18. November 2025, 15:53 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Seit Jahren gehören kleine Flüssigkeitsbehälter und Mini-Tuben fest zur Reisevorbereitung. Wer mit Handgepäck fliegt, muss sich an strenge Regeln halten: Flüssigkeiten dürfen nur maximal 100 Milliliter betragen und müssen in einem durchsichtigen 1-Liter-Beutel verstaut werden. Damit ist jetzt in den USA teilweise Schluss: Die Transportsicherheitsbehörde (TSA) hat ihre Bestimmungen angepasst und erlaubt für elf ausgewählte Gegenstände größere Mengen an Flüssigkeiten.
Viele der neuen Zulassungen sind medizinisch oder für Babys notwendig, andere dürften so manche Reisende überraschen. Denn neben Medikamenten und Muttermilch dürfen auch frische Eier und lebende Fische mit an Bord. TRAVELBOOK erklärt, was hinter der neuen Regel steckt – und worauf Reisende achten sollten.
Warum existiert die Flüssigkeitsregel?
Die heutigen Sicherheitsvorschriften für Flüssigkeiten im Handgepäck gehen auf das Jahr 2006 zurück, als britische Ermittler einen geplanten Anschlag auf Transatlantikflüge aufdeckten. Die Täter wollten Flüssigsprengstoff in Getränkeflaschen an Bord schmuggeln. Seitdem gilt international die 3-1-1-Regel („3 ounces – 1 bag – 1 person“), die sicherstellen soll, dass nur minimale Mengen an Flüssigkeiten ins Handgepäck gelangen.
Fast 20 Jahre lang blieb die Regelung unverändert – bis neue CT-Scanner die Sicherheitskontrollen moderner und präziser machten. Die Geräte erstellen 3D-Bilder des Gepäcks und erkennen gefährliche Stoffe automatisch. Aus diesem Grund beginnt die TSA nun, die alten Regeln zu lockern. Auch an einigen Flughäfen in Deutschland sind die CT-Scanner bereits im Einsatz, wie unter anderem „ZDF Heute“ berichtet.
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11 Ausnahmen: Diese Dinge dürfen jetzt in voller Größe mit
Die Transportsicherheitsbehörde (TSA) hat elf Kategorien definiert, bei denen größere Flüssigkeitsmengen im Handgepäck erlaubt sind. Generell gilt: Reisende müssen die Gegenstände bei der Kontrolle ankündigen und getrennt vom übrigen Gepäck vorlegen.
- Verschreibungspflichtige Medikamente (in Gel-, Flüssigkeits- oder Aerosolform)
- Rezeptfreie flüssige Medikamente (inkl. Kontaktlinsenlösung)
- Muttermilch und Säuglingsnahrung (auch Quetschbeutel)
- Zollfreie Artikel in einem manipulationssicheren Beutel versiegelt
- Flüssig gefüllte Beißringe (für Babys)
- Kühlakkus/Eis (wenn medizinisch notwendig, auch geschmolzen erlaubt)
- Frische Eier (auch roh)
- Lebende Fische (im klaren Wasserbehälter)
- Biologische Proben (nicht infektiös, in Konservierungslösung)
- Nassbatterien (max. 12 Volt und 100 Wattstunden)
- Duty-free-Flüssigkeiten (unbeschädigt im versiegelten STEB-Beutel)
Die TSA betont, dass trotz dieser festgelegten Ausnahmen ein Sicherheitsbeamter vor Ort entscheidet, ob der Gegenstand durchgelassen wird. Sobald beim Scan ein Alarm ausgelöst wird, kann eine zusätzliche Prüfung folgen.
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Was Reisende jetzt wissen sollten
Wichtig zu beachten: Nur weil ein Gegenstand in den USA erlaubt ist, heißt das nicht automatisch, dass er auch in anderen Ländern oder bei jeder Airline durch die Sicherheitskontrolle darf. Reisende sollten sich daher vor Abflug über die jeweiligen Vorschriften des Zielorts informieren.
Obwohl immer mehr Flughäfen in den USA und Europa auf neue Scanner setzen, wird die Flüssigkeitsregel nicht überall sofort aufgehoben. Die Geräte sind teuer, die Umrüstung aufwendig – und die Behörden bleiben nach Anschlagsversuchen in der Vergangenheit vorsichtig. Für viele Reisende bedeutet das: Die 3-1-1-Regel bleibt vorerst bestehen. Wenn ein Gegenstand aber zu den elf Ausnahmen gehört, darf sich über etwas mehr Freiheit beim Packen gefreut werden – sogar, wenn Goldfisch oder Frühstücksei mit an Bord gehen.

