6. Oktober 2025, 14:03 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Mitten in der laufenden Wintersaison reduziert Ryanair drastisch sein Flugangebot in Deutschland. Und auch die ungarische Fluggesellschaft Wizz Air kürzt zahlreiche Verbindungen. Hintergrund ist der andauernde Streit über Standortkosten.
Kurzfristige Kürzungen bei Ryanair bis in den März 2026
Besonders stark betroffen sind einige Wochen im Winter sowie mehrere Flughäfen mit zahlreichen Streichungen. Hinter den Kürzungen steht laut eines Berichts von BILD ein länger schwelender Streit über Standortkosten – mit Folgen für den Luftverkehrsstandort Deutschland.
Wie Ryanair gegenüber „airliners.de“ mitteilte, erfolgen die Flugstreichungen relativ kurzfristig. Besonders stark betroffen sind die letzten drei Wochen im November, die ersten beiden Dezemberwochen sowie die letzten drei Januarwochen. Die Weihnachtszeit bleibt nach aktuellem Stand von den Kürzungen verschont. In einigen Fällen reichen die Einschnitte sogar bis März 2026.
Memmingen verliert ein Viertel des Winterprogramms
Am stärksten trifft es den Airport Memmingen. Dort streicht Ryanair laut eigenen Angaben bis zu 27 wöchentliche Flüge – etwa ein Viertel des gesamten Winterflugplans. Auch bundesweit zeigen sich die Auswirkungen deutlich: Im November reduziert Ryanair die Anzahl der Flüge um vier Prozent, im Dezember um sechs Prozent und im Januar sogar um 30 Prozent.
Auch andere Standorte bleiben nicht verschont: In Berlin bleiben im Januar von ursprünglich 246 geplanten Verbindungen nur 170 übrig. Der Flughafen Köln/Bonn verliert 44 Verbindungen.
Ryanair streicht 19 Flugverbindungen ab Berlin
Wieso der Streit zwischen Ryanair und der spanischen Regierung jetzt eskaliert
Hintergrund ist ein andauernder Streit über Gebühren
Die Kürzungen stehen im Zusammenhang mit einem schon länger andauernden Streit um die Luftverkehrsstandortkosten in Deutschland. Bereits im April hatte Ryanair der Bundesregierung ein Angebot unterbreitet. Demnach könne die Zahl der Fluggäste in Deutschland auf 34 Millionen verdoppelt werden.
Im Gegenzug forderte die Airline eine vollständige Abschaffung der Luftverkehrssteuer sowie eine Halbierung der Flugsicherungs- und Sicherheitsgebühren.
Bereits im Sommer warnte das Unternehmen vor möglichen Einschnitten. Damals erklärte Ryanair-Vertriebschef Dara Brady: „Wenn die Bundesregierung nicht handelt, müssen weitere Kapazitäten gestrichen werden.“ Die aktuellen Entwicklungen bestätigen diese Ankündigung.
Auch deutsche Fluggesellschaften und Branchenverbände fordern seit Langem, die geplante Erhöhung der Luftverkehrssteuer zurückzunehmen. Zwar hatte man dies im Koalitionsvertrag vereinbart – umgesetzt hat man es bislang jedoch nicht.
Auch Wizz Air streicht Verbindungen
Nicht nur Ryanair reduziert seine Kapazitäten. Auch Wizz Air hat ihren Winterflugplan für Deutschland deutlich gekürzt. Nach Auswertungen des Flugplans wurden an fast allen deutschen Flughäfen Frequenzen gestrichen.
So entfallen am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden jeweils eine wöchentliche Verbindung nach Tirana, Belgrad und Timisoara. Dortmund verliert zwei der bislang vier Flüge nach Banja Luka. In Stuttgart wurden die Verbindungen nach Sofia und Bukarest aus dem Plan genommen.

