Auf den Bänken sitzen geisterhafte Gestalten

Die wohl gruseligste Kirche Europas

Gruselig: In der St.-Georg-Kirche im tschechischen Dorf Luková sitzen Dutzende Geister
Gruselig: In der St.-Georg-Kirche im tschechischen Dorf Luková sitzen Dutzende Geister
Foto: Getty Images
Wer nicht auf den Anblick vorbereitet ist, dürfte beim Betreten der Kirche einen gehörigen Schrecken bekommen
Wer nicht auf den Anblick vorbereitet ist, dürfte beim Betreten der Kirche einen gehörigen Schrecken bekommen
Foto: Getty Images
Doch keine Angst: Bei den Geistern handelt sich um eine Installation des tschechischen Künstlers Jakub Hadrava
Doch keine Angst: Bei den Geistern handelt sich um eine Installation des tschechischen Künstlers Jakub Hadrava
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Die Gips-Figuren sollen die Geister der einst in Luková lebenden Sudetendeutschen symbolisieren
Die Gips-Figuren sollen die Geister der einst in Luková lebenden Sudetendeutschen symbolisieren
Foto: Getty Images
De St.-Georg-Kirche ist seit mehr als 40 Jahren verlassen und halb verfallen
De St.-Georg-Kirche ist seit mehr als 40 Jahren verlassen und halb verfallen
Foto: Getty Images
Anfangs waren es nur neun Geister-Skulpturen. Inzwischen hat der Künstler 32 davon erschaffen, einige davon stehen auch
Anfangs waren es nur neun Geister-Skulpturen. Inzwischen hat der Künstler 32 davon erschaffen, einige davon stehen auch
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Gemeinsames Beten – manchmal auch mit „echten“ Menschen dazwischen. Die meisten Besucher kommen aus Deutschland und Großbritannien
Gemeinsames Beten – manchmal auch mit „echten“ Menschen dazwischen. Die meisten Besucher kommen aus Deutschland und Großbritannien
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Würde es Sie bei diesem Anblick nicht gruseln?
Würde es Sie bei diesem Anblick nicht gruseln?
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In der kleinen tschechischen Gemeinde Luková steht eine Kirche, deren Bänke von Dutzenden geisterhaften Gestalten besetzt sind. In weiße Laken gehüllt sitzen die gesichtslosen Wesen da und schweigen. TRAVELBOOK sagt, was hinter dem wahrlich gruseligen Anblick steckt.

Schon von außen wirkt die St.-Georg-Kirche wie ein Ort, an dem man sich nicht gerne alleine aufhält, vor allem nicht nachts. Das von einem Friedhof umgebene Gebäude ist verfallen, an vielen Stellen bröckelt der Putz ab. Noch unheimlicher geht es drinnen zu: .

St.-Georg-Kirche im tschechischen Luková, Ghost Church

Die St.-Georg-Kirche im tschechischen Luková im Jahr 2014
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Kirche wurde schwer beschädigt

Die St.-Georg-Kirche blickt auf eine lange Geschichte zurück: Erbaut wurde sie schon im Jahr 1352 im damaligen Böhmen. Als die Kirche Ende des 18. Jahrhunderts ausbrannte, baute man sie im neo-romanischen und neo-gotischen Stil wieder auf. Im Jahr 1968 dann stürzte während einer Beerdigung das Dach ein. Die Bewohner von Luková erkannten darin ein schlechtes Omen, einen Fluch, und zogen es fortan vor, die Messen außerhalb der Kirche abzuhalten. Seitdem rottete das Gotteshaus vor sich hin, war außen wie innen schwer beschädigt.

Die gruselige Kunst-Installation von Jakub Hadrava könnte für die St.-Georg-Kirche die Rettung bedeuten. Immer mehr Touristen kommen seither nach Luková, um die „Geisterkirche“ zu sehen – und genauso war auch der Plan. „Ich wollte die Kirche für Besucher attraktiv machen und so versuchen, Geld für die Renovierung aufzubringen“, sagt Hadrava der britischen Zeitung „Daily Mail“ im Jahr 2014.

St.-Georg-Kirche im tschechischen Luková, Ghost Church

Schweigend sitzen die Geister auf den Kirchenbänken
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32 Geisterfiguren

Anfangs waren es nur neun Skulpturen, gefertigt aus Gips. Nach und nach kamen immer mehr dazu, inzwischen sind es 32. „Die Figuren stellen die Geister der Sudetendeutschen dar, die vor dem Zweiten Weltkrieg in Luková lebten und jeden Sonntag zum Beten in diese Kirche kamen“, erklärt der Künstler. Mit seinem Werk wolle er der Welt zeigen, dass dieser Ort eine Vergangenheit habe und ein Teil des alltäglichen Lebens gewesen sei, aber dass das Schicksal einen großen Einfluss auf das Leben habe.

Touristen kommen aus aller Welt

Die meisten Besucher kommen aus Deutschland und Großbritannien. Sogar Touristen aus Brasilien, Australien und Japan haben sich schon in das 700-Einwohner-Dorf im Nordosten von Tschechien verirrt, um einmal zwischen Geistern in der Kirche sitzen zu können.

„Mit dem Geld, dass die Besucher da lassen, können wir die Kirche irgendwann reparieren und sie in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzen“, sagte der ehrenamtliche Kirchenleiter Petr Koukl der „Daily Mail“.

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Inzwischen sind drei Jahre vergangen – und ganz offensichtlich hatte die ungewöhnliche Kunst-Installation Erfolg: Wie das Online-Portal Atlas Abscura berichtet, kamen mittlerweile so viele Spenden von Besuchern aus aller Welt zusammen, dass davon das Dach der Kirche repariert und das Gebäude insgesamt stabilisiert werden konnten. Die Messen müssen seitdem nicht mehr im Freien abgehalten werden – stattdessen sitzen die Kirchgänger wieder auf den Bänken im Inneren, neben und zwischen den Geistern. Denn die dürfen vorerst bleiben.

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