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Nach Vorfall in den USA

Werden die Gepäckfächer im Flugzeug bald abgeschlossen?

Werden die Gepäckfächer im Flugzeug bald abgeschlossen
In einem Notfall sind die Gepäckfächer für alle Reisenden tabu. Um zu verhindern, dass trotzdem nach Privatsachen gegriffen wird, könnten sie in Zukunft womöglich abgeschlossen werden. Foto: Getty Images / georgeclerk
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Laura Pomer
Freie Autorin

10. Juni 2026, 15:26 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Fliegen gilt als eine der sichersten Arten, zu reisen. Dennoch kann es auch im Luftverkehr zu unerwarteten Zwischenfällen kommen, die eine sofortige Evakuierung der Passagiere erforderlich machen. In solchen Situationen hat die Sicherheit der Menschen stets Vorrang vor persönlichen Gegenständen. Berichte über reale Evakuierungen sowie Sicherheitsstudien zeigen jedoch immer wieder, dass Passagiere in Notfällen wertvolle Zeit verlieren, weil sie versuchen, ihr Handgepäck mitzunehmen, bevor sie das Flugzeug verlassen. Vor diesem Hintergrund werden in der Luftfahrtindustrie zunehmend Maßnahmen diskutiert, um diesem Problem künftig zu begegnen. Eine Lösung könnte sein, dass die Gepäckfächer abgeschlossen werden.

Auf Reisen möchten oder können viele Menschen nicht auf wichtige Gegenstände verzichten. Besonders wertvolle Dinge werden daher häufig im Handgepäck mitgeführt, um jederzeit Zugriff darauf zu haben und das Risiko zu vermeiden, dass sie im aufgegebenen Gepäck verloren gehen. Im Notfall sollten diese Gegenstände jedoch zurückgelassen werden. Schließlich kann der Versuch, Gepäck aus den Fächern zu holen, bei einer Evakuierung zu gefährlichen Verzögerungen führen.

Die Gefahren von Handgepäck-Hantierung in Notsituationen

Wenn sich Passagiere in einer Notsituation an den Gepäckfächern zu schaffen machen, sind die Gänge logischerweise bereits durch sie blockiert. Auch sperriges Gepäck kann im Weg stehen und Notausgänge verstopfen. Es kann Evakuierungsrutschen beschädigen und im schlimmsten Fall Mitreisende verletzen.

Dass das beschriebene Verhalten zu Problemen führen kann, belegen auch verschiedene Sicherheitsstudien. Darunter sind etwa wissenschaftliche Simulationen aus dem Jahr 2023. Diese zeigen, dass bereits wenige Passagiere, die ihr Handgepäck aus den Gepäckfächern holen, eine Evakuierung spürbar verzögern und Fluchtwege zusätzlich blockieren können.

Eigentlich überrascht das Ganze nicht. Aber in Stresssituationen kann womöglich die Ratio aussetzen – viele Menschen greifen reflexartig nach ihren persönlichen Gegenständen. Sicher auch deshalb ist es immer wieder Bestandteil der Sicherheitseinweisung durch das Kabinenpersonal, dass im Fall einer Evakuierung das Handgepäck ausnahmslos zurückgelassen werden muss. Umso erschreckender: dass immer wieder Passagiere diese Vorgabe missachten. Ein solcher Vorfall ereignete sich im vergangenen Mai am Flughafen Denver, als Passagiere das Flugzeug trotz Rauchentwicklung und laufender Evakuierung über Notrutschen mit Gepäck verließen.

Bislang reicht es also nicht, auf die Vernunft oder zumindest den Gehorsam von Reisenden zu vertrauen. Deshalb hat die International Air Transport Association (IATA) die Kampagne „Save a life, not a bag“ (zu Deutsch etwa: „Rette ein Leben, keine Tasche“) ins Leben gerufen.

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Aufklärung für mehr Sicherheit im Flugverkehr

Die Kampagne soll die von vielen Menschen offenbar unterschätzten Gefahren verdeutlichen, die entstehen, wenn Passagiere in Notsituationen versuchen, an ihr Gepäck zu gelangen. Ziel ist es, ein besseres Bewusstsein dafür zu schaffen, dass jedes Zögern in einer Evakuierung lebensgefährlich sein kann. Hierfür wurde für die Kampagne auch ein anschauliches Video erstellt.

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Noch werden Gepäckfächer nicht abgeschlossen

Nick Careen, Vizepräsident für operative Abläufe und Sicherheit bei der IATA, erklärte im Gespräch mit „The Guardian“, dass Fluggesellschaften und Hersteller derzeit noch keine technischen Lösungen wie eine automatische Verriegelung der Gepäckfächer planten. Stattdessen wolle man zunächst gezielt auf Aufklärung setzen und das Bewusstsein der Reisenden für die Gefahren schärfen. Die Hoffnung sei, dass sich das Verhalten der Passagiere dadurch nachhaltig ändere.

Gleichzeitig räumte Careen ein, dass bei ausbleibendem Erfolg künftig auch strengere Maßnahmen in Betracht gezogen werden könnten – etwa in Form von Strafen oder einer tatsächlichen Verriegelung der Gepäckfächer.

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