Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de

Begriffserklärung

Was genau ist ein Charterflug?

Charterflug, Flugzeug
„All Inclusive“-Urlauber Reisen meist mit CharterflugFoto: Getty Images

Den meisten Flugreisenden sind Charterflüge zwar ein Begriff, deren genaue Definition kennen sie jedoch nicht. TRAVELBOOK klärt auf.

Charterflüge sind Bedarfsflüge, die in erster Linie mit dem touristischen Flugverkehr in Verbindung gebracht werden. In der Regel ganze Flüge, manchmal auch nur gewisse Sitzplätze werden von Reiseveranstaltern bei einer Fluggesellschaft gemietet bzw. „gechartert“ – meist im All-inclusive-Angebot inkl. Unterkunft und Transfer als sogenannte Pauschalreise. Stoßzeiten für Charterflüge sind somit die allgemeinen Schulferien, Hauptziele sind primär beliebte Ferienregionen.

Grundsätzlich wurden Charterflüge eingesetzt, um Touristen möglichst kostengünstig zum Zielort befördern zu können und sich dadurch preislich von Linienflügen abzugrenzen. Die Kostenersparnis resultiert u.a. aus zwischenstaatlichen Abkommen hinsichtlich Steuern und Abgaben (wobei die Steuerentlastung an die Erbringung touristischer Leistungen seitens des Veranstalters gekoppelt sind!) sowie dem Anfliegen kleinerer Flughäfen mit niedrigeren Kosten. Zudem werden die Kapazitäten stärker ausgereizt, was sich z.B. mit einer engeren Bestuhlung bemerkbar macht. Auch die Kosten für Verwaltung und Abfertigung sind wesentlich geringer, da diese nicht extra für den Flug anfallen, sondern im Pauschalpreis inbegriffen sind.

Auch interessant: Die beliebtesten Pauschalreiseziele der Deutschen

Charterflüge auch ohne Pauschalreise buchbar

Mittlerweile können in Deutschland Charterflüge auch unabhängig von Pauschalreisen gebucht werden, meist zu sehr günstigen Tarifen. Grund dafür ist in der Regel eine zu geringe Pauschalreise-Auslastung. Um zu verhindern, dass der Flug wegen zu niedriger Nachfrage gecancelt werden muss, versucht der Veranstalter so, den Flug „aufzufüllen“. Denn im Gegensatz zu Linienflügen, die nicht gestrichen werden dürfen, sind Charterflüge bei fehlender Auslastung sehr wohl cancelbar.

Charterflüge sind nicht ohne Grund meist unter dem Begriff „Inclusive-Tour-Charter“ (IT-Charter) zu finden, schließlich verspricht der Reiseveranstalter einen Rundum-Urlaubspaket. Einer der beliebtesten deutschen Anbieter ist TUIfly. Von diversen Abflughäfen in Deutschland geht es zu internationalen Reisezielen, wobei die Kanaren, Balearen und auch Madeira zu den wohl beliebtesten Urlaubsorten zählen.

Buchung als Pauschalangebot

Am einfachsten ist somit die Buchung eines Pauschalangebots unter Angabe des Zielortes und des Wunschdatums. Die Flüge sind inbegriffen, es fällt dementsprechend kein aufwendiges Suchen, Koordinieren und Extrabuchen an. Gepäck ist ebenfalls im Preis mit enthalten und auch um Flughafentransporte muss sich der Gast keine Gedanken machen.

Auch interessant: Flugzeug, Bus oder Bahn – was ist besser auf kurzen Reisen?

Buchung nur des Charterflugs

Die zweite Möglichkeit besteht darin, nur den Flug zu buchen. Auch hierfür stehen bei Tuifly zahlreiche Verbindungen zur Verfügung, sowie bei Portalen wie charterfluege.net. Da hierfür meist das Kontingent beschränkt ist, gestaltet sich die Auswahl etwas geringer – oder es muss mit viel Vorlaufzeit gebucht werden. Hinsichtlich der versteckten Kosten ist Folgendes zu erwähnen: Die angezeigten Flugpreise enthalten i.d.R. kein Gepäckstück, was bei Flugreisen in Urlaubsgebiete relativ wenig Sinn macht. Gegen Aufpreis muss ein Gepäckstück zugebucht werden, was die Gesamtkosten deutlich steigern kann. Somit ist der angebliche Preisvorteil gegenüber Linienflügen bei der Charter-Buchung ohne Pauschalreise mitunter nicht bzw. nicht so deutlich gegeben.

Neben Tuifly gibt es natürlich noch eine Reihe von Fluggesellschaften, die ebenfalls auf Charterflüge spezialisiert sind. Zu den bekanntesten gehören Condor, Sun Express oder Pegasus. Billigfluglinien, wie zum Beispiel Easyjet und Ryanair, gehören nicht zu den Charterfluggesellschaften.

Deine Datensicherheit bei der Nutzung der Teilen-Funktion
Um diesen Artikel oder andere Inhalte über Soziale-Netzwerke zu teilen, brauchen wir deine Zustimmung für