Zum Inhalt springen
logo Deutschlands größtes Online-Reisemagazin
Wird rege genutzt, aber…

Wofür der Fluggast-Rufknopf im Flugzeug wirklich gedacht ist

Fluggast-Rufknopf im Flugzeug
Fluggäste können sich über den oft sogenannten „Service-Knopf“ im Flugzeug beim Kabinenpersonal bemerkbar machen Foto: Getty Images / ATHVisions
Laura Pomer
Freie Autorin

20. Oktober 2026, 17:18 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Das Kabinenpersonal ist – neben vielen anderen wichtigen Aufgaben – auch für die Verpflegung der Fluggäste zuständig. Um diesen Dienst auch jenseits der offiziellen Bordservice-Zeiten in Anspruch zu nehmen, betätigen Passagiere gern den Rufknopf an ihrem Platz. Dieser wird oft als Service-Knopf bezeichnet und auch so genutzt, doch das wird seiner ursprünglichen Funktion nicht wirklich gerecht. TRAVELBOOK hat darüber mit einer Flugbegleiterin gesprochen.

„Der beliebte Rufknopf, eine Katastrophe!“ – so reagiert unsere Insiderin, Flugbegleiterin einer großen deutschen Airline, auf unsere Anfrage. Dabei stellt sie die Sinnhaftigkeit des Knopfes an sich keineswegs infrage. Und doch sorgt er im Arbeitsalltag der Crew offenbar immer wieder für kleinere Aufreger.

Die eigentliche Funktion des Fluggast-Rufknopfs

Der Rufknopf soll Passagieren ermöglichen, bei Bedarf die Aufmerksamkeit des Bordpersonals auf sich zu ziehen. Gedacht ist er vor allem für Notfälle und Situationen, in denen Fluggäste Unterstützung benötigen. „Wenn Passagiere zum Beispiel nachts am Fenster sitzen, nur schwer herauskommen und etwas brauchen“, erklärt die Flugbegleiterin.

Doch vermutlich haben auch Sie es schon erlebt, dass der Knopf auch für Getränkebestellungen genutzt wird – und vielleicht auch selbst bereits mit absoluter Selbstverständlichkeit dazu gegriffen. Der Fluggast-Rufknopf? Für die meisten Passagiere bloß der „Service-Knopf“.

Mehr zum Thema

Ungünstige Platzierung

Dass es so weit gekommen ist und der Rufknopf so häufig zum Einsatz kommt, liegt unserer Insiderin zufolge nicht zuletzt an seiner Platzierung. Bei vielen Boeing-Modellen befindet er sich direkt an der Armlehne, teilweise sogar auf der Fernbedienung. „Die Passagiere verdrücken sich dummerweise ständig“, berichtet die Flugbegleiterin. Sie nennt auch kleine Kinder, die aus Neugier alle Knöpfe drücken und „den ganzen Flieger vollbimmeln“.

Etwas anders verhalte es sich bei Airbus-Maschinen, wo der Rufknopf an der Decke angebracht ist (siehe großes Foto oben). Dort kommen zumindest Kleinkinder nicht dran. Erwachsene Passagiere wiederum, insbesondere in der höheren Reiseklasse, haben damit weniger Probleme. Vor allem in der Business-Class scheinen Passagiere ihn ganz selbstverständlich für Service-Anfragen zu nutzen, berichtet die Flugbegleiterin.

Früherer Notfall-Rufknopf hat sich „weiterentwickelt“

Man kann sich vorstellen, dass es für die Crew im ohnehin arbeitsreichen Bordalltag lästig sein kann, wenn der ursprünglich für Notfälle gedachte Rufknopf immer häufiger auch für Servicewünsche genutzt wird – vor allem, wenn mehrere Rufe kurz hintereinander eingehen. Trotzdem hat sich diese Nutzung über die Zeit eingebürgert, bei manchen Airlines ist sie längst Teil des Bordalltags. So berichtete etwa „20 Minuten“, dass Passagiere bei Swiss den Knopf durchaus für Servicewünsche betätigen dürfen.

Auch unsere Flugbegleiterin, die nicht bei Swiss tätig ist, und ihre Kollegen kommen den Wünschen der Passagiere in der Regel nach. Wenn sie jedoch selbst auch einen Wunsch äußern könnten: „Bestellungen bitte, wenn möglich, auf die Service-Zeiten beschränken. Und wenn man nicht gerade am Fenster sitzt und gut aufstehen kann, kommen Sie gern zu uns, wenn Sie etwas benötigen.“

Das wäre nicht nur höflich, sondern Sie hätten auch selbst etwas davon: Sich ein wenig die Beine zu vertreten, insbesondere auf einem Langstreckenflug, kann nie schaden.

Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden.

Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an datenschutz@axelspringer.de.