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Urlaub in Südfrankreich

5 Tipps für einen Städtetrip nach Marseille

alte hafen marseille
Der Alte Hafen ist das Zentrum und eine der schönsten Sehenswürdigkeiten von MarseilleFoto: Getty Images

Inspirierend, quirlig und historisch – die französische Hafenstadt Marseille zieht Urlauber vor allem mit ihrer Vielfalt in ihren Bann. Dazu locken faszinierende Natur an der Côte d’Azur und die meisten Sonnenstunden in einer französischen Großstadt. Marseille ist daher ein ideales Ziel, für alle, die Stadt, Sonne und Meer wollen.

Gegründet wurde die Stadt Marseille etwa 600 vor Christus von den Griechen unter dem Namen Massalia. Im vierten Jahrhundert vor Christus erlangte dann sie eine wichtige Bedeutung als Handelsstadt. Später wurde die Stadt von den Römern erobert und zu einem wohlhabenden Handelszentrum. Heute ist Marseille mit mehr als 900.000 Einwohnern nach Paris die zweitgrößte Stadt Frankreichs. TRAVELBOOK kennt die besten Tipps für einen abwechslungsreichen Städtetrip nach Marseille.

Alle Tipps und Inspirationen aus diesem Artikel gibt es in der folgenden Podcast-Folge von In 5 Minuten um die Welt auch zum Hören – erzählt von Larissa Königs:

Le Vieux Port

Für die meisten Touristen ist der alte Hafen von Marseille der erste Anlaufpunkt in der Innenstadt. Bis ins 19. Jahrhundert war der in der Antike gegründete Hafen das wichtigste Handelszentrum Marseilles. Heute legen die großen Kreuzfahrtschiffe und Liniendampfer in Richtung Korsika oder Sardinien allerdings vom Europort Marseille ab. Im Vieux Port hingegen liegen zahlreiche Segeljachten vor Ort. Eine authentische Erfahrung ist ein Besuch des Fischmarktes am Quai des Belges. Dort bieten die Fischer Lachs, Makrele oder Seeigel an, Zutaten, die man für die traditionelle Fischsuppe Bouillabaisse benötigt. Der Marktbesuch ist etwas für Frühaufsteher: Am besten besucht man ihn daher bereits vor neun Uhr.

Tipp der TRAVELBOOK-Redaktion: Wer am Vieux Port Fisch essen möchte – am besten natürlich Bouillabaisse – sollte auf zwei Dinge achten. Erstens sollten die Preise nicht zu gering sein, denn sonst hat man es weder mit authentischer noch mit qualitativ hochwertiger Küche zu tun. Und zweitens lohnt sich ein Blick in die hinteren Reihen. Dann hat man zwar keinen direkten Hafenblick, aber oftmals die besseren Lokale.

Frioul-Inseln & Château d‘If

Vom Vieux Port legen auch die Linienboote zu den vorgelagerten Iles du Frioul ab. Erster Stopp ist bei den meisten Fahrten die Iles d’If. Darauf befindet sich das in hellem Kalkstein gebaute Château d‘If, auf dem die Romane „Der Graf von Monte Christo“ und „Der Mann mit der eisernen Maske“ von Alexandre Dumas spielten. Die benachbarten Insel Ratonneau war einst militärisches Sperrgebiet, und noch immer sind Teile der Insel nicht öffentlich zugänglich. Besucher können aber trotzdem in den Buchten mit türkisblauem Wasser baden.

Die Festung Château d‘If vor Marseille
Die Festung Château d‘If vor Marseille Foto: Getty Images

Auch interessant: Frankreich begrenzt Besucherzahlen an zwei beliebten Stränden nahe Marseille

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Das Künstlerviertel Le Panier

Hübsche Gassen, Straßenkunst und kleine Geschäfte machten heute den Charme von Le Panier aus. Das war nicht immer so: Das ehemalige Arbeiterviertel genoss früher einen zweifelhaften Ruf wegen des dort angesiedelten Rotlichtmilieus. Inzwischen kaufen auch wohlhabende Pariser Wohnungen in dem Inn-Viertel, in dem sich belebte Touristenstraßen mit verschlafenen Gassen und schönen Plätzen abwechseln. Doch auch wenn Le Panier nicht zu den Geheim-Tipps für Marseille gehört, kann man sich hier im besten Sinne verlieren. Schön sitzt man vor dem Lokal „La Boîte à Panisse“, das die lokale Spezialität Panisse serviert. Die gebratenen Scheiben aus Kichererbsenmehl sind eine gesunde Alternative zu Pommes. Sie werden in vielen verschiedenen Varianten serviert, unter anderem mit Fisch und Meeresfrüchten.

La Panier Marseillle
Le Panier: Das älteste Viertel von Marseille ist heute hip und kreativ Foto: picture alliance / robertharding | Chris Mouyiaris

Museumsbesuch & Fort Saint Jean

Mit seiner Fassade aus hochfestem Beton bildet das Museum der Zivilisationen Europas und des Mittelmeers (MuCEM) einen architektonischen Kontrast zur alten Hafenanlage und der neoromantischen Kathedrale von Marseille. Der mehrfach ausgezeichnete Bau entstand 2013, als Marseille Kulturhauptstadt Europas war. Eine Metallbrücke verbindet den Neubau mit dem Fort Saint Jean.

Achtung: Wer hier an einem stürmischen Tag unterwegs ist, sollte darauf achten, nicht weggeweht zu werden. Sowohl das Museum als auch das Fort liegen direkt zum offenen Meer gelegen und die Wege um die beiden Bauwerke herum bieten kaum Windschatten.

Das moderne Museumsgebäude (links) und das Fort Saint John sind durch eine Bücke verbunden
Das moderne Museumsgebäude (links) und das Fort Saint John sind durch eine Bücke verbunden Foto: Getty Images

Die Calanques

Direkt vor den Stadttoren von Marseille befindet sich der jüngste Naturpark Frankreichs, die Calanques. Erst 2012 eröffnet, zeichnet er sich durch ein einzigartiges Ökosystem aus und zählt schon längst zu den besten Tipps rund um Marseille. Einige Pflanzen und Tiere kommen nur in dieser Region vor. Auch 141.300 Hektar Meer gehören zu dem geschützten Bereich. In ihm sind unter anderem Meeresschildkröten und Delfine zu Hause.

Besucher können die Calanques über Wanderwege erkunden, die bei hoher Waldbrandgefahr teilweise gesperrt sein können. Aber Achtung: Die Abstiege zu den Strandbuchten mit türkisfarbenem Wasser sind zum Teil recht steil.

Blick auf die Calanque de Sugitton
Die Calanque de Sugitton bei Marseille ist ein wunderschönes AusflugszielFoto: Getty Images

Marseille – persönliche Tipps unserer Redakteurin Larissa Königs

Was ist ein Highlight? 
Morgens geht es auf zur Notre Dame de la Garde. Sie ist die Kirche, die auf einem Hügel über der Stadt thront und von fast überall sichtbar ist. Der Name, die beschützende Dame, kommt daher, dass die Kirche Schutz für die Sehfahrer Marseilles spenden sollte. Deswegen ist sie auch auf den Hafen ausgerichtet. Für den Aufstieg braucht man zugegebenermaßen ein wenig Kondition, alternativ fährt auch ein Bus. Von oben bietet sich dann ein wundervoller Ausblick auf die ganze Stadt, das Mittelmeer und die angrenzende Natur. Ein Besuch von Notre Dame de la Garde ist zwar absoluter Standard in Marseille, das aber auch zurecht.  

Außerdem: Zum Palais Longchamp bei Sonnenuntergang gehen. Das imposante Gebäude mit dem dekorativen Wasserfall beherbergt zwei Museen, eins für Naturkunde, eins für Geschichte, und auch der angrenzende botanische Garten ist sehenswert. Wer jedoch zu spät für beides kommt, braucht keine Sorge zu haben, denn für mich war der Blick auf das golden leuchtende Gebäude in der untergehenden Sonne das wahre Highlight.

Und zuletzt das größte Highlight: Die Calanques – aber das wurde ja oben bereits genannt.

Welche Gegend ist ideal für die Unterkunft?
Wir hatten eine Ferienwohnung direkt in der Innenstadt, nur fünf Gehminuten vom Vieux Port entfernt. Zuerst war ich angesichts der Lage direkt in der Einkaufsstraße etwas skeptisch, aber: Nachts war es ruhig und tagsüber hatte man alle Geschäfte für den täglichen Bedarf direkt vor der Haustür. Auch Restaurants und Shoppingmöglichkeiten gibt es viele und der Weg zum Hauptbahnhof dauert zu Fuß nur 15 Minuten.  

Wie kommt man am besten hin?
Man kann natürlich nach Marseille fliegen oder mit dem Auto fahren – wir sind allerdings mit dem Zug angereist. Das ging mit zweimal umsteigen auch sehr gut und von Nordrhein-Westfalen aus haben wir etwa 8 Stunden gebraucht. Ich fand die Zugfahrt eine sehr gute Alternative zum Flieger!  

Weltspeisen
In Marseille ist die französische Küche weniger „Coq au vin“ und mehr mediterrane Mittelmeerdiät: Es wird viel mit frischem Fisch und Gemüse gearbeitet, die Gerichte sind oft leicht und fein. Eine lokale Besonderheit, die mir besonders gut geschmeckt hat, war Tapenade, ein geschmackvoller Aufstrich aus Kapern, Sardellen und Oliven, der mit Crackern oft zur Vorspeise gereicht wird.  

Wovon ich hingegen enttäuscht wurde, waren die Navettes, ein spezielles Gebäck aus Marseille, das traditionell am Feiertag Mariä Lichtermesse gemacht wird und seinen Ursprung vermutlich in der Abtei Saint-Victor hat. Der Name, Bötchen, geht auf die längliche Form zurück, der an ein Boot erinnern soll. So weit, so ikonisch – aber leider hat mich persönlich das kleine Boot, das angeblich nach Orangenblüte schmecken soll, nur an einen trockenen Keks erinnert. Pardon, Marseille!  

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