Eiskapelle am Watzmann ist eingestürzt – was Wanderer jetzt beachten müssen
Die berühmte Eiskapelle am Watzmann ist Geschichte: Früher als erwartet ist der Firneisbogen eingestürzt. Seither besteht akute Steinschlaggefahr – auch die verbliebenen Eisreste könnten jederzeit nachgeben Foto: Getty Images
11. September 2025, 11:31 Uhr |
Lesezeit: 2 Minuten
Ein spektakuläres Naturdenkmal ist verschwunden – und mit ihm ein Stück alpiner Geschichte. Wie u.a. BILD berichtet, ist die berühmte Eiskapelle unterhalb des Watzmanns eingestürzt. Die Formation aus Firneis war nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel, sondern auch ein wissenschaftlich bedeutsames Geotop. Der plötzliche Kollaps bringt nicht nur neue Risiken für Wanderer mit sich, sondern gilt auch als deutlich sichtbares Zeichen des Klimawandels.
Klimafolgen führen zum Einsturz eines Naturwunders
Die Eiskapelle lag am Fuße der Watzmann-Ostwand auf etwa 900 Metern Höhe. Dort hatte sich über Jahrzehnte hinweg ein natürlicher Hohlraum im Firneis gebildet, gespeist durch Lawinenschnee. Seit Ende 2019 verlor die Struktur laut Nationalpark Berchtesgaden mehr als 575.000 Kubikmeter Firneis. Forscher hatten den Zusammenbruch bereits prognostiziert, auch wenn der genaue Zeitpunkt überraschend kam. Nach Angaben des Nationalparks sei der Einsturz eine direkte Folge der Erderwärmung.
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Lebensgefahr durch Steinschlag und instabile Eisreste
Mit dem Verschwinden der Eiskapelle steigt die Gefahr für Wanderer und Bergsteiger erheblich. Nationalparkleiter Roland Baier warnte eindringlich: „Wir warnen Wanderer eindringlich vor dem Betreten der Reste der Eiskapelle, es herrscht im gesamten Bereich der Eiskapelle akute Steinschlaggefahr. Auch der letzte, noch stehende Eisbogen und die Eiswände am Rand können jederzeit zusammenbrechen.“ Besonders betroffen seien auch die bekannten Zustiege zur Watzmann-Ostwand. Der gesamte Bereich wurde aus Sicherheitsgründen gesperrt.
Verlust eines einzigartigen Geotops
„Es ist bedrückend und schockierend zugleich, dass die Eiskapelle, die bereits Alexander von Humboldt im November 1797 besuchte, nun einfach weg ist“, sagte Baier. „Damit verlieren wir nicht nur eine wichtige regionale Sehenswürdigkeit, sondern auch ein überregional wertvolles Geotop.“ Ob sich an gleicher Stelle wieder eine Eiskapelle bilden wird, ist offen. Andreas Wolf, Vorsitzender des Verbandes der Deutschen Höhlen- und Karstforscher, erklärte: „In welcher Größe und in welchem Ausmaß wird die Zukunft zeigen.“ Auch künftig sei mit der Bildung von Firneisfeldern am Ende des Eisgrabens zu rechnen, sodass ein neues Höhlensystem möglich erscheint – jedoch ungewiss in Ausmaß und Form.
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