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Mehr als 5 Grad Neigung!

Der schiefste Turm der Welt steht in Niedersachsen

Schiefer Turm von Suurhusen
Der schiefe Turm von Suurhusen steht als schiefster Turm der Welt im Guinness-BuchFoto: dpa picture alliance

Der schiefe Turm von Pisa ist weltweit bekannt. Doch es gibt Türme, die noch deutlich schiefer sind als das berühmte Bauwerk in Italien. Den Weltrekord hält ein Turm in Deutschland, genauer gesagt im niedersächsischen Suurhusen.

Von Suurhusen, einem kleinen Ort in Ostfriesland mit gerade einmal 1100 Einwohnern, hätten wohl nur die wenigsten gehört, stünde dort nicht der schiefste Turm der Welt. Der Turm der in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts im gotischen Stil errichteten Suurhusener Kirche sieht zwar längst nicht so spektakulär aus wie sein imposante Marmor-Pendant in Pisa, doch ist er dafür um noch einiges schiefer. Während der knapp 60 Meter hohe schiefe Turm von Pisa lediglich eine Neigung von 3,97 Grad aufweist, punktet der rund 27 Meter hohe Glockenturm in Suurhusen mit einer beachtlichen Schieflage von 5,19 Grad. Damit gilt der schiefe Turm von Suurhusen laut Guinness-Buch unter den nicht absichtlich schief gebauten Gebäuden als der schiefste Turm der Welt.

Die Geschichte des schiefsten Turms der Welt

Schiefster Turm der Welt
Der schiefste Turm der Welt wurde saniert und ist seit 1985 wiedereröffnetFoto: dpa Picture Alliance

Um die Frage, wer den schiefsten Turm der Welt besitzt, ist schon so manche Debatte entbrannt. Gern hätte u. a. auch die rheinland-pfälzische Ortsgemeinde Dausenau den Titel für ihren schiefen Turm (Neigung: 5,22 Grad) beansprucht, doch wurde ihr die Anerkennung unterschiedlichen Medienberichten zufolge von der Guinness-Buch-Redaktion verwehrt. Grund: Bei dem Turm der mittelalterlichen Stadtmauer von Dausenau handele es sich um eine Ruine.

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Der Turm von Suurhusen wurde erst 1450 an die bereits seit Mitte des 13. Jahrhunderts bestehende Suurhusener Kirche angebaut. In Schieflage geriet der Glockenturm dann Ende des 19. Jahrhunderts. Durch die Entwässerung umliegender Ländereien war der Grundwasserspiegel so weit abgesackt, dass das aus Eichenstämmen errichtete Turm-Fundament durch die Luftzufuhr zu vermodern begann – und der Überhang des Turms mit der Zeit auf bis 2,47 Meter anwuchs. 1975 musste die Kirche dann aus Sicherheitsgründen gesperrt werden und wurde erst 1985 nach einer Sanierung des Turms wiedereröffnet.