Sommerurlaub

Bakterien in Nord- und Ostsee – wie gefährlich sind Vibrionen?

Vibrionen
An der Nord- und Ostsee steigt mit den hohen Temperaturen auch die mögliche Gefahr von Infektionen mit Vibrionen-Bakterien (Symbolfoto)
Foto: dpa picture alliance

Mit den warmen Sommertagen steigt hierzulande die Infektionsgefahr mit Vibrionen - eine Ansteckung mit dem Bakterium kann schlimmstenfalls tödlich enden. TRAVELBOOK erklärt, wo Sie mit Vibrionen rechnen müssen.

In diesem Sommer wird es wohl an den Stränden der Nord- und Ostsee besonders voll werden – doch nicht nur Badegäste freuen sich über das warme Wasser, sondern auch Vibrionen. Das sind Bakterien, die sich ab Temperaturen von über 20 Grad stark vermehren und schwere Wundinfektionen oder Magen-Darm-Erkrankungen auslösen können, wie das Robert-Koch-Institut informiert.

Die Bakterien kommen demnach „weltweit sowohl in Süß- als auch Salzwasser vor, beispielsweise in Flussmündungen/Buchten, Bodden/Lagunen, Brackwasser und auch in Binnenseen” – und eben auch in der Nord- und Ostsee. Besonders in stehenden, flachen und sich daher rasch erwärmenden Bereichen sei die Infektionsgefahr höher, in Bereichen mit tieferem Wasser und stärkerem Wellengang entsprechend geringer.

„Dringend chirurgisch behandeln”

Weiter heißt es, auch aus Schweden, Finnland, Dänemark, Norwegen, den Niederlanden sowie von den Kanal-Inseln und der polnischen Küste seien Infektionen bekannt. Berichte über Vibrionen gäbe es zudem auch aus den USA, Israel, Spanien, Griechenland, Tunesien und der Türkei. Entscheidend für die Verbreitung der Vibrionen sei der Salzgehalt des Wassers, und dieser liege bei der Ostsee mit durchschnittlich 0,8 Prozent besonders niedrig und damit günstig für die Bakterien.

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Eine Infektion ist beispielsweise dann möglich, wenn eine nicht (vollständig) verheilte Wunde in Kontakt mit Erreger-verseuchtem Meerwasser kommt. Dadurch können sich eitrige Entzündungen bilden, die „dringend chirurgisch behandelt werden müssen.” Über den Verzehr von rohen oder unzureichend gegarten Meeresfrüchten und Fisch kann man sich darüber hinaus eine Magen-Darm-Infektion mit Vibrionen zuziehen.

Die Krankheit kann tödlich verlaufen

Bezüglich einer möglichen Magen-Darm-Erkrankung heißt es: „Bei gastroenteritischen Infektionen treten krampfartige abdominale Schmerzen, Erbrechen, Übelkeit und wässriger Durchfall auf. Meist ist der Verlauf insgesamt mild. Bei schweren Verläufen kann es ebenfalls zu einer Sepsis kommen. Wird die Sepsis nicht rechtzeitig erkannt und antibiotisch behandelt, kann dies zum Mehrfachorganversagen und/oder einem septischen Kreislaufschock führen und tödlich enden.” Theoretisch ist auch eine Infektion über die Ohren möglich.

In Deutschland nur wenige Fälle pro Jahr

Seit dem 1. März 2020 ist eine Erkrankung mit Vibrionen meldepflichtig. Eine erfolgreiche Behandlung mit Antibiotika sei aber bei rechtzeitiger Erkennung möglich. Zum Schluss nun aber die gute Nachricht: Von 2002 bis 2019 verzeichnete das RKI jährlich gerade einmal bis zu 20 Infektionen mit dem Bakterium, fast alle davon an der Ostsee. Gefährdet sind laut dem Institut vor allem ältere Menschen mit Vorerkrankungen wie Diabetes, Lebererkrankungen oder Krebs, bei der Ohrinfektion besonders Kinder. Die bekannt gewordenen Erkrankungen traten in der Regel von Juni bis September auf.

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