7. November 2025, 6:38 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Der Europa-Park in Rust bei Freiburg gilt als größter Freizeitpark Deutschlands – und wurde schon mehrfach zum besten der Welt gewählt. Jedes Jahr zieht er Millionen Besucher an, die zwischen Achterbahnen, Themenwelten und Shows Europa im Miniaturformat erleben. TRAVELBOOK-Autorin Sarah Bachmann war vor Ort und hat ihre ganz eigenen Erfahrungen gesammelt.
Im baden-württembergischen Rust, unweit von der französischen Grenze, liegt der rund 100 Hektar große Europa-Park. Bei den „Golden Ticket Awards“ wurde er in diesem Jahr erneut zum besten Freizeitpark der Welt gekürt. Doch was unterscheidet ihn von anderen und was macht seinen Reiz wirklich aus? Ich habe einen Tag im Europa-Park verbracht und schnell verstanden, warum hier nicht nur Kinder Spaß haben.
Übersicht
Ein Stück zurück in die Kindheit
Seit meinem sechsten Geburtstag habe ich meinen Geburtstag regelmäßig im Europa-Park in Rust verbracht. Mit den Jahren wurden die Abstände zwischen den Besuchen allerdings immer länger. Im Oktober war ich zurück und habe mich ein kleines bisschen in meine Kindheit zurückversetzt gefühlt.
Die offizielle Öffnungszeit des Parks ist um 9 Uhr, wir waren schon eine Viertelstunde früher da. Es war gut besucht, doch sobald man durch die Tore geht, verläuft sich die Menge schnell. Mein Vorsatz: dieses Mal nicht sofort zu den großen Attraktionen stürmen, sondern bewusst auf die kleinen Dinge achten. Und das fällt hier nicht schwer: kleine Geschäfte, ein Backwarenladen und passend zur Halloween-Saison überall Kürbisse, Lichterketten und Lampions.
Erster Stopp in Italien
Der erste Stopp führt uns in den italienischen Themenbereich, eine von insgesamt 17 europäischen Welten im Park. Die Fahrt in der neu gestalteten Geisterbahn ist schaurig, aber nicht zu gruselig und damit ein guter Einstieg in den Tag. Davor erinnert die Gestaltung mit Brücke und Wasserlauf an Venedig. Mein Highlight ist die Achterbahn „Arthur“ mit Indoor-Elementen. Hier mussten wir zwar rund 40 Minuten anstehen, aber der Wartebereich, der durch eine Höhle führt, macht das Warten angenehmer. Was mir sofort auffällt: Die Thematisierung geht weit über die reine Optik hinaus. Schon in der Warteschlange riecht es nach Honig, passende Musik läuft und selbst die Mitarbeiter sind entsprechend gekleidet.
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Adrenalin und Ruhe
Während ich als Kind noch ohne Pause eine Achterbahn nach der anderen fahren konnte, merke ich inzwischen, dass eine kleine Pause zwischendurch ganz gut tut. Der Park bietet dafür viele ruhige Ecken und eine gute Mischung aus Action und Entspannung. Besonders schön sind die Sitzmöglichkeiten mit Blick auf die silberne Kugel des „Eurosat–CanCan Coaster“ im französischen Themenbereich oder in Skandinavien, wo man den Looping der „Blue Fire“ beobachten kann.
Zugleich gibt es im Park passend zu den Themenbereichen zahlreiche Restaurants und Stände mit landestypischen Snacks, teilweise auch mit veganen Angeboten. Ein Klassiker darf natürlich nicht fehlen: die „Euro-Mir“ im russischen Themenbereich. Sie wirbelt ordentlich durch – mit dem ikonischen Soundtrack wäre die Fahrt perfekt gewesen, der wurde allerdings durch eine saisonale Variante ersetzt. An den Wasserbahnen ist Ende Oktober weniger los, sodass man oft nur fünf bis zehn Minuten anstehen muss.
Am Abend bleibt noch Zeit für einen Abstecher in den neuen kroatischen Themenbereich, der besonders durch seine Sauberkeit und detailreiche Gestaltung auffällt. Die neue Achterbahn haben wir an diesem Tag aus Zeitgründen ausgelassen, vielleicht ein guter Grund, beim nächsten Besuch wiederzukommen oder sich selbst ein Bild zu machen.
Ein Tag, viele Eindrücke
Wer am Ende des Tages keinen Muskelkater haben möchte, sollte unbedingt auf bequemes Schuhwerk achten. Wer alle Themenbereiche sehen will, legt schnell einige Kilometer zurück. Alternativ kann man mit dem „EP-Express“ Station für Station durch die europäischen Länder fahren. An volleren Tagen ist es dennoch gar nicht so leicht, wirklich alles zu erkunden – ich würde bei meinem nächsten Besuch daher mindestens zwei Tage im Park einplanen. Auffällig ist, dass viele Besucher ihren Aufenthalt bis zum Schluss auskosten. Selbst kurz vor Parkschluss sind die Wege noch belebt.
Der Eintritt ist zwar kein Schnäppchen, angesichts des Erlebnisses aber vollkommen angemessen. Der Park überzeugt mit Liebe zum Detail, abwechslungsreichen Themenbereichen und einer Atmosphäre, die sowohl Familien als auch Erwachsene anspricht. Nach all den Jahren fühlt sich ein Besuch hier für mich immer noch ein bisschen an wie früher.

