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Er stürzt 470 Meter in die Tiefe

Röthbachfall – der nahezu unbekannte höchste Wasserfall Deutschlands

Röthbachfall
Der Röthbachfall ist der höchste Wasserfall Deutschlands. Dennoch ist er hierzulande nahezu unbekanntFoto: picture alliance / blickwinkel/McPHOTO/M. Gann | McPHOTO/M. Gann

Mit fast einem halben Kilometer ist der Röthbachfall der höchste Wasserfall Deutschlands. Dass diese Naturgewalt dennoch bislang kein Touristenmagnet ist, liegt daran, dass er nicht ganz leicht zu erreichen ist. TRAVELBOOK erklärt das Naturwunder und zeigt, wie man hinkommt.

Im bayerischen Nationalpark Berchtesgaden liegt südlich des Obersees eines der größten Naturwunder unseres Landes versteckt. Genauer gesagt sogar das größte, beziehungsweise höchste, zumindest wenn es um Wasserfälle geht. Die Rede ist vom imposanten Röthbachfall, dem höchsten Wasserfall Deutschlands. Das Erstaunliche: Trotz seiner eindrucksvollen Erscheinung ist er nahezu unbekannt und alles andere als ein Touristenmagnet.

Laut der offiziellen Nationalparkseite stürzt sich der Röthbachfall unweit des Obersees in zwei Stufen über 470 Meter die Röthwand hinab. Diese Höhe ist in Deutschland einsamer Rekord. Gespeist wird die Kaskade dabei vom gleichnamigen Röthbach, der an dieser Stelle imposant ins Tal fällt. Vor allem während der Schneeschmelze bietet der Wasserfall ein beeindruckendes, sprichwörtlich rauschendes Spektakel.

Nicht leicht zu erreichen

Röthbachfall
470 Meter stürzt der Röthbachfall in die TiefeFoto: picture alliance / Zoonar | Harald Biebel

Doch warum ist ein solches Naturschauspiel bislang völlig vom Massentourismus verschont geblieben? Die Antwort: Ihn zu erreichen ist für einfache Touristen relativ kompliziert, weswegen sich auch keine Menschenmengen am Röthbachfall tummeln. Wer ihn besuchen möchte, muss zuerst mit dem Boot über den nahe gelegenen Königssee bis zur Saletalm fahren. Hier beginnt dann eine etwa drei Kilometer lange Wanderung.

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Diese führt entlang des Ufers des Obersees, vorbei an schroffen Felswänden zur Fischunkelalm. Hier wird man den Röthbachfall vermutlich schon hören, weit ist es jedenfalls von dort nicht mehr. Man durchquert hinter der Alm einen kleinen Wald und steht schließlich am Fuß der Kaskade. Erschwerend hinzu kommt aber, dass man den Wasserfall auf diese Weise nur im Sommer erreicht. Nur dann fährt das benötigte Ausflugsschiff über den Königssee.

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Ein falscher höchster Wasserfall

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Derart unbekannt geblieben ist der Röthebachfall, das ihm mitunter gar eine andere Kaskade fälschlicherweise den Titel „Höchster Wasserfall Deutschlands“ streitig macht. Gemeint sind die Triberger Wasserfälle im Schwarzwald. Unter anderem auf der bekannten Wander-Webseite „Komoot“ werden sie bei einer Tourbeschreibung so bezeichnet. Die Wahrheit ist aber, dass sie „nur“ eine Fallhöhe von 163 Metern haben.

Sucht man bei Google unter dem Begriff „Triberger Wasserfälle“, findet man noch zahlreiche andere Seiten, die sie mit dem Superlativ „ Höchster Wasserfall Deutschlands“ schmücken. Das dürfte vor allem daran liegen, dass die Triberger Wasserfälle sehr viel bequemer zu erreichen sind als der Röthbachfall. Zudem kann man sie laut offizieller Webseite ganzjährig besuchen. Und nicht nur das: Bis 22 Uhr werden sie abends sogar beleuchtet.

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Solche Spektakel braucht der Röthbachfall nicht, denn hierher kommen vergleichsweise immer noch sehr wenige Touristen. Und das, obwohl sich nur einen kurzen Fußmarsch entfernt auch noch der zweithöchste Wasserfall Deutschlands befindet, nämlich der 410 Meter hohe Landtalfall. Aber eigentlich ist es ja auch schön zu wissen, dass es in Deutschland auch noch ein paar Orte der Superlative gibt, die nicht hoffnungslos überrannt sind.

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