder können hier unbeschwert spielen und herumtoben. Kommen darf jeder und immer – Gruppen über 10 Leute sollen sich bei der Gemeinde im Voraus anmelden.
Besonders stimmungsvoll wird es am Abend: Wenn die Sonne langsam über dem Untersee untergeht, taucht sie Wasser, Felder und Himmel in warme Gold- und Orangetöne.
Bismarckturm, Konstanz
Der Bismarckturm in Konstanz ist einer von zahlreichen Türmen in Deutschland, die zu Ehren Otto von Bismarcks errichtet wurden, und zugleich der höchste in Baden-Württemberg. Seit seiner Einweihung 1912 ist er ein beliebter Treffpunkt. Zwischen Weinreben und auf der weitläufigen Wiese wird hier gepicknickt, gefeiert und die Aussicht genossen.
Nach einem kurzen, aber steilen Aufstieg erreicht man einen eingerahmten Platz, an dem zwei Feuerstellen zum sommerlichen Grillen oder winterlichen Aufwärmen einladen. Von hier eröffnet sich ein beeindruckendes Panorama: die Konstanzer Altstadt, der Bodensee mit Rheindelta und das gegenüberliegende Schweizer Ufer samt Alpenkette.
Heute befindet sich der Turm im Besitz eines Karnevalsvereins, der die Tore an manchen Sonntagen im Sommer und bei gutem Wetter für alle öffnet. In 23 Metern Höhe wirkt die Aussicht noch einmal deutlich eindrucksvoller. Vorbeischauen lohnt sich!
Tipps für einen schönen Urlaub am Bodensee
Warum man theoretisch mitten im Bodensee stehen kann
Badestrand, Altnau
Im Sommer hört man am Schweizer Bodenseeufer häufig den Ruf: „Ab in die Badi!“ In der Schweiz werden so Schwimmbäder oder Badeanlagen an Seen bezeichnet. Fast jede Gemeinde besitzt eine solche Anlage, viele davon direkt am Bodensee. Besucher finden hier gepflegte Liegewiesen, schattige Plätze und meistens kostenlosen Zugang zum Wasser. Manche Badis sind schlicht gehalten, andere bieten zusätzlich Sportflächen oder Verleihstationen.
Ein besonders schöner Badestrand liegt in Altnau. Der Ort ist vor allem für seine Apfelplantagen bekannt und für einen außergewöhnlich langen Holzsteg, der rund 300 Meter weit in den Bodensee hinausführt. Daher sagt man, hier habe das Apfeldorf auch seinen Stiel bekommen. Am Ende des Stegs lädt eine kleine Plattform zum Sprung ins tiefe Wasser ein oder zum Sonnen direkt über dem See.
Die Anlage bietet außerdem eine großzügige Liegewiese, öffentliche Grillplätze und sanitäre Einrichtungen. Am besten erreicht man den Strand mit dem Fahrrad – oder, wie es in der Schweiz heißt, mit dem „Velo“.
Fischersteg Sunset Bar, Bregenz
Um 1900 sorgte eine kuriose städtische Vorschrift dafür, dass das Angeln vom Ufer in Bregenz nicht mehr erlaubt war. Die Bewohner reagierten kreativ: Sie bauten einen langen Holzsteg, der weit in den See hinausragt, um von dort aus ihre Angelruten auszuwerfen. Später diente der Steg sogar als Anlegestelle für ein Wasserflugzeug. Ein Experiment, das jedoch schnell wieder eingestellt wurde.
Seit rund zehn Jahren hat sich der Steg zu einem der angesagtesten Orte für den Sundowner am Bodensee entwickelt: die Fischersteg Sunset Bar. Unter einem romantischen Pavillon und entlang des Stegs auf Barhockern sitzend, genießen Besucher hier frisch gemixte Cocktails mit einem unvergleichlichen Blick. Man sitzt quasi direkt auf dem Wasser, mit dem beeindruckenden Bergpanorama und der Stadtkulisse im Hintergrund. Ein echtes Highlight!
Im Sommer, während der Bregenzer Festspiele, schwebt die Musik sogar über den See bis zur Bar, und vom Steg aus lässt sich das spektakuläre Bühnenbild gut beobachten. Wer diesen Geheimtipp erleben möchte, sollte frühzeitig kommen. Die Plätze sind begrenzt und bei Insidern sehr beliebt.