8. Mai 2026, 16:55 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Wer frühmorgens in den Urlaub fliegt, soll am Flughafen nach dem Willen von Ryanair-Chef Michael O’Leary künftig keinen Alkohol mehr bekommen. Hintergrund: Immer mehr betrunkene Passagiere sorgen für Probleme an Bord – bis hin zu Flugumleitungen.
O’Leary kritisiert laut einem Bericht von BILD, dass an Flughäfen bereits „um fünf oder sechs Uhr morgens“ Alkohol ausgeschenkt wird. Seine Forderung: Verkauf nur noch zu regulären Pub-Zeiten – zumindest in Großbritannien. Zusätzlich plädiert er dafür, an Flughäfen pro Passagier maximal zwei alkoholische Getränke auszugeben.
Mehr Zwischenfälle durch betrunkene Passagiere
Nach Angaben des Ryanair-Chefs hat sich die Lage deutlich verschärft. „Wenn ich zehn Jahre zurückblicke, hatten wir vielleicht eine Flugumleitung pro Woche, jetzt würde ich sagen, dass wir fast eine pro Tag haben“, sagte er der britischen, „Times“.
Als Ursache nennt er vor allem Alkohol – oft in Kombination mit Drogen. Wörtlich sagte O’Leary, problematisch seien auch „Leute, die sich Pulver in die Nase schieben“. Solche Fälle gefährden aus Sicht der Airline Crew und Mitreisende.
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Begrenzung und Strafen im Gespräch
Die Airline fordert deshalb schon länger strengere Regeln an Flughäfen. Die Zwei-Drink-Grenze soll mithilfe der Bordkarte kontrolliert werden. Ziel ist es, exzessiven Konsum noch vor dem Boarding einzudämmen.
Bereits eingeführt hat Ryanair eine Strafe von 500 Euro für randalierende Passagiere. In besonders schweren Fällen geht das Unternehmen weiter: Nach einer Flugunterbrechung verklagte die Airline einen stark betrunkenen Fluggast auf 15.000 Euro Schadenersatz.
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Kritik richtet sich an Flughäfen
O’Leary sieht die Verantwortung vor allem bei den Airports. „Wir verhalten uns vernünftig und verantwortungsbewusst, aber diejenigen, die nicht verantwortungsbewusst handeln und davon profitieren, sind die Flughäfen“, sagte er.
Offen bleibt allerdings, wie Ryanair selbst mit Alkohol an Bord umgeht. Eine Anfrage dazu ließ das Unternehmen unbeantwortet. Klar ist: Die Debatte um strengere Regeln dürfte weitergehen, solange Zwischenfälle zunehmen.