22. Juni 2025, 7:55 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
In der österreichischen Stadt Graz befindet sich ein echter Weltrekord-Halter. Denn die Schlossbergrutsche, mit der Touristen unterirdisch durch den gleichnamigen Hausberg rutschen, ist die höchste dieser Art überhaupt auf unserem Planeten. TRAVELBOOK sprach mit der Betreiberfirma über die Attraktion, begeisterte Besucher im Rentenalter und warum der Superlativ (noch) nicht im Guinness-Buch steht.
Ganz klar: Wer die österreichische Stadt Graz besucht, der kommt vermutlich eher früher als später auf den hiesigen Schlossberg. Bis zu 474 Meter hoch thront dieser Trumm aus Dolomitgestein über der Altstadt, überragt in der Metropole in unserem Nachbarland sprichwörtlich alles. Seit 2019 dürften sogar noch mehr Touristen kommen, denn in diesem Jahr eröffnete hier mit der Schlossbergrutsche ein echter Weltrekord-Halter. Nämlich die höchste unterirdische Rutsche rund um den Globus.
64 Meter hoch und 170 Meter lang ist sie, und hat einen ganz besonderen Clou. Denn auf der Schlossbergrutsche rast man mit bis zu 25 Kilometern pro Stunde mitten durch den namensgebenden Hausberg selbst. Der ganze Spaß dauert etwa 40 Sekunden, aber die haben es laut Wolfgang Brandner, Pressesprecher der Betreiberfirma Diesel GmbH, durchaus in sich: „Gerade im unteren Abschnitt wird es doch ziemlich rasant, und mitunter hat man das Gefühl, sich im freien Fall zu befinden“, sagt er im Gespräch mit TRAVELBOOK.
Erste Anlaufstelle für Touristen
Laut Brandner sei die Schlossbergrutsche von Anfang an eine Erfolgsgeschichte gewesen: „Bei Stadt, Medien und Politik stieß das Projekt auf sehr viel Wohlwollen. Der Schlossberg ist für Touristen ja ohnehin die erste Anlaufstelle in Graz. Man hat hier einen tollen 360-Grad-Blick über die Stadt, und dann ist da noch der Uhrenturm mit seinen vertauschten Stunden- und Minutenzeigern.“ Und seit Februar 2019 eben auch die höchste unterirdische Rutsche der Welt.
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Schwierig sei bei der Realisierung der Schlossbergrutsche vor allem die Planung für die Statik gewesen. Die Bauzeit an sich betrug dann aber nur 3 Monate, und auch die Kosten hielten sich für ein solches Mega-Projekt mit 1,5 Millionen Euro vergleichbar in Grenzen. Die Idee, den Rutschen-Superlativ zu verwirklichen, sei von Anfang an dagewesen. „Wir waren dann aber doch überrascht, wie unkompliziert der Planungsprozess im Vergleich mit manch einem anderen unserer Projekte ablief.“
(Noch) kein Guinness-Rekord
Selbst während der Corona-Zeit habe man als Outdoor-Betrieb die Schlossbergrutsche weiter offen halten können. „Nach der Pandemie haben sich die Besucherzahlen dann auch sehr schnell wieder erholt.“ Die Superrutsche sei vor allem bei Familien beliebt, die älteste Besucherin aber bereits weit über 80 Jahre gewesen. Nebenher betreibt die Firma auf dem Schlossberg noch ein 4D-Kino, in dem ein 10-minütiger Flug über die Stadt Graz simuliert wird. Special Effects wie sich bewegende Sitze inklusive.
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Immer noch kämen laut Brandner Medien aus der ganzen Welt, um über die Schlossbergrutsche zu berichten. „Wir hatten sogar zeitweilig auch Kontakt zum Komitee vom Guinness-Buch der Rekorde, aber das ist dann irgendwie wieder im Sand verlaufen.“ Bescheidenheit auf österreichisch. Wer die Schlossbergrutsche einmal selbst ausprobieren möchte, muss dafür mindestens 1,30 Meter groß sein. Der Eintritt kostet aktuell 6,50 Euro pro Person. Derselbe Preis fällt für das Kino an, ein Kombiticket kostet 10,90 Euro. Die Attraktion ist 365 Tage im Jahr für Besucher geöffnet.