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Giftige Fische und Quallen

Die 7 gefährlichsten Meerestiere der Welt

Steinfisch – ein besonders gefährliches Meerestier
Der extrem gut getarnte Steinfisch gehört zu den gefährlichsten Meerestieren der WeltFoto: picture alliance / Zoonar | Alberto Carrera

Meerestiere können faszinierend sein und sehr schön aussehen. Doch nähern sollten Sie sich manchen von ihnen nicht. Denn einige Fische und Quallen sind hochgiftig, der Kontakt kann mitunter tödlich enden. Welche besonders gefährlichen Meerestiere es gibt, lesen Sie hier.

Beeindruckende Farben, faszinierende Formen – klar, ein Foto von einer gelb leuchtenden Feuerqualle oder ähnlichen Meerestieren kann ein prima Urlaubssouvenir abgeben. Bei einigen Fischen und Quallen kann es jedoch gefährlich werden, wenn man ihnen zu nahe kommt. Denn viele von ihnen enthalten Gift, und dieses ist in einigen Fällen auch für den Menschen tödlich.

Besonders gefährliche Meerestiere

Warum Ärzte informiert bleiben müssen

Ein Forscherteam um Prof. Dr. Andreas Schaper von der Universitätsmedizin Göttingen hat die innerhalb von fünf Jahren im Giftinformationszentrum-Nord (GIZ-Nord) und im Marseiller Centre Antipoison eingegangenen Meldungen über Vergiftungen mit Meerestieren analysiert. Grund für die Zusammenarbeit war, dass immer häufiger auch deutsche Urlauber mit giftigen Meerestieren in Kontakt geraten, die vor allem an der französischen Mittelmeerküste vorkommen, und umgekehrt. Die Untersuchung diente somit nicht zuletzt der besseren Identifikation unterschiedlicher Toxine durch Ärzte, wenn entsprechende Meerestiere in ihren Breiten noch nicht oder bisher selten vorkommen. Das kann im Akutfall Lebensgefahr bedeuten, wenn bei bestimmten Vergiftungen, die einer schnellen und speziellen Therapie bedürfen, nicht sachgemäß reagiert wird. Im Fokus der Arbeit „Intoxikationen durch aktiv giftige Meerestiere“ (nachzulesen im „Ärzteblatt“) standen somit neben dem Giftapparat der Tiere auch geeignete Therapiemaßnahmen.

Warum sind Meerestiere gefährlich – und wie sehr?

TRAVELBOOK geht im Folgenden auf die in der Untersuchung genannten Meerestiere ein und schaut auch auf internationale Gewässer. Die Fische und Quallen verfügen über unterschiedlich starke Gifte, die sie einerseits zur Selbstverteidigung und andererseits zum Beutefang nutzen. Je größer ihre gewöhnliche Beute, desto wirksamer ist für gewöhnlich auch das von ihnen entwickelte Gift. Verschiedene Quallen etwa, die sich vordergründig von Plankton ernähren, benötigen kein stark wirksames Gift. Petermännchen dagegen haben es vor allem auf Garnelen und im Herbst auch auf kleinere Fische abgesehen. Ihr Gift ist entsprechend stark wirksam, und das auch bei Kontakt mit dem Menschen.

Das gefährlichste unter den weltweiten Meerestieren ist er aber nicht…

Die 7 gefährlichsten Meerestiere im Überblick

Echter Steinfisch

Der Steinfisch (auch: Echter Steinfisch) verfügt über ein starkes Gift. Was ihn weiterhin sehr gefährlich macht, ist seine extrem gute Tarnung. Denn wie sein Name verrät, kann er leicht mit einem Stein oder Felsen verwechselt werden.

Gefährliche Meerestiere: Steinfisch
Der Steinfisch ist so gefährlich, weil er sich extrem gut tarnen kannFoto: picture alliance / imageBROKER | R. Dirscherl

Was den Steinfisch so gefährlich macht

Der Fisch verfügt an seinen Rücken-, Bauch- und Afterflossen über giftige Stacheln. Diese sind zu einem extrem hart, wie es in der Facharbeit heißt, sodass sie sogar Schuhsohlen durchbohren können. Zum anderen kann ihr Gift extrem starke Schmerzen auslösen und der Kontakt damit darüber hinaus ernsthafte Folgen für die Herz- und Nervenfunktion (z. B. Lähmungserscheinungen) haben. Um eine Todesfolge abzuwenden, muss umgehend der Stachel entfernt und ein spezielles Gegengift verabreicht werden. Der Steinfisch gehört daher ganz oben auf die Liste der gefährlichsten Meerestiere. Er kommt vor allem in Asien und im östlichen Australien vor, dort bitte besonders achtsam baden und paddeln gehen!

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Petermännchen

Das Petermännchen zählt zu den gefährlichsten Meerestieren
Gefahr im Meeresboden: Peterfische zählen zu den gefährlichsten Meerestieren der WeltFoto: picture alliance/dpa | Wolfgang Runge

Nicht nur unter den Meerestieren ist es berüchtigt – das Petermännchen zählt zu den gefährlichsten Tieren allgemein in ganz Europa. Ein Drittel aller Vergiftungen, die sich beim Baden im Meer ereignen, gehen auf sein Konto. Das Petermännchen kommt verstärkt an der Nord- und Ostsee, im Mittelmeer und am Schwarzen Meer sowie im westlichen Atlantik bis hin nach Westafrika vor. Petermännchen, die unter den Fischen übrigens zur Gruppe der Barsche gehören, werden zwischen 15 und 20 Zentimeter lang. Ihre Toxine sitzen auf den Rückenflossen und am Dorn auf ihrem seitlichen Kiemendeckel.

„Gefährlich sind Frühjahr oder Sommer“, heißt es in der Abhandlung, „da sich die Tiere in dieser Zeit zum Laichen im flachen Gewässer aufhalten oder sich in den Sand eingraben.“ Es kommt relativ häufig dazu, dass beispielsweise an der Nordsee Badegäste auf die giftigen Stacheln des Petermännchens treten. Ebenso sind Verletzungen dokumentiert, die sich beim Angeln ereignet haben, bzw. beim Ablösen des Fisches vom Angelhaken.

Stich kann unangenehm bis tödlich sein

Ein Stich vom Petermännchen löst an der Kontaktstelle einen starken Schmerz aus, der mehrere Monate lang andauern kann. Seltener kommt es zu einer systemischen Toxizität, also zu einer den ganzen Körper betreffenden Vergiftung, die abhängig von der körperlichen Verfassung schlimmstenfalls tödlich enden kann. Gemeinhin gelten Petermännchen aber nicht als lebensbedrohlich.

Rotfeuerfisch

Eines der gefährlichsten Meerestiere: der Rotfeuerfisch
Der Rotfeuerfisch ist beeindruckend anzuschauen, aber ein sehr gefährliches MeerestierFoto: picture alliance / imageBROKER | Joko

Er lebt in Korallenriffen im Indischen Ozean, am westlichen Pazifik sowie am Roten Meer. Die meisten Vergiftungen mit dem Rotfeuerfisch spielen sich jedoch zu Hause ab. Das hat die Untersuchung von Prof. Schaper und seinem Team ergeben. Viele Deutsche und Franzosen halten sich demnach kleinere Arten des farbenprächtigen Rotfeuerfischs, der sonst immerhin bis zu 40 Zentimeter groß wird, als Zierfisch. Beim Auswaschen des Aquariums können sie in Kontakt mit den Toxinen kommen.

Wie gefährlich ist der Rotfeuerfisch?

Der Kontakt mit dem Gift des Rotfeuerfischs kann extrem schmerzhaft sein. Die vom Stachel getroffene Stelle kann sich infizieren und bereits vorher Bläschen, Rötungen und Schwellungen aufweisen. Manchmal deuten auch eher diffuse Krankheitssymptome (z. B. Übelkeit, Erbrechen) auf eine Vergiftung mit dem Gift des Rotfeuerfischs hin.

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Quallen

Vergiftungen mit Quallen machten den größten Anteil (rund 60 Prozent) der beim GIZ-Nord und den französischen Kollegen gemeldeten Fälle aus. Abhängig von der Größe und Art der Quallen können die Folgen unterschiedlich gravierend sein. Aus der Untersuchung geht jedenfalls hervor, dass Quallen zu den tödlichsten Meerestieren gehören.

Es ist bekannt, dass von Seewespe, portugiesischer Galeere, Gelber Haarqualle, Kompassqualle und Co. (mehr über giftige Quallen lesen Sie hier) unterschiedliche Gefahren ausgehen. Ebenso von der unscheinbaren, oft kaum daumengroßen Irukandji-Qualle.

Irukandji-Qualle gehört zu den gefährlichsten Meerestieren
Klein, unscheinbar – und ein besonders gefährliches Meerestier – ist die Irukandji-Qualle Foto: picture-alliance/ dpa | Handout

Kontakt mit Qualle kann tödlich sein

Mögliche Folgen durch den Kontakt mit Quallen reichen von leichten Hautreizungen bis hin zu Lähmungserscheinungen der wichtigen Organe – abhängig von der Giftigkeit des Tieres sowie von der Kontaktstelle. Ausgerechnet durch den Kontakt mit einer winzigen Irukandji-Qualle kann es zu so starken Schmerzen kommen, dass Betroffene stationär mit Opiaten behandelt werden müssen. Im Beitrag wird auch die Gefahr eines Irukandji-Syndroms erwähnt. Dieses macht sich mit zunächst diffusen Symptomen bemerkbar (z. B. Kopf- und Brustschmerzen), oft gefolgt von Übelkeit und Erbrechen und schlimmstenfalls einem gefährlichen Lungenödem.

Stachelrochen

Stachelrochen sind in allen tropischen Meeren sowie Flüssen in Südamerika anzutreffen. Die besonders platten Fische sind eigentlich nicht aggressiv, schreiben Prof. Schaper und sein Team. Zu Verletzungen durch Menschen kommt es trotzdem, und zwar meist dann, wenn Badende in einer Bucht oder Lagune auf die am Schwanz des Stachelrochens befindlichen Stachel treten.

Stachelrochen – eines der gefährlichsten Meerestiere
Stachelrochen gehört zu den gefährlichsten Meerestieren – ohne es wirklich zu wollenFoto: Getty Images

Sind Stiche des Stachelrochens lebensbedrohlich?

Das Gift von Stachelrochen enthält laut der Abhandlung nur „wenige potente toxische Proteine“. Ein Stich gilt dennoch als stark schmerzhaft und kann weiterhin extremes Unwohlsein (Erbrechen, Krämpfe, Atemnot) mit sich bringen. Von einem Stachelrochen Gestochene sind auch schon gestorben. Auch bei milderen Verläufen können die Schmerzen durch den Stich über mehrere Wochen hinweg immer wieder auftreten.

Seeigel

Der Seeigel kommt in allen Weltmeeren vor. Auf seinen bis zu 30 Zentimeter langen Zacken und Stacheln sitzt sein Gift. Doch dieses ist, auch wenn es immer wieder Berichte von Verletzungen durch Menschen gibt, bislang wenig erforscht worden.

Auch ein gefährliches Meerestier: der Seeigel
Von den Stacheln des Seeigels sollte man sich besser fernhaltenFoto: picture alliance / Zoonar | Laurent Davoust

Nur lokale Beschwerden durch Seeigel-Stiche

Schon der Anblick verrät – einen Seeigel zu berühren oder auf seine Stacheln zu treten, kann ziemlich wehtun. An entsprechender Stelle entsteht eine Wunde, die sich entzünden und nachhaltig Schmerzen bereiten kann, sollte man den Stachel nicht entfernen. Dann drohen auch chronische Schmerzen und Hautausschläge. Wenn die Wunde sachgemäß verarztet wird (Stachel entnehmen, mit Essig abtupfen, verheilen lassen), verbleiben für gewöhnlich keine bleibenden Schäden. Somit ist der Seeigel unter den genannten Meerestieren das am wenigsten gefährliche.

Weitere gefährliche Meerestiere

Wie Diplom-Biologin Jenny Tuček vom Institut für Marine Biologie in Karslruhe auf TRAVELBOOK-Nachfrage erklärt, gibt es noch weitere Meerestiere, deren Berührung zumindest sehr schmerzhaft für den Menschen sein kann. So etwa der Drachenkopf, der gut getarnt auf Felsen lebt, da er ein sehr schlechter Schwimmer ist. „Stützt man sich aus Versehen auf einem Drachenkopf ab, kommt man in Kontakt mit den giftigen Stacheln der Rücken-, After- und Bauchflossen“, sagt Tuček. „Bei Kontakt kommt es zu einem starken Schmerz, der sich in das umliegende Gewebe ausdehnt und zu einer sofortigen Schwellung, welche mehrere Tage anhalten kann. Auch Schwächeanfälle und Muskelkrämpfe können auftreten. Es wird empfohlen, den Stachel zu entfernen, die Wunde zu desinfizieren und unverzüglich einen Arzt aufzusuchen.“

Ebenfalls unangenehm kann eine Begegnung mit dem Feuerwurm enden. „Auf keinen Fall sollte man versuchen, ihn anzufassen, denn seine Borsten dringen leicht in die menschliche Haut ein und brechen ab“, sagt Diplom-Biologin Tuček. „Zurück bleibt tagelang ein brennender Schmerz, Hautrötungen und Schwellungen. Das Entfernen der Borsten ist fast nicht möglich, darum empfiehlt es sich, die betroffene Stelle mit hochprozentigem Alkohol zu desinfizieren und/oder einen Arzt aufzusuchen.“

Und was ist mit Haien?

Experten versuchen von jeher, Haie vom Ruf als blutrünstiger Meereskiller zu befreien. Tatsächlich gelte das Tier gemeinhin als scheu und eher neugierig. Gefahren entstehen demnach vor allem in eigentlich harmlosen Situationen, in denen der Mensch – in dem Fall schließlich ein Eindringling – sich falsch verhalten hat.

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Sind Haie ein gefährliches Meerestier?
Haien haftet ein unschöner Ruf an – dabei wollen sie (Menschen) eigentlich nichts BösesFoto: picture alliance / Xinhua News Agency | Asad

Eigentlich hat der Hai kein Interesse am Menschen, der steht nämlich gar nicht auf seinem natürlichen Speiseplan. Ändert aber alles nichts daran, dass ein Haiangriff extrem schmerzhaft (sowie blutig) sein und tödlich ausgehen kann. Auch wenn es dazu verhältnismäßig selten kommt. 2021 wurden weltweit rund 73 Haiangriffe auf Menschen gezählt, neun davon hatten Todesfolge – so dokumentierte es die Online-Plattform Statista.

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