30. Oktober 2025, 15:15 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Würden Sie gerne in einem spukenden Haus wohnen, in dem paranormale Dinge passieren? Keine Gruselgeschichte, kein Horrorfilm: Für Kyle Wheeler und Aleha Jane ist das die Realität. Das junge Paar kaufte die legendäre „Bissell Mansion“ in St. Louis und war kürzlich sogar Finalist einer TV-Show, die das gruseligste Haus Amerikas kürt. Was es wirklich mit dem Geisterhaus auf sich hat – TRAVELBOOK erklärt die Hintergründe und sprach mit Hausbesitzer Kyle Wheeler.
Wie die Zeitung „St. Louis Post-Dispatch“ schreibt, baute der Kriegsveteran Kapitän Lewis Bissell 1823 im Bezirk College Hill die Bissell Mansion – das bis heute älteste Haus in St. Louis. Mehrmals wechselten die Besitzer. Mysteriöse Vorkommnisse und Legenden kursieren seither über das Anwesen – von aufeinanderreihenden Todesfällen bis zu gruseligen Gestalten hinter Fenstern und schaurigen Geräuschen in den Gängen.
„Gott wollte, dass wir dieses Haus kaufen“
„Gott wollte, dass wir dieses Haus kaufen, und hat jedes Hindernis aus dem Weg geräumt, damit es klappt“, berichtet Kyle Wheeler auf Nachfrage von TRAVELBOOK.
40 Jahre lang war das Anwesen ein beliebtes Krimi-Dinner-Theater, in dem Gäste beim Essen fiktive Morde aufklären konnten. „Als meine Frau und ich 2019 zusammenkamen, wollten wir dort unbedingt eine Show besuchen, aber sie war ausverkauft. Wir waren nur eine Nacht in der Stadt, also sind wir zumindest hingefahren, um das Gebäude von außen zu sehen – und haben uns sofort verliebt.“
Besonders die griechisch inspirierte Architektur und die deutsche Ziegelbauweise hätten ihn fasziniert: „Als es 2022 auf den Markt kam, wussten wir, dass wir es kaufen müssen.“ Für 205.000 US-Dollar kaufte das Paar letzten Oktober das Anwesen – ohne es jemals von innen gesehen zu haben.
Schritte, Geister und aufgehende Türen
Bis heute scheint das Haus seinen Grusel nicht aufzugeben: Im Juni fand Eigentümer Kyle Wheeler unter der alten Veranda ein menschliches Skelett. Die Polizei sperrte daraufhin den Bereich ab, bis die Herkunft der Knochen geklärt ist.
„Ich höre ständig Schritte im oberen Stockwerk, Lichter gehen von selbst an und Türen mit komplizierten Schlössern öffnen sich plötzlich“, sagt Wheeler. „Ich kann mir erklären, warum das Licht flackert – aber nicht, warum sich Türen selbst entriegeln oder schwere Stiefel über den Flur laufen.“
Bauarbeiter berichteten außerdem, sie hätten einen älteren Mann in schwarzer Kleidung im oberen Fenster gesehen, der sie anstarrte. „Ich selbst habe nie etwas Übernatürliches gesehen, aber meine Frau ist überzeugt, dass es hier spukt“, so Wheeler.
TRAVELBOOK legt Wheeler auch das hier zu sehende Foto vor – und selbst er reagiert ratlos: „Dieses Bild ist wirklich unheimlich – ich habe keine Ahnung, was das ist!“
Ein Haus mit vielen Toten
Die Bissell Mansion ist ein Haus, geprägt von Schicksalschlägen. Die damalige Zeitung „St. Louis Republic“ berichtete im Jahr 1857 über den Tod einer Sklavin des Hauses namens Aunt Till, die angeblich unglaubliche 130 Jahre alt wurde.
1882 verkauften die Bissells das Haus an Familie Kraft – diese wurde daraufhin von einer echten Tragödie heimgesucht. „Bis heute wissen wir von 13 Menschen, die tatsächlich hier gestorben sind“, bestätigt Wheeler. „Wir kennen auch die Umstände einiger Todesfälle. Drei Kinder starben innerhalb von elf Tagen im Jahr 1886 an Diphtherie – einer schweren Lungeninfektion.“
Im Jahr 1953 sollte das Anwesen abgerissen werden, allerdings schaltete sich die Landmarks Association of St. Louis ein, um es vor dem Abriss zu bewahren. Anschließend wurde es kurzzeitig in ein Restaurant umfunktioniert, bis es zu dem beliebten Krimi-Dinner-Theater wurde.
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„Das Haus ist zu gruselig, um hier Kinder großzuziehen“
Heute besitzt das Paar ein Haus mit elf Schlafzimmern, 13 Kaminen und einem riesigen Keller – aber auch einem großen Renovierungsbedarf. Der Putz bröckelt, die Tapeten sind alt, und die Beleuchtung ist schwach.
„Mit der Zeit merken wir, dass das Haus zu gruselig ist, um Kinder hier großzuziehen“, sagt Wheeler. „Aber wir wollen es renovieren, das Dinner-Theater wiedereröffnen und Gästen ermöglichen, hier zu übernachten.“
Gruselhaus war in TV-Show zu sehen
Die Bissell Mansion war kürzlich sogar Finalist der HGTV-Show „Scariest House in America“. Diese zeigt Häuser voller Spuk, Schrecken und Angst. Den Gewinn von 150.000 US-Dollar für Renovierungen hat inzwischen jedoch ein anderes Gruselhaus in den USA eingestrichen. Dennoch sind die Wheelers stolz, dass ihr altes Anwesen durch die TV-Show so viel Aufmerksamkeit bekommen hat. Ob sie die Instandsetzung und Wiedereröffnung als Krimi-Dinner-Theater auch ohne das hohe Preisgeld werden stemmen können, wird sich noch zeigen. Das Paar rechnet in jedem Fall mit zwei Jahren bis zur Fertigstellung.