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Einigung der Koalition

Ticketsteuer sinkt – wird Fliegen jetzt wieder günstiger?

Ticketsteuer
Union und SPD einigten sich unter anderem darauf, die Luftverkehrsabgabe zu senken und die Branche damit zu entlasten Foto: Getty Images/ narvikk
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Angelika Pickardt
Co-Redaktionsleiterin

14. November 2025, 12:21 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Fliegen ist in den vergangenen Jahren immer teurer geworden – nicht zuletzt durch die im Mai 2024 von der Ampel durchgesetzte deutliche Erhöhung der Luftfahrtsteuer. Am Donnerstagabend nun einigten sich die Koalitionsspitzen in Berlin darauf, die Ticketsteuer wieder zu senken. Aber profitieren davon auch die Verbraucher? TRAVELBOOK gibt einen Überblick.

In ihrem Koalitionsvertrag hatte sich die schwarz-rote Bundesregierung vorgenommen, die Abgabenlast für die Luftfahrtbranche zu reduzieren. Denn die Forderungen von Fluggesellschaften und Airports nach einer Entlastung bei Steuern, Gebühren und Abgaben in Deutschland waren zuletzt immer lauter geworden. Auch Eurowings-CEO Jens Bischof hatte die Bundesregierung vor wenigen Monaten im Interview mit TRAVELBOOK aufgefordert, den Luftverkehr stärker zu fördern und wirtschaftlich zu entlasten.

Am Donnerstag dann die Einigung im Rahmen des Koalitionsausschusses: Die Luftverkehrsabgabe soll gesenkt und die Branche damit um rund 350 Millionen Euro entlastet werden. So soll etwa die Luftverkehrsteuer zum 1. Juli 2026 auf das Niveau vor der Erhöhung zum Mai 2024 gesenkt werden.

Zudem soll es bei den Flugsicherungskosten 2026 zu keinem weiteren Anstieg der Gebühren kommen, sondern zu einer ersten Reduzierung. „Darüber hinaus werden wir sicherstellen, dass die Gebühren bis 2029 insgesamt um deutlich mehr als zehn Prozent sinken“, hieß es. Ferner sollen Kosten für die Luftsicherheitskontrollen an Flughäfen durch bessere und effizientere Abläufe gesenkt werden.

Luftfahrtbranche begrüßt die Einigung

Die Luftfahrtbranche begrüßt die Einigungen im Koalitionsausschuss auf Entlastungen für den Luftverkehr. Dies sei ein guter Impuls für den Standort Deutschland. „Dies ist ein guter erster Schritt, um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Luftverkehrswirtschaft zu stärken – mit positiven Effekten weit über unsere Branche hinaus“, sagte Joachim Lang, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL).

Ein Sprecher der Lufthansa sagte auf Nachfrage von TRAVELBOOK: „Es ist richtig, dass die Bundesregierung den Luftverkehr entlasten will, denn Fliegen in und ab Deutschland ist zu teuer geworden.“ Die beschlossenen Maßnahmen seien ein wichtiger Schritt zur Stärkung der Branche und des Wirtschaftsstandortes Deutschland. Auf die Frage, ob und inwiefern sich die Senkung der Ticketsteuer auch auf die tatsächlichen Flugpreise auswirkt und Flugtickets wieder günstiger werden, äußerte sich der Sprecher nicht.

Laut einem Bericht von „ntv“ sind im Inland und auf Kurzstrecken aktuell pro Flug und Passagier 15,53 Euro an Steuern fällig. Für Mittelstrecken sind es 39,34 Euro und für fernere Ziele 70,83 Euro. Zahlen müssen dies die Fluggesellschaften. Diese dürfen die Steuer allerdings an die Kunden weitergeben. Ob die Airlines die künftigen Einsparungen dann auch an die Passagiere weitergeben, bleibt noch abzuwarten.

Auch Kritik an Senkung der Ticketsteuer

Die Beschlüsse der schwarz-roten Koalition zum Industriestrompreis und zur Senkung der Ticketsteuer stoßen auch auf Kritik. „Die Absenkung der Ticketsteuer im Flugverkehr ist ein fatales Signal und unterstreicht, dass die Bundesregierung noch immer nicht die Dringlichkeit zielgerichteter Wirtschaftspolitik verstanden hat“, sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher. Und weiter: „Diese Maßnahme ist letztlich ein Geschenk für Besserverdiener und bedeutet eine Umverteilung von Arm zu Reich.“ 

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) sieht in der Absenkung der Steuer dagegen einen Schlag gegen den Klimaschutz. „ntv“ zitiert VCD-Präsidentin Christiane Rohleder unter Berufung auf die „Rheinischen Post“: „Fliegen wird billiger, das Deutschlandticket wird teurer – das ist die fatale Botschaft der Koalition.“ Die Bundesregierung fördere demnach „das klimaschädlichste Verkehrsmittel, während sie den klimaschonenden ÖPNV zusätzlich belastet.“

Mit Material von reuters

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