Seine Route, seine Tricks

Wie ein Amerikaner umsonst die Welt bereist

Der US-Amerikaner Scott Keyes macht gerade zusammen mit seiner Freundin eine Weltreise. Ihr großer Trip führt sie in zwei Monaten über drei Kontinente und durch insgesamt 13 Länder, unter anderem auch nach Deutschland. Das Besondere: Für Flüge und Unterkünfte zahlt das Paar so gut wie keinen Cent. In TRAVELBOOK erklärt der 28-Jährige, wie das geht – und verrät weitere Tricks, wie eine Weltreise möglichst günstig wird.

Die Route: Von den USA fliegt Scott Heyes zuerst nach Mittel- und Südamerika, dann über die Karibik und Miami nach Europa.
Die Route: Von den USA fliegt Scott Heyes zuerst nach Mittel- und Südamerika, dann über die Karibik und Miami nach Europa.
Foto: Getty Images

Im Normalfall läuft es ja so: Wer eine Weltreise plant, spart erst mal monatelang jeden Cent, um sich seinen großen Traum irgendwann erfüllen zu können. Flüge, Unterkünfte – all das kostet schließlich viel Geld. Mit etwa 11.500 Dollar, umgerechnet knapp 10.200 Euro, beziffert Scott Keyes die Gesamtkosten für seine Weltreise, die er am 8. April mit seiner Freundin begonnen hat. Nur: Bezahlt hat der US-Journalist so gut wie nichts für die 21 Flüge und all die Hotelübernachtungen – jedenfalls kein Geld. Der 28-Jährige hat seine Weltreise komplett durch Meilen finanziert.

Scott Keyes war schon in mehr als 30 Ländern unterwegs.

Scott Keyes war schon in mehr als 30 Ländern unterwegs. Foto: Scott Keyes / Instagram

„Ich habe in den letzten Jahren Millionen von Bonusmeilen zusammengesammelt, die meisten davon mit Kreditkarten“, berichtet Scott Keyes im Interview mit TRAVELBOOK. Etwa 25 Kreditkarten besitzt er inzwischen. Die angehäuften Meilen kann er nicht nur in Flüge und Hotelübernachtungen einlösen, sondern zum Beispiel auch die Airline-Lounges an den Flughäfen kostenlos nutzen.

Seine aktuelle Weltreise führt ihn von den USA über Mittel- und Südamerika nach Europa. „Die Route ist eine Mischung aus Orten, die wir schon immer sehen wollten und anderen Orten, die von dort aus mit den Bonusmeilen einfach zu erreichen sind“, erklärt Scott Keyes. Zuerst ging es nach Mexiko, wo der Meilensammler als Student ein Jahr gelebt hatte. Seiner Freundin zeigte er dort die Plätze, die ihn besonders beeindruckt haben. Auf Instagram veröffentlicht Scott Keyes regelmäßig Fotos von ihrer gemeinsamen Reise.

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Adios, Mexico. Next stop: Nicaragua. #howtoflyforfree

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Nach weiteren Zwischenstopps in Nicaragua, Panama und der Karibik ist das Paar am Dienstag in Deutschland gelandet. Nicht etwa die Hauptstadt Berlin besuchen die Amerikaner hier, sondern: Dresden! „Mein deutscher Mitbewohner in Mexiko hatte so viel Gutes über Dresden zu berichten“, sagt Keyes über seine Beweggründe, ausgerechnet die sächsische Landeshauptstadt zu besuchen. „Ich möchte unbedingt ins Hygienemuseum. Und natürlich ein richtig gutes Bier trinken.“ Dieses Vorhaben hat er dann auch gleich nach der Ankunft in die Tat umgesetzt – jedoch servierte man dem Ami kein sächsisches, sondern bayerisches Bier, wie dieses Foto beweist:

Roadtrip durch Europa

Von Dresden aus geht es weiter nach Prag und danach in die ukrainische Hauptstadt Kiew, wo ein Teil der Familie von Scotts Freundin lebt. „Dann machen wir einen Roadtrip durch Südosteuropa. Außerdem haben wir gehört, dass es in Litauen gutes Bier und in Finnland guten Wodka gibt“, sagt der Amerikaner lachend.

Zwei eBooks hat Scott Keyes schon veröffentlicht, in denen er seine Tricks erklärt: „How to Fly for Free“ und „How to Find Cheap Flights“. Der Vielflieger hat in seinem Leben insgesamt schon mehr als 350.000 Flugmeilen zurückgelegt und war bisher in 34 Ländern. Gezahlt hat er in den meisten Fällen nur die Flughafengebühren und -steuern, meist um die 20 Dollar pro Flug (umgerechnet 17 Euro).

Die besten Tricks des Vielfliegers

Scott Keyes setzt vor allem auf die Neukundenprämien, die Airlines für den Abschluss eines Kreditkartenkontos zahlen. Auf diese Weise könne man richtig viele Meilen sammeln, mehr als etwa durch die Gutschreibung einer Prämienmeile pro getanem Kartenumsatz oder anderer Aktionen. „Im Moment bekommt man in den USA die besten Bonusse bei American Airlines, United Airlines und British Airways. Alle bieten eine Neukundenprämie von 50.000 Meilen.“

Auch einige europäische Airlines bieten Prämienmeilen für die Beantragung einer Kreditkarte an, wenn auch nicht ganz so viele wie in den USA. Bei der deutschen Lufthansa bekommt man zum Beispiel zur Zeit 25.000 Meilen gutgeschrieben, wenn man eine „Miles & More Credit Card Gold“ beantragt.

https://www.travelbook.de/service/die-besten-tricks-zum-meilensammeln

Abgesehen vom geschickten Sammeln von Bonusmeilen hat Scott Keyes aber noch weitere Tipps, wie man möglichst günstig an Flüge kommt:

1. Flexibel sein
„Sei möglichst flexibel bei den Flugterminen und den Flughäfen. Oft ist zum Beispiel ein Trip von Freitag bis Montag günstiger als von Donnerstag bis Sonntag, obwohl es genauso viele Tage sind. Auch sollte man nach Flügen zu verschiedenen Airports in einer Region oder in einem Land suchen.“

2. Den Preis entscheiden lassen
„Wenn du den günstigsten Flug willst, suche nach den günstigsten Tarifen, nicht nach dem Reiseziel. In anderen Worten: Statt ein Reiseziel auszuwählen und nach dem günstigsten Ticket dorthin zu suchen, schau lieber nach, wohin es günstige Flüge gibt und entscheide dann, an welches der Ziele du reisen möchtest.“

3. Interkontinentalflüge buchen
„Wenn du nach Übersee fliegst, versuche die günstigste Stadt zum Anfliegen auf diesem Kontinent zu finden und buche im Anschluss einen Flug von dort an dein eigentliches Ziel. Wenn du zum Beispiel von Europa aus nach Washington DC fliegen möchtest, suche nicht nur nach Flügen nach Washington DC, sondern auch nach New York, Boston, Philadelphia oder Charlotte. Oftmals spart man dadurch richtig viel Geld, und es ist nicht schwierig, ein separates Ticket von einer dieser Städte nach DC zu bekommen.“

Und was war bisher das liebste Reiseziel des Weltreisenden? „Trinidad“, antwortet Scott Keyes voller Überzeugung. „Wir haben dort unglaublich lecker gegessen, zum Beispiel ein Sandwich mit Haifleisch. Die Einheimischen waren toll, haben uns die ganze Insel gezeigt, die schönsten Strände, ein Naturreservat und vieles mehr. Wir sind schon dabei, unseren nächsten Trip dorthin zu planen.“

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