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Verlassene Orte

20 faszinierende Fotos aus dem Inneren von Kraftwerken

Der Belgier Reginald Van de Velde fotografiert Kühltürme – und seine Bilder wirken wie aus einer anderen Welt. TRAVELBOOK verrät er, wie er sein ungewöhnliches Hobby zum Beruf machte, warum ihn gerade Kühltürme so faszinieren – und warum er sich für seine Fotos auch schon mal in Gefahr begibt.

Doch warum gerade Kühltürme? „Ich arbeite in einem sehr lauten Büro“, sagt Van de Velde zu TRAVELBOOK. „Da wollte ich als Ausgleich an einen ruhigen Ort. Die Stille in solchen Kühltürmen fasziniert mich.“ 2009 holte er sich deshalb die Erlaubnis, den Turm eines stillgelegten Kohlekraftwerks im belgischen Charleroi zu fotografieren. „Die Szenerie war einfach umwerfend, so etwas hatte ich noch nie gesehen. Es war riesig und wunderschön.“

Betreten nur mit Atemmaske

Düster, aber faszinierend: Das begeistert Reginald Van de Velde an Kühltürmen.
Düster, aber faszinierend: Das begeistert Reginald Van de Velde an Kühltürmen.

Van de Velde fing an, weitere Kraftwerke zu suchen, reiste bald auch über die Landesgrenzen von Belgien hinaus nach Deutschland, Italien, Frankreich, Schweden, Finnland und in viele andere Länder. „Ich war auch in Asien und Südamerika unterwegs und habe bald angefangen, andere verlassene Orte zu knipsen.“ Wo genau seine Fotos entstanden sind, verrät er aber meist nicht – wohl, um „seine“ Orte vor einem allzu großen Besucherandrang zu schützen.

Doch nicht nur stillgelegte Kühltürme hat er schon fotografiert, sondern auch aktive – an sein erstes Mal in Belgien hat er ganz besondere Erinnerungen: „Ich musste eine Atemmaske tragen, dazu Ohrenschützer und eine Schutzbrille. Es ist sehr schwierig, in einem aktiven Turm zu fotografieren, denn überall ist sehr viel Dampf.“

Lebensgefahr für ein Foto

Verlassene Orte wie dieser ziehen viele Foto-Fans weltweit an.
Verlassene Orte wie dieser ziehen viele Foto-Fans weltweit an.

Auch Kühltürme von Atomkraftwerken hätte er gerne fotografiert, doch nie die Erlaubnis dazu erhalten – aus Angst vor Terroranschlägen, wie er vermutet. Gefährlich wurde es aber bei der Jagd nach Fotos trotzdem schon manchmal für Van de Velde. „An einem Werk in Frankreich hatten sie die Treppe entfernt, damit niemand den Komplex betreten konnte. Wir sind dann an der Fassade auf etwa 20 Meter Höhe geklettert und haben uns auf einem kleinen Vorsprung bis zur Eingangstür gehangelt – die war sperrangelweit offen.“

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Seine Jagd nach ungewöhnlichen Schnappschüssen hat Van de Velde längst vom Hobby zum Beruf gemacht – er arbeitet immer noch als Grafikdesigner, doch verkauft seine Bilder mittlerweile auch über seine Webseite „Suspicious Minds“. Seine Fotos werden auch auf Festivals gezeigt und in Galerien ausgestellt, und einen Instagram-Account hat er natürlich auch.

„Ich liebe Reisen“, sagt Van de Velde. „Ich lerne dadurch nicht nur neue Orte kennen, sondern auch andere Menschen und Kulturen. Und ich sehe die Welt wie niemand sonst.“

Die Anziehungskraft von Kühltürmen ist schon seit den späten 60er Jahren ein Thema in der Fotografie. Die Künstler Hilla und Bernd Becher etablierten damals mit ihren Fotoserien über Kühltürme, Wassertürme und andere Industriebauten die Ästhetik der Zweckarchitektur in der Fotografie.

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