Wachsendes Eiland in Japan

Neue Insel schluckt alte Insel

Aus ursprünglich zwei Inseln ist eine geworden: Auf der Satellitenaufnahme ist deutlich zu erkennen, wie die südlichere Insel Nishinoshima mit der nördlicheren neuen Insel Niijima verschmolzen ist
Aus ursprünglich zwei Inseln ist eine geworden: Auf der Satellitenaufnahme ist deutlich zu erkennen, wie die südlichere Insel Nishinoshima mit der nördlicheren neuen Insel Niijima verschmolzen ist
Foto: Getty Images
Auf dem Bild oben sieht man die kleine Vulkaninsel Niijima kurz nach ihrem Entstehen im November 2013. Das untere Bild stammt aus dem Dezember – Niijima ist schon deutlich gewachsen
Auf dem Bild oben sieht man die kleine Vulkaninsel Niijima kurz nach ihrem Entstehen im November 2013. Das untere Bild stammt aus dem Dezember – Niijima ist schon deutlich gewachsen
Foto: dpa Picture Alliance
Ursprünglich betrug der Abstand zwischen beiden Inseln etwa 500 Meter
Ursprünglich betrug der Abstand zwischen beiden Inseln etwa 500 Meter
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Niijima spuckte permanent Lava, was dazu führte...
Niijima spuckte permanent Lava, was dazu führte...
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...dass der Abstand zur Insel Nishinoshima immer weiter zusammenschrumpfte. Bis beide Inseln sich vereinten
...dass der Abstand zur Insel Nishinoshima immer weiter zusammenschrumpfte. Bis beide Inseln sich vereinten
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Beide Inseln zusammen sind nun etwa einen Kilometer lang. Auf dem alten Inselteil wachsen bereits spärlich Pflanzen, auch einige Insekten sollen dort schon leben. Irgendwann besiedeln  möglicherweise auch Menschen Japans neu entstandenes Staatsgebiet
Beide Inseln zusammen sind nun etwa einen Kilometer lang. Auf dem alten Inselteil wachsen bereits spärlich Pflanzen, auch einige Insekten sollen dort schon leben. Irgendwann besiedeln  möglicherweise auch Menschen Japans neu entstandenes Staatsgebiet
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Vergangenen Herbst erhob sich aus dem Meer vor Japan eine neue Vulkaninsel. Niijima, so ihr Name, wächst und wächst – und hat bereits die Nachbarinsel Nishinoshima erreicht. Irgendwann könnte sie sogar bewohnbar sein. Die Japaner jedenfalls freuen sich, dass ihr Staatsgebiet größer wird.

Es war im November 2013, als sich südlich von Japan eine kleine Sensation abspielte. Nahe der kleinen, unbewohnten Insel Nishinoshima gab es unter der Meeresoberfläche eine gewaltige Vulkaneruption – ein neues Fleckchen Erde erhob sich aus dem Pazifik. „Niijima“ tauften die Japaner die winzige Vulkaninsel, die einen Durchmesser von gerade mal 200 Metern hatte und an ihrer höchsten Stelle kaum mehr als 20 Meter maß.

Damals glaubte man, Niijima würde nur ein relativ kurzes Dasein als Insel fristen. Maximal ein paar Jahre gaben Wissenschaftler ihr, dann würde sie wieder unter der Meeresoberfläche verschwinden. Doch es kam alles anders als gedacht.

Die neue Insel schluckt die alte

Die neue Insel hörte gar nicht mehr auf, Lava und Asche zu spucken, und sie tut es bis heute. Durch das hervorbrechende Magma wuchs Niijima immer weiter, und der ursprüngliche Abstand von 500 Metern zur Nachbarinsel Nishinoshima wurde kleiner und kleiner, schrumpfte im Laufe der vergangenen Monate auf wenige Meter zusammen.

Jetzt zeigen neue Satellitenaufnahmen der NASA: Das Magma von Niijima hat Nishinoshima erreicht, beide Inseln sind jetzt vereint. Zusammen sind sie etwa einen Kilometer lang, die höchste Stelle beträgt etwa 60 Meter. Japanische Wissenschaftler sind überzeugt, dass die neue Insel durch die Vereinigung mit der alten bestehen bleibt. Nishinoshima ist immerhin schon mehr als 40 Jahre alt.

Insel könnte irgendwann bewohnt sein

Noch ist nicht bekannt, wie die Insel, die eigentlich aus zwei besteht, in Zukunft heißen wird. Gut möglich, dass sich irgendwann Menschen darauf ansiedeln. Die nächste bewohnte Insel ist nur 130 Kilometer entfernt. Die Japaner jedenfalls freuen sich über das neue Staatsgebiet. Schon im November, als Niijima sich aus dem Pazifik erhob, freute sich Regierungssprecher Yoshihide Suga vor Journalisten: „Wenn sich unser Land vergrößert, umso besser.“

Das neue Eiland ist Teil der Ogasawara-Kette, die auch als Bonin-Inseln bekannt sind. Diese rund 30 Inseln liegen mit Japan auf dem sogenannten pazifischen Feuerring. In dieser Region findet der größte Teil der vulkanischen Aktivität unter der Meeresoberfläche statt.

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