23. September 2026, 10:23 Uhr |
Lesezeit: 3 Minuten
Sie ist die trockenste Wüste der Welt – und umso beachtlicher ist das Naturschauspiel, das sich aktuell wieder in der Atacama-Wüste im Norden Chiles darstellt: Satte, violette Blüten sprießen hier plötzlich aus dem Boden. Erstaunlich ist auch, dass es bereits das dritte Jahr in Folge passiert. TRAVELBOOK gibt einen Überblick.
Die Atacama-Wüste, gelegen zwischen den chilenischen Städten Tacna und Copiapo, gilt als die trockenste Wüste jenseits der Polargebiete. Denn die Anden verhindern für gewöhnlich, dass Regenwolken in die isolierte Wüste hineingetragen werden. Doch ganz, ganz selten regnet es dann doch. Die Folge können prächtige Blütenfelder sein, wie man sie normalerweise alle etwa fünf bis sieben Jahre bewundern kann – und zwar meist im September oder Oktober, wenn in der südlichen Hemisphäre der Frühling einkehrt. Doch inzwischen tritt das Phänomen schon im dritten Jahr in Folge auf. Ausgelöst wird die Blütenpracht durch das Wetterextrem El Niño mit starken Regenfällen.
Wo die Erde sonst staubtrocken ist, erstreckt sich seit Mitte September eine violette Blütenpracht Foto: Getty Images
Wie kommt es, dass die Atacama-Wüste blüht?
Damit die Wüste blüht, müssen laut „Geo“ verschiedene Wetter- und Klimabedingungen zusammentreffen. Demnach braucht es zum einen ungewöhnlich starke Regenfälle im chilenischen Winter. Zweitens muss die Luftfeuchtigkeit hoch sein, am besten mit Nebel, damit der Boden zusätzlich feucht wird und die im Boden ruhenden Samen und Zwiebeln zu keimen beginnen. Und drittens sind milde Tagestemperaturen wichtig, damit das Wachstum der Pflanzen gefördert wird.
Das Phänomen „Desierto florido“ (zu Deutsch „Blumenwüste“) ist ein visuelles Spektakel, und das nicht bloß für Reisende vor Ort. Denn wenn der rund 1600 Kilometer lange Wüstenlandstrich in sattem Violett erstrahlt, ist das selbst vom All aus zu sehen. Im Jahr 2025 fand die Blüte besonders früh statt, bereits im August, mit besonders üppiger Farbenpracht.
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Auch sonst eine beeindruckende Reiseregion
Im Normalfall blühen in der Atacama-Wüste allenfalls Kakteen. Und diese Pflanzenarmut hat etwas für sich, schreibt etwa die österreichische Tageszeitung „Der Standard“. Denn dank ihr kann die US-Weltraumagentur Nasa Atacamas „Mondlandschaft“ als Trainingsgelände nutzen.
Auch in den Jahren, in denen sie ein farbiges Blütenmeer vermissen lässt, ist die Atacama-Wüste eine Reise wert. Denn die auch als „Valle de la Luna“ („Tal des Mondes“) bekannte Region bietet dem Auge so einiges. Sie ist von heißen Quellen und enormen Vulkanen durchzogen, einige davon ragen bis zu 6000 Meter in den Himmel. Stellenweise ein unwirtlicher, oft mit dem Mars verglichener Lebensraum, sind in den berühmten Salzseen von Atacama majestätische Vögel zu Hause: Flamingos. Um sie beobachten zu können, gibt es für Besucher des Naturschutzgebiets Reserva Nacional Los Flamencos verschiedene Aussichtspunkte.
Flamingo in den Salzseen von Atacama Foto: Getty Images
Vor einigen Jahren hatten Forscher in der Atacama-Wüste Knochen einer Dinosaurier-Art gefunden, TRAVELBOOK berichtete. Dies werteten sie als Beweis dafür, dass die heute „trockenste Wüste der Welt“ vor Millionen Jahren über reichhaltige Vegetation verfügte. Denn die pflanzenfressenden Bewohner von damals fanden offenbar ausreichend Nahrung.
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