Wegen ausufernder Partys

Ballermann auf Mallorca dicht – Wirte legen Beschwerde ein

Mallorca, Partymeile, keine Feiern
Es wurde heftig gefeiert auf Mallorca, zum Teil ohne Masken. Damit ist nun Schluss.
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Die Schließung dreier beliebter Partymeilen auf Mallorca wollen die Inselwirte nicht hinnehmen und haben Beschwerde eingereicht.

Gegen die am 15. Juli von der Balearen-Regierung getroffene Entscheidung, auf Mallorca die Lokale an der Bier- und Schinkenstraße an der Playa de Palma sowie an der Punta Ballena in Magaluf zu schließen, regt sich seitens der Wirte heftiger Widerstand. Wie die „Mallorca-Zeitung“ unter Bezugnahme auf eine Pressemitteilung der balearischen Vereinigung der Nachtclub-Betreiber, Abone, berichtet, hat diese zusammen mit dem Verband der touristischen Einzelhändler und Dienstleister, Acotur, am Montag (20. Juli) Beschwerde gegen die Schließung der Partymeilen eingereicht. Grund sei u. a., dass von der Maßnahme auch Wirte betroffen wären, die sich an die Regeln hielten.

Auslöser für die Entscheidung der balearischen Landesregierung, die Lokale an den drei Touristen-Hotspots auf Mallorca zu schließen, waren vorausgegangene Partys mit Hunderten Feiernden, von denen sich die meisten nicht an die Corona-Sicherheitsregeln gehalten hatten. Weder Abstandsregeln waren beachtetet noch die Maskenpflicht gewahrt worden. Angetrunkene Urlauber umarmten nach Medienberichten Straßenhändler und flirteten hemmungslos mit Fremden. „Chaos“, titelte die Regionalzeitung „Última Hora“ nach dem ausufernden Party-Wochenende am Sonntag (12. Juli).

Strengere Maskenpflicht

Seit dem 13. Juli gilt auf Mallorca eine strengere Maskenpflicht. Im Freien muss nun jeder ab sechs Jahren fast immer Nase und Mund bedeckt halten, sonst droht ein Bußgeld in Höhe von 100 Euro. Nur am Strand, am Pool, beim Essen und Trinken, in der Natur außerhalb von Ortschaften sowie beim Sport darf man Gesicht zeigen. Das geht aus einem im Amtsblatt veröffentlichten Dekret hervor.

Maskenpflicht nur schwierig zu überwachen

Die Überwachung fällt allerdings nicht ganz leicht. Wie lange nicht? Die regionale Gesundheitsministerin Patricia Gómez appellierte auf eine entsprechende Frage bei einer Pressekonferenz an das Verantwortungsbewusstsein der Menschen.

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Die einflussreiche Tourismusbranche, die für 35 Prozent der Einnahmen der vier Baleareninseln Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera sorgt, hatte noch versucht, die Maßnahme zu verhindern. Sie fürchtet, dass Deutsche und Briten die Insel meiden und angesichts der Auflagen doch lieber die zwar kühleren, aber dafür entspannteren heimischen Strände und Badeseen vorziehen könnten.

Spahn besorgt wegen Ballermann

Auch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) äußerte sich mit Blick auf die Berichte aus Mallorca besorgt. „Wir müssen sehr aufpassen, dass der Ballermann nicht ein zweites Ischgl wird“, hatte er gesagt. Dort wo miteinander gefeiert werde, sei das Risiko besonders hoch – auch das Rückreiserisiko für alle anderen im Flugzeug und für die Menschen zu Hause. Feiern im österreichischen Skiort Ischgl gelten als einer der Ausgangspunkte für die Verbreitung des Coronavirus auch in Deutschland.

 

Die Balearen folgen mit der Maskenpflicht dem Beispiel Kataloniens und der Extremadura. Auch andere spanische Regionen planen entsprechende Anordnungen. Bisher muss in anderen Teilen Spaniens im Freien nur dann eine Maske getragen werden, wenn der Sicherheitsabstand zu Fremden nicht eingehalten werden kann.