17. Dezember 2025, 17:02 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Sie war das größte Passagierschiff ihrer Zeit und zählt bis heute zu den bekanntesten Schiffen der Geschichte. Am 15. April 1912 sank die RMS Titanic nach einer Kollision mit einem Eisberg. Die Ereignisse rund um den Untergang beschäftigen Menschen bis heute. Jetzt gibt eine neue und in Deutschland einzigartige Ausstellung Einblicke in die Geschehnisse. Die immersive Titanic-Ausstellung im Filmpark Potsdam-Babelsberg soll dabei durch zentrale Stationen der Reise führen. TRAVELBOOK-Autorin Sarah Bachmann war vor Ort und hat sich ein eigenes Bild gemacht.
Spätestens seit James Camerons Filmklassiker von 1997 kennen die meisten, wenn auch leicht verändert, die Geschichte der Titanic. Von den mehr als 2000 Menschen an Bord überlebte nur rund ein Drittel. Das Wrack des einst als „unsinkbar“ geltenden Schiffes liegt bis heute auf dem Grund des Nordatlantiks. Doch lässt sich diese Geschichte überhaupt angemessen nacherzählen und was erwartet mich in der Ausstellung? Ich habe einen Rundgang durch die Titanic-Ausstellung gemacht.
Übersicht
Einstieg in die Geschichte
Mit knapp 300 Metern Länge und einer Kombination aus modernster Technik und luxuriöser Ausstattung galt die Titanic als eines der fortschrittlichsten und größten Schiffe ihrer Zeit. Ihre Jungfernfahrt von Southampton nach New York City endete jedoch in einer Tragödie. Seit das Wrack seit mehr als hundert Jahren in großer Tiefe auf dem Meeresgrund liegt, kann es nicht geborgen werden. Verschiedene Original-Artefakte wurden allerdings gehoben – und einige davon finden sich auch in der Ausstellung wieder. Ein Fakt, der die Titanic-Ausstellung laut eigener Website auch in ihrer Form einzigartig in Deutschland macht.
Der Eingang zur Ausstellung ist gut ausgeschildert, sodass man ihn schnell findet. Nach einer kurzen Wartezeit an der Kasse – Tickets kauft man am besten vorab online – beginnt der Rundgang. Wer möchte, kann einen kostenlosen Audioguide fürs Handy nutzen oder für 2 Euro eine tragbare Version ausleihen.
Einblicke in das Leben an Bord
Zu Beginn erhält jeder Besucher eine „Fahrkarte“ mit dem Namen und einigen Informationen zu einem echten Passagier. Welche Rolle dieses Ticket noch spielt, zeigt sich erst später. Der Rundgang startet mit verschiedenen Fakten zum Bau und zur Geschichte der Titanic, ersten Artefakten und einer atmosphärischen Einführung mit Musik.
Nun geht es an „Bord“ des Schiffes. Während ich durch die nachgebildeten Flure laufe, fühlt es sich tatsächlich ein bisschen so an, als wäre ich selbst Passagier. Im nächsten Bereich begegnet man weiteren Reisenden der Titanic und es sind auch einige Original-Artefakte wie Schmuckstücke und persönliche Gegenstände ausgestellt. Die verschiedenen nachgebauten Räume geben einen Eindruck davon, wie das Leben an Bord ausgesehen haben könnte, vom luxuriösen Alltag der oberen Klassen bis hin zu deutlich einfacheren Bedingungen weiter unten.
Ein echtes Highlight ist für mich die Rekonstruktion der großen Treppe, die zumindest erahnen lässt, wie opulent die Titanic einmal ausgestattet war. Auch die Schlafräume der ersten und dritten Klasse wirken erstaunlich detailgetreu. Was mir ebenfalls positiv auffällt: In jedem der Räume findet man Stühle, um zu verschnaufen oder um die Eindrücke auf sich wirken zu lassen.
Neue 3D-Fotos zeigen Titanic-Wrack so detailliert wie nie
Archäologischer Sensationsfund vor englischer Küste wurde jahrelang geheim gehalten
Das Unglück und die Zeit danach
Je weiter ich gehe, desto mehr verändert sich die Atmosphäre. Das Licht wird kühler, die Musik leiser und dunkler, und es baut sich Spannung auf. Die Ausstellung führt nach und nach auf den Moment zu, an dem die Katastrophe passiert. Besonders eindrücklich finde ich den Bereich, der die Kollision mit dem Eisberg aufgreift.
Die Kälte im Raum und die Geräusche machen die Situation erstaunlich greifbar, ohne dass es zu angsteinflößend wird. Zum Schluss geht es um die Zeit nach dem Untergang, und auch spätere Bergungsversuche sowie Expeditionen zum Wrack werden gezeigt. Einige der geborgenen Exponate wirken so gut erhalten, dass man kaum glauben kann, dass sie einst wirklich auf dem Meeresgrund gelegen haben. Am Ende kommt dann auch die eigene Bordkarte noch einmal ins Spiel – bei mir aber leider ohne Happy End. Mehr verrate ich allerdings nicht.
Lohnt sich ein Besuch?
Wer die Titanic-Ausstellung besucht, sollte auf jeden Fall genug Zeit mitbringen. Die Räume laden dazu ein, sich alles in Ruhe anzuschauen und die Passagiere und ihre Geschichten ein bisschen besser kennenzulernen. Der Begriff „immersiv“ trifft hier definitiv zu. Durch Musik, Licht, die vielen Informationen an den Wänden und einen 360°-Raum hat man an manchen Stellen fast das Gefühl, selbst mit an Bord zu sein – oder kann es sich zumindest sehr gut vorstellen. Auch die Stimmung unter den Besuchern war während meines Rundgangs eher ruhig und nachdenklich.
Wenn man es nicht so voll mag, lohnt sich ein Besuch unter der Woche. Mit knapp 30 Euro ist der Eintritt zwar nicht gerade günstig, für den Aufwand und die Länge der Ausstellung aber fair. Ein kleines „Aber“ gibt es dennoch: Wer am Ende das berühmte Bug-Foto aus der bekannten Filmszene nachstellen möchte, muss dafür mindestens 10 Euro bezahlen.
Die Ausstellung ist noch bis zum 28. Februar 2026 geöffnet. Es empfiehlt sich, ein Ticket mit Zeitfenster vorab online zu buchen.

