Für diese Kunst müssen Sie tief tauchen

Das spektakulärste Unterwasser-Museum der Welt

„The Silent Evolution“ heißt dieses Werk des britischen Künstlers Jason deCaires Taylor. Die 450 Skulpturen befinden sich in einer Tiefe zwischen 6 und 9 Metern vor der nördlichen Halbinsel Yucatan in Mexiko.
„The Silent Evolution“ heißt dieses Werk des britischen Künstlers Jason deCaires Taylor. Die 450 Skulpturen befinden sich in einer Tiefe zwischen 6 und 9 Metern vor der nördlichen Halbinsel Yucatan in Mexiko.
Foto: www.jasondecairestaylor.com
Für die Skulpturen standen Mexikaner aller Bevölkerungsschichten Modell. Das Bild zeigt das Kunstwerk in noch relativ neuem Zustand. Inzwischen haben sich die Figuren durch die marinen Einflüsse stark verändert.
Für die Skulpturen standen Mexikaner aller Bevölkerungsschichten Modell. Das Bild zeigt das Kunstwerk in noch relativ neuem Zustand. Inzwischen haben sich die Figuren durch die marinen Einflüsse stark verändert.
Foto: www.jasondecairestaylor.com
Die Gesichtszüge hat der Künstler detailreich herausgearbeitet.
Die Gesichtszüge hat der Künstler detailreich herausgearbeitet.
Foto: www.jasondecairestaylor.com
In den Öffnungen im Beton haben sich nach und nach Fische und andere Tiere angesiedelt. Diese Skulptur interagiert mit dem Meerwasser – auch diesen Effekt wollte der Künstler mit seinen Werken hervorrufen.
In den Öffnungen im Beton haben sich nach und nach Fische und andere Tiere angesiedelt. Diese Skulptur interagiert mit dem Meerwasser – auch diesen Effekt wollte der Künstler mit seinen Werken hervorrufen.
Foto: www.jasondecairestaylor.com
Muscheln, Korallen und Algen haben den ehemals grauen Beton bunt eingefärbt.
Muscheln, Korallen und Algen haben den ehemals grauen Beton bunt eingefärbt.
Foto: www.jasondecairestaylor.com
Links das menschliche Vorbild, in der Mitte die Skulptur, wie sie anfangs aus – und rechts das, was die Natur inzwischen daraus gemacht hat.
Links das menschliche Vorbild, in der Mitte die Skulptur, wie sie anfangs aus – und rechts das, was die Natur inzwischen daraus gemacht hat.
Foto: www.jasondecairestaylor.com
Nach nur zwei Jahren unter Wasser haben Algen, Muscheln und andere Meerestiere das Aussehen der Skulpturen völlig verändert.
Nach nur zwei Jahren unter Wasser haben Algen, Muscheln und andere Meerestiere das Aussehen der Skulpturen völlig verändert.
Foto: www.jasondecairestaylor.com
Die Skulpturen sind in einer Tiefe zwischen 6 und 9 Metern auf dem Meeresboden verankert, so dass sie auch von Schnorchlern erreicht werden können.
Die Skulpturen sind in einer Tiefe zwischen 6 und 9 Metern auf dem Meeresboden verankert, so dass sie auch von Schnorchlern erreicht werden können.
Foto: www.jasondecairestaylor.com
„Banker“ ist der Titel dieses Kunstwerks, das aus insgesamt fünf Skulpturen besteht, die alle ihren Kopf in den Sand stecken
„Banker“ ist der Titel dieses Kunstwerks, das aus insgesamt fünf Skulpturen besteht, die alle ihren Kopf in den Sand stecken
Foto: www.jasondecairestaylor.com
„The last supper“ („Das letzte Mahl“) lautet der Name dieser Installation. Muscheln und Schnecken haben sich inzwischen zu dem Obst und den Handgranaten aus Stein gesellt.
„The last supper“ („Das letzte Mahl“) lautet der Name dieser Installation. Muscheln und Schnecken haben sich inzwischen zu dem Obst und den Handgranaten aus Stein gesellt.
Foto: www.jasondecairestaylor.com
„Inertia“ – Trägheit – hat der Künstler dieses Werk genannt. Es zeigt einen beleibten Mann auf einem Sofa, vor sich einen Fernseher und einen Burger mit Pommes.
„Inertia“ – Trägheit – hat der Künstler dieses Werk genannt. Es zeigt einen beleibten Mann auf einem Sofa, vor sich einen Fernseher und einen Burger mit Pommes.
Foto: www.jasondecairestaylor.com
Das Kunstwerk „Vicissitudes“ („Launen“) kann man vor der Karibik-Insel Grenada bewundern. Insgesamt 7 verschiedene Skulpturen verteilen sich hier, in der Moliniere Bay im Westen der Insel, auf einer Fläche von  800 Quadratmetern.
Das Kunstwerk „Vicissitudes“ („Launen“) kann man vor der Karibik-Insel Grenada bewundern. Insgesamt 7 verschiedene Skulpturen verteilen sich hier, in der Moliniere Bay im Westen der Insel, auf einer Fläche von  800 Quadratmetern.
Foto: www.jasondecairestaylor.com
Ein bisschen unheimlich wirkt der menschliche Kreis im tiefblauen Wasser ja schon. Vor allem Taucher, die den Unterwasser-Skulpturenpark nicht kennen, dürfen bei diesem Anblick einen Schreck bekommen.
Ein bisschen unheimlich wirkt der menschliche Kreis im tiefblauen Wasser ja schon. Vor allem Taucher, die den Unterwasser-Skulpturenpark nicht kennen, dürfen bei diesem Anblick einen Schreck bekommen.
Foto: www.jasondecairestaylor.com
Auch hier hat sich das Aussehen der Skulpturen inzwischen stark verändert.
Auch hier hat sich das Aussehen der Skulpturen inzwischen stark verändert.
Foto: www.jasondecairestaylor.com
Diese Skulptur ist mittlerweile alles andere als grau.
Diese Skulptur ist mittlerweile alles andere als grau.
Foto: www.jasondecairestaylor.com
Ein VW-Käfer mit einer Figur liegenden Figur auf der Motorhaube: Dieses Werk heißt „Anthropocene“ und befindet sich ebenfalls in Mexiko. Die Löcher sind dafür da, dass Fische ins Innere des Autos schwimmen können.
Ein VW-Käfer mit einer Figur liegenden Figur auf der Motorhaube: Dieses Werk heißt „Anthropocene“ und befindet sich ebenfalls in Mexiko. Die Löcher sind dafür da, dass Fische ins Innere des Autos schwimmen können.
Foto: www.jasondecairestaylor.com
Wie ein Engel wirkt diese weibliche Figur, die den Namen „Reclamation“ trägt.
Wie ein Engel wirkt diese weibliche Figur, die den Namen „Reclamation“ trägt.
Foto: www.jasondecairestaylor.com
Sogar ein kleines Steinhaus steht vor Mexiko auf dem Meeresgrund. Und auch im Werk „Urban Reef“ hat der Künstler überall Öffnungen und Hohlräume geschaffen, damit Meerestiere hier ein neues Zuhause finden.
Sogar ein kleines Steinhaus steht vor Mexiko auf dem Meeresgrund. Und auch im Werk „Urban Reef“ hat der Künstler überall Öffnungen und Hohlräume geschaffen, damit Meerestiere hier ein neues Zuhause finden.
Foto: www.jasondecairestaylor.com
Diese Skulptur scheint auf dem Wasser zu stehen. Mehr über die Werke von Jason deCaires Taylor, den Entstehungsprozess und die genauen Locations finden Sie auf der Website des Künstlers.
Diese Skulptur scheint auf dem Wasser zu stehen. Mehr über die Werke von Jason deCaires Taylor, den Entstehungsprozess und die genauen Locations finden Sie auf der Website des Künstlers.
Foto: www.jasondecairestaylor.com

Der Brite Jason deCaires Taylor ist bildender Künstler. Seine viel beachteten Skulpturen stehen allerdings nicht in einem gewöhnlichen Museum – sondern auf dem Meeresgrund. Dadurch ist die Kunst ist stetigem Wandel, beeinflusst von den Kräften des Wassers und den Meerestieren.

Wer vor Cancún im Norden der mexikanischen Halbinsel Yucatan auf Tauchgang geht, ohne das dort gelegene Unterwassermuseum zu kennen, dürfte erst mal einen gehörigen Schreck bekommen: Bei der Isla Mujeres drängen sich Hunderte lebensgroße Skulpturen auf dem Meeresgrund, 450 an der Zahl. Kinder, Frauen, Schwangere, junge und alte Männer stehen dicht an dicht, die Augen geschlossen und in stiller Pose verharrend.

„The Silent Evolution“ heißt das Werk, das der britische Künstler Jason deCaires Taylor im Jahr 2012 in acht Metern Tiefe installiert hat. Für die Skulpturen standen Mexikaner aller Altersklassen und Schichten Modell.

Jason deCaires Taylor mit seinen Skulpturen

Jason deCaires Taylor mit seinen Skulpturen. Foto: www.jasondecairestaylor.com

Die Installation ist Teil des Museo Subacuático de Arte (MUSA), das über zwei „Ausstellungsbereiche“ von insgesamt 420 Quadratmetern zwischen der Isla Mujeres und der Punta Nizuc verfügt. 21 Werke von Jason deCaires Taylor, bestehend aus mehr als 500 Einzelskulpturen, können Taucher und Schnorchler hier in bis zu 10 Metern Tiefe besichtigen.

Das Besondere: Die Figuren werden nicht etwa regelmäßig gereinigt oder gar restauriert – im Gegenteil. Es ist sogar vom Künstler gewollt, dass sich Korallen, Muscheln und Algen auf den Statuen absetzen. Dadurch erhalten die Figuren ein beinahe groteskes Aussehen, geformt von der Natur und den Kräften des Wassers.

Nach und nach nehmen Meerestiere und -pflanzen Besitz von den Skulpturen und geben ihnen ein völlig anderes Aussehen

Nach und nach nehmen Meerestiere und -pflanzen Besitz von den Skulpturen und geben ihnen ein völlig anderes Aussehen. Foto: www.jasondecairestaylor.com

Es geht um mehr als nur um Kunst

Neben dem künstlerischen Aspekt geht es bei den Installationen von Jason deCaires Taylor noch um etwas anderes: den Schutz der Natur. Die nahe gelegenen natürlichen Korallenriffe im Cancún Marine Park, der mit jährlich 750.000 Besuchern zu den beliebtesten Tauchrevieren der Welt zählt, sollen durch den neu entstandenen Tauchspot entlastet werden. Ziel ist es, einen Teil der Tauchtouristen von den Korallenriffen weg zu dem leicht zugänglichen Skulpturenpark zu lotsen, der inzwischen unzählige Fische und Unterwasserpflanzen angelockt hat.

Die Statuen sind aus einem speziellen Beton gefertigt, der 10 Mal härter ist als normaler Beton. Zudem ist das Material pH-neutral, was dem Wachstum von Korallen zugute kommt. „Das Museum, welches das Zusammenspiel von Kunst und Umweltprozessen aufzeigen will, bildet eine komplexe Riffstruktur für die Ansiedlung von marinem Leben“, schreibt der Künstler auf seiner Website.

Dieses Video zeigt eindrucksvoll, wie sich die Skulpturen unter Wasser mit der Zeit verändern:

 

Ein weiterer Skulpturenpark mit Werken von Jason deCaires Taylor befindet sich vor der Karibik-Insel Grenada. In der Moliniere Bay verteilen sich 65 Figuren auf einer Fläche von insgesamt 800 Quadratmetern. Und auch hier geht es nicht nur um Kunst, sondern um die Rehabilitation des sensiblen marinen Ökosystems, welches in den vergangenen Jahren durch mehrere schwere Stürme in Mitleidenschaft gezogen wurde.

„Die Platzierung einer künstlichen Struktur hat die Grundlage für das Wachstum neuen marinen Lebens geschaffen“, heißt es in der Projektbeschreibung. Die Skulpturen seien darüber hinaus auch entworfen worden, um Tauchern eine Abwechslung zu anderen Gebieten mit Korallenriffen in der Gegend zu bieten, welche durch Wassersportaktivitäten bereits stark überlastet seien.

Impressionen vom Werk „The Silent Evolution“ in Mexiko und weiteren Unterwasser-Installationen von Jason deCaires Taylor sehen Sie oben in der Foto-Galerie!

 

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