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Legendärer Plattensee

Die besten Tipps für einen Urlaub am Balaton in Ungarn

Balaton
Der Plattensee Balaton ist Ungarns beliebteste Urlaubsdestination. Bei seinem Aufenthalt war unser Autor nicht selten überrascht. Foto: Getty Images
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Robin Hartmann Autorenkopf
Freier Autor

31. Juli 2026, 10:27 Uhr | Lesezeit: 7 Minuten

Nur durch einen Zufall landete TRAVELBOOK-Autor Robin Hartmann dieses Jahr in Ungarn am beliebten Plattensee Balaton. Vor Ort war er dann ganz überrascht, denn den Balaton hatte er sich eigentlich immer ganz anders vorgestellt. In einer knappen Woche erlebte er hier viel Aufregendes, sah wunderschöne Orte – und war doch mehr als einmal gehörig schockiert.

Eines der schönsten Erlebnisse beim Reisen ist für mich, wenn ich endlich Erwartungen von einem Ort, die ich mir in meinem Kopf aufgebaut habe, mit der Realität abgleichen kann. Nur um dann festzustellen, dass alles möglicherweise ganz anders ist als erwartet, aber eben auf andere Weise wunderschön und aufregend. Genauso ging es mir, als ich diesen Sommer mit ein paar Freunden nach einem sonnigen Ziel im ansonsten vielerorts verregneten Europa suchte. Spontan kamen wir auf die Idee, von Warschau aus mit einem alten Campingbus nach Ungarn an den Plattensee Balaton zu fahren.

Zunächst einmal: Ja, mit einer Fläche von knapp 600 Quadratkilometern ist der Balaton der größte See Mitteleuropas, dennoch hatte ich ihn mir in meinem Kopf noch unendlich gewaltiger vorgestellt. Ein Binnenmeer quasi, wo man am Strand stehend das andere Ufer nicht sieht. Zudem hatte ich die Idee von einem etwas verstaubten Ferienziel, einer leicht aus der Zeit gefallenen Destination, vor allem beliebt bei Einheimischen und Urlaubern aus den neuen Bundesländern. Nun, ich hätte nicht falscher liegen können, denn der Balaton ist so etwas wie die Riviera Ungarns, ein Ziel auch für die Schönen und Reichen dieser Welt, bzw. ganz Europas.

Waten statt schwimmen

Das liegt aber nicht nur an dem Gewässer, sondern auch an der sensationell schönen Landschaft, in die es eingebettet ist. Überall um den Balaton ragen archaische Berge in den Himmel, Überbleibsel der vulkanischen Aktivität, die diese Region einst schuf. An ihren steilen Hängen winden sich Weinberge empor, rahmen malerische kleine Dörfer mit alten Kirchen ein. Rund um den Plattensee habe ich bei meinem Aufenthalt kaum Hotels gesehen, dafür umso mehr Campingplätze. Auch wir wollten unseren Urlaub auf möglichst einfache, sorglose Weise verleben, und daher zog es uns nach unserer Ankunft denn auch auf einen dieser Plätze.

Unser Campingplatz liegt nahe Badacsony und hier buchten wir uns für die ersten zwei Nächte ein. Eine eigene Parzelle in Wassernähe für 80 Euro die Nacht, tadellose sanitäre Anlagen, eine Gemeinschaftsküche und sogar eine Sauna. Natürlich mussten wir nach Ankunft gleich an den kleinen, schilfumwachsenen Strandbereich, denn wir wollten die Hitze von über 30 Grad bei einem ersten Bad im Balaton abschütteln. Und erlebten gleich die nächste Überraschung. Denn statt schwimmen hieß es erstmal waten. Der Plattensee ist vielerorts erstaunlich flach und hat eine durchschnittliche Tiefe von gerade einmal gut drei Metern.

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Kleine Kreuzfahrten

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Am Balaton wächst aufgrund der vulkanischen Erde besonders guter Wein Foto: Getty Images

Dann ein erster Ausflug nach Badacsony, dessen Zierde ganz klar die schicke Mole ist. Hier flanieren die Urlauber, warten auf eine der modernen Fähren, die kleine Kreuzfahrten zu anderen Ortschaften am Balaton anbieten. Ungarns sozialistische Regierung war es, die den Plattensee ab den 1950er Jahren immer stärker zum Ferienziel ausbaute. Viele Orte entstanden überhaupt erst in dieser Zeit, heute ist fast der gesamte See parzelliert in Campingplätze, Freibäder und andere private, zahlungspflichtige Flächen. Wer kein Auto hat, erreicht den Balaton etwa ab Budapest auch bequem in wenigen Stunden mit dem Zug.

Ein leichter Appetit führte uns dann auf einem Spaziergang durch die Weinberge zu der kleinen Imbissbude „Langalló-Haz“, wo der sympathische Attila diverse Teigwaren und auch gerne mal den ein oder anderen Schnaps zu einem guten Gespräch anbietet. Probieren Sie hier das „Rószafánk“, ein besonderes ungarisches Gebäck. Jetzt wollten wir auch die lokalen Tropfen kosten, und so stiegen wir noch etwas weiter auf zu einem noblen Weingut. Dort sitzt man wunderbar unter einem rebenumrankten Baldachin, und hat vor allem bei Sonnenuntergang eine traumhafte Aussicht auf den Balaton.

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Lavendel und frittierter Fisch

War der Balaton bei unserer Ankunft quasi noch verwaist, verwandelt er sich vor allem an den Wochenenden mitunter in ein Party-Paradies. Und auch an unserem nächsten Ziel, dem kleinen Ort Tihany, merkte man, dass der Plattensee längst kein Geheimtipp mehr ist. Scharen von Touristen wälzten sich durch die kleinen Gassen, entlang der mit Schiefer gedeckten alten Häuser, und kauften vor allem eines: Produkte mit Lavendel. Dieser wird seit den 1920er Jahren hier angebaut, und vom Lavendelbier bis hin zum Eis und Parfüm gab es hier alles rund um die Pflanze.

Hauptgrund, Tihany zu besuchen, dürfte für viele aber immer noch das schöne Kloster sein, das den Ort auf einem Hügel überblickt. Von hier aus hat man, auf einer Promenade flanierend, auch eine wirklich umwerfende Aussicht auf den Balaton. Einer der schönsten Orte am Plattensee, doch allzu lange wollten wir ob der Massen und der Hitze dennoch nicht verweilen. Stattdessen zog uns der Appetit nun in eine wahre Institution, den Fischimbiss „Aszóföi Halsütö“. Hier wird der Fang des Tages frisch frittiert, isst man standesgemäß von Papptellern, und könnte doch glücklicher nicht sein. Außer vielleicht mit dem Preis, denn für zwei Zanderfilets mit labbrigen Pommes und Getränken zahlte ich 40 Euro.

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Unglaublich teuer

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Die Landschaft am Balaton ist auch geprägt von zahlreichen erloschenen Vulkanen Foto: Getty Images

Und das war dann tatsächlich auch meine zweite, eher unangenehme Überraschung am Balaton, denn vielerorts ist es einfach unglaublich teuer. So zahlte ich in dem zugegeben sehr hippen und guten Garten-Café „Az Igazi“ in dem kleinen Ort Káptalantóti 60 Euro für zwei Sandwiches und vier Kaffee. Meiner Freundin knöpfte man in einem lokalen Supermarkt für vier Pfirsiche und ein kleines Getränk sieben Euro ab. Und als ich einmal auf meine Freunde vor einem Supermarkt wartete, legte ich 17 Euro für drei Eiskaffee hin. Wo Urlauber aus ganz Europa von Deutschland über die Schweiz bis hin zu sogar Dänemark und den Niederlanden hinkommen (all diese Kennzeichen sah ich unterwegs), wundert sich vielleicht aber auch nur ein Romantiker wie ich über so etwas.

In Káptalantóti findet man sonntags aber auch einen der schönsten und aufregendsten Orte am Balaton, nämlich den Wochenmarkt Liliomkert. Er ist der größte am gesamten Plattensee und Gastgeber für etwa 300 Händler, bei denen man wirklich alles kaufen kann. Leder-, Korb-, Holz-, Eisenwaren, Kleidung, Schmuck, Obst, Gemüse, Fleisch‑ und Käsespezialitäten, Kunst, Honig, selbstgemachtes Pesto, Naturarznei – hier gibt es nichts, was es nicht gibt. Trotz der Überfülle an Menschen macht das Schlendern auch mehrere Stunden richtig Spaß. Vor allem, wenn man sich zwischendurch mit einem Eiskaffee und einem frisch frittierten Lángos stärkt.

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Der größte Thermalsee der Welt

Nach zwei Nächten zogen wir dann noch einmal um auf einen anderen Zeltplatz. Dort schlugen wir unsere Zelte auf einer sehr schönen, baumbestandenen Wiese auf. Ein großer Strand mit Hollywoodschaukeln, Verleih von Booten und SUPs, ein Imbiss für den kleinen Hunger und kalte Getränke. Am Ende fanden wir noch einen Ort, an dem es richtig lecker und trotzdem günstig war. Nämlich das Restaurant „Piroska Csárda“ nahe dem Ort Keszthely. Hier genoss ich ein hervorragendes Steinpilz-Risotto für umgerechnet unter 15 Euro.

Nun hätte es noch so viele Orte gegeben, die wir auf unserem Kurztrip gerne gesehen hätten. Zum Beispiel Keszthely mit seinem imposanten Schloss. Oder den Kurort Héviz, wo sich der größte Thermalsee der Welt befindet. Wäre es nicht so heiß gewesen, wären wir bestimmt auch einmal auf einen der eher niedrigen Vulkanberge geklettert, um die Aussicht zu genießen. Doch so ist das mit einem Urlaub eben, er ist immer viel zu schnell vorbei. Wir jedoch waren alle am Ende so verliebt in den Balaton, dass wir beschlossen, möglichst bald wiederzukommen.

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