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Nordseeinsel Neuwerk

Kennen Sie Hamburgs Stadtteil mitten im Wattenmeer?

Neuwerk ist eine Insel im Wattenmeer
Die Nordseeinsel Neuwerk ist Hamburgs weit entferntester Stadtteil Foto: picture alliance/dpa | Jonas Walzberg
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Anna Wengel
Freie Autorin

1. Oktober 2025, 6:56 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Der entfernteste Stadtteil Hamburgs liegt mitten im Wattenmeer und näher an Cuxhaven als an Hamburg selbst: die Insel Neuwerk. TRAVELBOOK stellt die Nordseeinsel vor und erklärt, wieso die Stadt aktuell um deren Überleben kämpft.

Die Nordseeinsel Neuwerk liegt rund 100 Kilometer vom Zentrum Hamburgs und nur 14 Kilometer von Cuxhaven entfernt. Gemeinsam mit den benachbarten Inseln Nigehörn und Scharhörn gehört sie zum Bezirk Hamburg-Mitte – und könnte gleichzeitig nicht weiter vom Alltag dieses bunten Hamburger Bezirks entfernt sein. Wiesen, Watt und Ruhe statt Architekturikonen, Betonklötze, Verkehr und wuseligem Stadtleben sind in diesem Teil der Hansestadt an der Tagesordnung.

Vor allem Ruhesuchende kommen auf das Eiland, das nur rund 20 dauerhafte Bewohner zählt. Die jährlich etwa 100.000 Besucher verbringen dort Natururlaube, wandern im Watt, lassen sich den frischen Wind um die Nase wehen und bestaunen den historischen Leuchtturm und die Vielfalt an Vögeln. Noch. Denn Neuwerks Tourismus steht auf der Kippe.

Bangen um Neuwerks Tourismus

Der Hamburger Stadtteil im Wattenmeer zählt gerade einmal vier Hotel- und Gastronomiebetriebe, neben wenigen weiteren Übernachtungsmöglichkeiten. Die beiden größten, das Hotel Nigehus und das Alte Fischerhaus, standen kürzlich kurz vor dem Aus. Während die eine Familie ihren Betrieb altersbedingt verkaufen will, zieht es die andere in eine neue Phase ihres Lebens. Das Problem: Keiner wollte die Hotels kaufen. Ein Aus der beiden größten Tourismuseinrichtungen Neuwerks hätte dem Tourismus der rund drei Quadratkilometer großen Nordseeinsel mindestens einen großen Schaden zugefügt, wie unter anderem der „NDR“ berichtet.

Die Rettung kam jetzt von der Stadt selbst: Hamburg soll die Besitzerin sowohl des Hotel Nigehus‘ als auch des Alten Fischerhauses werden. Der Kaufpreis steht nach Angaben des „NDR“ noch nicht fest, werde aber einem 40 Millionen Euro schweren Paket für die Entwicklung Neuwerks entnommen. Der Plan für die Unternehmen: Beide sollen ab der kommenden Saison verpachtet werden.

Hamburgs Stadtteil Neuwerk ist eine Insel für Ruhesuchende

Und was tun die Touristen in Hamburgs entlegenstem Stadtteil? Zum Teil reisen sie nur für einen Tag an, um frische Luft zu atmen, zu wandern und sich eine kleine Auszeit zu gönnen. Andere bleiben länger und genießen Natururlaube mit langen Wattwanderungen oder Spaziergängen am Deich. Die Insel selbst lässt sich in einer guten Stunde umrunden. Das Wattenmeer rund um die Insel gehört zum Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer, einem UNESCO-Weltnaturerbe. Auch Vogelfreunde dürften hier glücklich werden, besonders im Frühling und Herbst. Laut Hamburgs Infoseite hamburg.de rasten in dieser Zeit Schwärme von Pfeifenten, Ringel- und Nonnengänsen auf der kleinen Insel. Außerdem können Austernfischer und Säbelschnäbler beobachtet werden, ebenso wie Seeschwalben, Möwen und Enten.

Auch interessant: Das müssen Sie bei Winterwanderungen durchs Watt beachten

Viele Besucher zieht es außerdem zum 45 Meter hohen Neuwerker Leuchtturm – übrigens Hamburgs ältestes Bauwerk. Der Turm wurde im Jahr 1310 zunächst als Festungsturm erbaut und sollte Piraten abschrecken, auf die Insel zu kommen. Im Jahr 1644 wurde er zum Leuchtturm umgebaut und geleitete fortan Schiffe durch die Elbmündung. Heute ist der historische Leuchtturm vor allem ein Wahrzeichen, das über 138 Stufen erklommen werden kann und von seiner Besucherplattform aus einen schönen Blick über die Insel bietet. Auch übernachten kann man in dem historischen Leuchtturm. Die Schiffe werden inzwischen von einem weißen Radarturm geleitet.

Der Neuwerker Leuchtturm ist Hamburgs ältestes Bauwerk
Der Neuwerker Leuchtturm ist Hamburgs ältestes Bauwerk Foto: picture alliance/dpa/dpa-POOL | Marcus Brandt
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Die Nachbarinseln Nigehörn und Scharhörn

Wie Neuwerk gehören auch die beiden Nachbarinseln Nigehörn und Scharhörn zu Hamburgs entlegenstem Stadtteil. Beide befinden sich im Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer und unterliegen entsprechend strengen Vorschriften. Nigehörn etwa darf gar nicht betreten werden. Wer die Insel Scharhörn besuchen möchte, muss sich vorher beim Vogelwart anmelden. Stimmt dieser zu, geht es sieben Kilometer zu Fuß durch das Watt. Einen anderen Weg auf die Insel gibt es laut der Hamburger Infoseite nicht.

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Wie kommt man nach Neuwerk?

Wattwagen auf Neuwerk
Mit der Pferdekutsche durchs Watt auf die Insel Neuwerk Foto: picture alliance/dpa/dpa-POOL | Marcus Brandt

Der Weg nach Neuwerk führt durch das Wattenmeer. Eine Möglichkeit, die laut hamburg.de besonders beliebt ist, sind Fahrten mit Pferdekutschen. Von den Nordsee-Kurorten Duhnen und Sahlenburg brauchen diese eine gute Stunde bis nach Neuwerk. Auch zu Fuß kann man vom Festland auf die Nordseeinsel gelangen, dann aber unbedingt über die Tidezeiten informieren oder direkt mit einem Wattführer laufen. Die Wanderung dauert ungefähr zweieinhalb Stunden bei elf Kilometern. Eine dritte Option sind Fahrten mit Schiffen, die jedoch nur in der Sommersaison regelmäßig verkehren.

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